Emmi und Einschwein. Kein Weihnachten ohne Puddingschuhe – Anna Böhm

Aus der Emmi und Einschweinreihe gibt es pünktlich zur Adventszeit eine Weihnachtsausgabe mit 24 Kapiteln, Kein Weihnachten ohne Puddingschuhe. Die Reihe von Anna Böhm ist in unserem Kinderzimmer derzeit groß angesagt. Alle vom Einjährigen bis zum Elfjährigen kommen, wenn vorgelesen wird und auch diesmal hieß es regelmäßig. „Bitte, bitte noch ein Kapitel.“ Danke an den Verlag für mein Rezensionsexemplar, dass zu #WirlesenFrauen passt.



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Es ist Einschweins erste Weihnachten und natürlich soll das wunderwonnig werden. Es wird dekoriert und gebacken und natürlich auch die Wunschzettel geschrieben, damit Wuschel, der Wunschwichtel, dem Weihnachtsmann sagen kann, was die Kinder sich wünschen. Doch irgendetwas stimmt mit Wuschel nicht. Seltsame Briefe flattern in die Briefkästen aller Leute in Wichtelstadt. Emmi und Einschwein wird klar, sie müssen etwas unternehmen, um Weihnachten zu retten.

Raum für Vielfalt

In Anna Böhms Buchwelt bekommt jedes Kind zum zehnten Geburtstag ein Fabelwesen. Emmi hat das einmalige Einschwein bekommen, das die kulinarische Magie beherrscht. Alle Menschen feiern dort Weihnachten, das losgelöst von religiösen Motiven dargestellt wird. Allerdings gibt es trotz großer Vielfalt bei den Fabelwesen, relativ wenig bei den Menschen. Während Geschlechterrollen weniger dominant reproduziert werden, ist es die kleine Fehime, die regelrecht heraussticht. Da hätte ich mir mehr gewünscht, immerhin ist im nun schon vierten Abenteuer von Emmi und Einschwein durchaus Raum, diversere Charaktere einzubauen.

Die Handlung selbst ist großartig angelegt und mitreißend spannend. Emmi und Einschwein begeben sich auf Spurensuche und enttarnen so, wie arg es um das Weihnachtsfest tatsächlich steht. Dabei sind die beiden relativ souverän und manchmal kommen sie mit den einfachsten Ideen am weitesten. Schön für die Vorweihnachtszeit ist natürlich, dass die 24 Kapitel sich zum Adventslesen anbieten. Auch für Kindergartengruppen und Schulklassen kann das Buch, gerade weil Weihnachten ohne religiösen Bezug daherkommt, eine Möglichkeit für die gemeinsame Gestaltung des Dezembers sein.

Spaß für alle

Mit amüsanten, aber vor allem spannenden Wendungen und Kapiteln, die keinesfalls überbrücken, sondern immer eine eigene kleine Geschichte erzählen und dabei den großen Spannungsbogen nicht vergessen, ist auch dieses Emmi und Einschwein Buch großartig zum Vorlesen oder für junge Leser:innen geeignet. Einschweins Wortspielereien können aber mitunter für Verwirrung sorgen, machen aber auch beim gemeinsamen Lesen großen Spaß. Schön ist, dass seine Formulierungen oft nochmal von der personalen Erzählstimme kommentiert werden. Das wirkt aber zum Glück eher wie eine Ergänzung, als wie eine Erklärung.

Einschwein und Emmi sitzen im Schnee unterm Weihnachtsbaum. Unter dem Buch liegen die ersten zwei Bände, Einhorn kann jeder und Im Herzen ein Held. Darüber zwei gebastelte Schneeflocken, ein Tannenzapfen und rechts daneben ein Nikolaus aus Holz.
Kein Weihnachten ohne Puddingschuhe – Ein Adventsbuch von Anna Böhm

Emmi ist ein Charakter, den Kinder wie Erwachsene lieben. Sie ist weder affektiert noch überaus impulsiv, sondern reflexiv und nachdenklich. Vielleicht manchmal etwas zu reflexiv für eine Zehnjährige, aber das macht Einschwein mit einer Infantilität wieder wett. Gemeinsam sind die beiden ein super Team, dass bei uns geschlechtsunabhängig und altersunabhängig großen Spaß verbreitet hat.

Weil wir für die Weihnachtsausgabe den dritten Band übersprungen haben, gibt’s den zu Nikolaus und so heißt es bei uns bald wieder jeden Abend. „Bitte noch das Emmi-Buch“. Den ersten Band habe ich euch bereits rezensiert und auch der zweite Band Im Herzen ein Held fanden wir großartig. Also nur wenig zu meckern und definitiv eine Empfehlung!

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