Top Ten Thursday : 10 Bücher, die in Deutschland spielen

Heute versucht ich mich das erste Mal am Top Ten Thursday von Steffi. Ich habe meinen Blog lange fast ausschließlich mit Rezensionen gefüttert und bin nun an einem Punkt, an dem ich mich einfach gerne stärker vernetzen und austauschen möchte. Außerdem finde ich das Thema dieser Woche, 10 Bücher, die in Deutschland spielen, wirklich gelungen. Nicht nur, dass wir viele Bücher vorgesetzt bekommen – und auch immer wieder gern lesen – die aus anderen Ländern und anderen Sprachen kommen. Auch deutsche Autoren lassen ihre Geschichte mittlerweile gerne in anderen Ländern spielen, was ich wirklich schade finden. Darum freue ich mich, euch heute meine liebsten zehn Bücher vorzustellen, die in Deutschland spielen.

Meine Auswahl

1- Unterleuten – Juli Zeh. Das Buch, das aus meiner Sicht eigentlich auf die Liste des Deutschen Buchpreises gehört hätte, wenn schon nicht an ihre Spitze. Es ist einfach genial. Analysiert, indem es eine Geschichte erzählt, die beeindruckend und doch alltäglich ist. Mit viel Menschenkenntnis und ohne Partei zu ergreifen werden unterschiedliche Sichtweisen aufgezeigt, eine fesselnde Spannung aufgebaut und eine Geschichte erzählt, die so unglaublich wie realistisch ist.

2- Beim Häuten der Zwiebel – Günter Grass. Ein wirklich beeindruckendes Buch. Grass autobiografische Rückschau nimmt für sich gar nicht heraus, allumfassend und korrekt zu sein. Das wirklich gute Bild der tränenden Augen beim Zwiebelschneiden, die den Blick verschwimmen lassen zeigen dies genauso wie die verschiedenen Schichten der Zwiebel, die doch nur Sichtweisen und Konstrukte sind. Ein sehr guten, ein persönliches Buch.

3- Vor uns die Nacht – Bettina Belitz. Bettina Belitz hat eine wunderbare eigenen Sprache, die sie selbst als Herzsprache beschreibt. Etwas poetisch, vor allem aber gefühlvoll ohne zu verkitschen und gerade darum sehr realitätsnah. Dazu diese Geschichte von einer Liebe, die ihren Weg sucht und der trotz allem Realismus etwas Magisches anhaftet. Wunderschön.

4- Frühstück mit Sophie – Jennifer Bentz. Ein Roman mit einem wunderbaren Stil, der gar nicht so sehr eine Liebesgeschichte erzählt, als eine Selbstfindungsgeschichte, auf mehreren Ebenen. Und die Erkenntnis, dass es für manche Dinge nie zu spät ist. Ich habe das Buch nach dem Lesen sofort empfohlen und meine Mutter hat es brav zu Weihnachten verschenkt. Begeisterung, die Kreise zieht.

5- Wir kommen – Ronja von Rönne. Habe ich – das muss ich gestehen – nicht gelesen, sondern gehört. Von der Autorin selbst gesprochen. Und ich habe es geliebt! Eine ganz tolle Sprache und eine etwas verwirrende, aber gerade dadurch klare Geschichte von Selbsttäuschung und Flucht. Mit diesem Buch hat Ronja von Rönne mich ohne Zweifel für sich eingenommen.

6- Gehen, ging, gegangen – Jenny Erpenbeck. Ein immer noch brandaktueller Roman, der den Fluch der freien Zeit enthüllt und dabei ohne Kitsch Schicksalsschläge zeigt. Ein gut durchdachtes Fundament und eine deutliche Klarheit, ohne zu verurteilen.

7- Eigentlich ist mein Leben gar nicht so übel – Chris Nolde. Ein toller Roman über den fehlenden Antrieb, über eine Existenz, die aus manchen Blickwinkeln ziemlich kaputt ist, und sich dennoch einen Weg bahnt in ein funktionierendes, gutes Leben. Ein Buch über Liebe und Schreiben, über Selbstzweifel und Durchhaltevermögen.

8- Der Tag, an dem Mama die Krise kriegte – Nathalie Weidenfeld. Aus dem Blickwinkel der sechsjährigen Tochter sieht vieles ganz anders aus. Daran erinnert dieses Buch amüsant und ist doch zum Nachdenken. Eine sehr gute Methode, um auch mal über sich selbst und die eigenen Marotten zu lachen und die eigene Sichtweise zu ändern.

9- Familiensafari – Rike Drust. Ein kurzweiliges Buch über eine Familie, die durch das Land fährt, auf der Suche nach Möglichkeiten, vor allem aber auf der Suche nach sich selbst. Die einzelnen kleinen Apokalypsen schweißen zusammen und jeder wächst daran.

10- Die Blechtrommel – Günter Grass. Nein, die Blechtrommel ist nicht unbedingt ein leicht zu lesender Roman. Aber ich mag ihn wirklich. Immerhin habe ich meine Master-Arbeit darüber geschrieben. Die Blechtrommel zeigt uns im Grunde noch immer durch einen verzerrten Spiegel, wie abhängig wir uns von der Gesellschaft machen und dass es manchmal einen Oskar braucht – so schrecklich er auch ist – um uns das klar zu machen.

Ich bin ja gespannt, wie viele Bücher, die in Deutschland spielen, euch auf die schnelle einfallen. Schon einmal vorwarnen kann ich euch: Nächsten Februar kommt eines dazu. Dann erscheint mein Roman „Zeitlose – Simeons Rückkehr“, der in Mannheim spielt.

Kommentare

  1. Huhu!

    „Unterleuten“, „Vor uns die Nacht“, „Wir kommen“ und „Gehen, ging, gegangen“ stehen alle noch auf meiner Wunschliste… Zu viele Bücher, zu wenig Zeit! 😉 Aber ich habe mir vorgenommen, vermehrt auch eher anspruchsvolle Bücher zu lesen, daher haben gerade Bücher wie „Unterleuten“ im Moment gute Karten bei mir.

    HIER ist mein Beitrag für diese Woche!

    LG,
    Mikka

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