4 – Dee Voight und die Ewigkeit

Der #WirlesenFrauen-Neujahrskalender präsentiert euch vom 1.12.2019 bis zum 6.1.2020 63 Autorinnen und ihre Werke. Lernt neue Schriftstellerinnen kennen und findet großartigen Lesestoff! Heute bei mir: Dee Voight auf der Suche nach dem Ursprung der Ewigkeit.

Mehr Mut

Schreibtrieb: Liebe Dee, wie toll, dass es geklappt hat. Kannst du uns zum Einstieg das Buch einer Autorin empfehlen?
Dee Voight: Eigentlich alles von Gillian Flynn. Sie schreibt hervorragende Psychothriller, Gone Girl ist der aktuell wohl bekannteste Roman von ihr. Sie setzt Brutalität sparsam ein und pflegt eine sehr direkte Sprache. Ich mag keine allzu blutigen Thriller, daher trifft sie da genau meinen Geschmack. 



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Schreibtrieb: Was muss sich ändern, damit Frauen im Literaturbetrieb gleichberechtigt behandelt werden?
Dee Voight: Viele Verlage trauen Autorinnen noch immer nicht zu, in bestimmten Genre Erfolg zu haben. Im Zweifel – so scheint es – wird dann eher ein männlicher Schriftsteller bei vergleichbarer Qualität bevorzugt. Oder die Autorin versteckt sich hinter einem männlichen, wenigstens aber neutralen Pseudonym. Sicher, der Verlag reagiert damit auch auf die Erwartungshaltung seiner Leserschaft. Selbst Frauen erwarten bei Science-Fiction, Thriller und Co oftmals eher einen Autor als eine Autorin. Autorinnen wie eben Gillian Flynn beweisen, dass der Erfolg unabhängig vom Geschlecht sein kann. Aber dafür muss man diesen Autorinnen eben erstmal eine Chance geben. Ich würde mir wünschen, dass die Verlagswelt dahingehend mehr Mut beweist. 

Schreibtrieb: Mehr Mut würde vielen von uns guttun. Welche Autorin bewunderst du?
Dee Voight: Joanne K. Rowling für ihr Durchhaltevermögen und ihre tiefe Verbundenheit zu ihren Figuren und Geschichten.
JoJo Moyes für ihre gefühlvollen Romane.
Kate Pepper als Krimiautorin, deren weibliche Protagonisten stark und sensibel zugleich sein dürfen.

Ein Satz pro Tag

Autorin Dee Voight mit langen, blonden Haaren und einem warmen Schal lächelt in die Kamera
Mehr Mut wünscht sich Dee Voight (Foto: Dee Voight)

Schreibtrieb: Im Moment ist der Babyrabe noch zu Hause und fordert viel Aufmerksamkeit, darum muss ich jeden freien Moment nutzen. Wie ist das bei dir? Schreibst du nach (Zeit-)Plan?
Dee Voight: Grundsätzlich begrüße ich Struktur beim Schreiben. Ich gehöre zu der Sorte der „Plotter“ – bevor ich mit dem eigentlichen Schreiben anfange, plane ich den Roman kapitelweise, überlege mir die Hintergrundgeschichte der Figuren und kenne somit Anfang, Mitte und das Ende vorher. Beim Schreiben selbst bin ich dann am zufriedensten, wenn ich 1.500 – 2.000 Wörter/Tag schaffe, was aber mit Vollzeitjob und Familie selten realistisch ist. Manchmal freue ich mich auch schon, wenn ich überhaupt einen Satz pro Tag schaffe.

Schreibtrieb: Was passiert, wenn du beim Schreiben die Zeit vergisst? 
Dee Voight: Dann weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Wenn mich meine eigene Story „hat“, habe ich das Gefühl, dass es auch gut genug für Leser:innen ist. Denn zu allererst muss der Roman mich selbst überzeugen.

Schreibtrieb:  Das stimmt. Wenn ich selbst unzufrieden bin, kann ich keine Geschichte veröffentlichen. Wie sieht deine Schreibstimmung aus? 
Dee Voight: Ich arbeite eigentlich immer am selben Platz: an meinem Schreibtisch. Zum Schreiben brauche ich Ruhe und möglichst wenig Ablenkung. Bin ich unterwegs und habe Zeit für meine Texte, korrigiere ich höchstens. Neues entsteht bei mir eher daheim.

perfektes Schreibwetter

Schreibtrieb: Was inspiriert dich im Winter?
Dee Voight: Ich mag klare, kalte Wintertage – die erzeugen bei mir ein Gefühl von kreativer Einsamkeit. Zum einen, weil ich mich dann umso besser in meine Geschichte einigeln kann. Zum anderen kann ich mich in meine Protagonisten noch besser einfühlen. Das sind ja meist selbst Einzelgänger. Dieses Eingeschlossensein im Winter lässt mich gut mit ihnen mitfühlen.  

Schreibtrieb: Dann ist das ja die ideale Schreibzeit für dich. Woran schreibst du gerade?
Dee Voight: An einem Prequel zu meiner Reihe Der Ursprung der Ewigkeit. Es wird ein Einzelroman und greift die Geschichte einer Figur auf, die in benannter Reihe eine Nebenfigur ist. Es ist also wieder Fantasy aber mit anderem Epochen-Setting.

Schreibtrieb: Was ist das Kurioseste, das du je recherchiert hast?
Dee Voight: Ich wollte einmal in Erfahrung bringen, wie ein amerikanischer Polizeibericht in den 50er Jahren aussieht bzw. aufgebaut ist. Das war eine knifflige Angelegenheit. Als ich alles zusammen hatte, habe ich mich dann aber entschieden, die betreffende Stelle aus der Sicht eines Journalisten wiederzugeben. Also alles für die Katz, aber als Autor:in sammelt man ohnehin viel unnützes Wissen an. Wer weiß, wozu es mal gut ist 🙂

Schreibtrieb: Welches ist deine liebste Figur aus deinen Büchern?
Dee Voight: Da würde ich gern unterscheiden. Die, die ich am liebsten schreibe – weil ich mit keiner anderen Figur diese Art von Tiefe bisher erreicht habe – ist meine Protagonistin aus Der Ursprung der Ewigkeit Alice. Die Figur, die ich am sympathischsten finde, ist William (ebenfalls aus Der Ursprung der Ewigkeit).

Schreibtrieb: Ja, das ist eine wichtige Differenzierung. Was ist das tollste Kompliment, das du je zu deinen Büchern bekommen hast? 
Dee Voight: Ich freue mich immer dann, wenn ich bei den Leser:innen an den richtigen Stellen die von mir gewünschte Reaktion erziele. Wenn mir das gelingt, ist das der größte Lohn für mich und über solche Rückmeldungen freue ich mich dann am meisten.

Verbindungen

Schreibtrieb: Was ist dir beim Schreiben das Wichtigste?
Dee Voight: Dass ich meine Figuren „spüre“, dass mich ihr Schicksal kümmert und ich den unbedingten Drang verspüre ihre Geschichte zu erzählen. Wenn ich keine Verbindung zur Hauptfigur herstellen kann, nützt mir der beste Plot nichts. Das gilt auch für die Antagonisten – zumindest benötige ich da ein gewisses Verständnis für deren Situation. Nur „böse“ zu sein bewirkt bei mir gar nichts, ich muss ihre Motive wenigstens nachvollziehen können. Was nicht bedeutet, dass ich sie gutheiße 😉 

Schreibtrieb: Voll hinter den Figuren zu stehen, ja, das finde ich auch extrem wichtig. Liebe Dee, danke dir, wir sind am Ende unseres Interviews. Lass uns noch kurz assoziieren.

Mit Sahne oder ohne: Mit
Tee oder Kaffee: Tee
Heiße Schokolade mit Marshmallows oder Eis mit Karamell: Heiße Schokolade
Sofa oder Sessel: Sessel
Märchen oder Thriller: Thriller
Stern oder Mond: Stern
Heizung oder Kamin: Heizung
Lila oder Orange: Lila
Löwe oder Wolf: Wolf
Decke oder Kissen: Decke

Zurück zum Ursprung

Als Gewinn hat Dee Voight euch heute drei Taschenbücher ihres Romans Der Ursprung der Ewigkeit mitgebracht, den ihr mit ein paar Goodies gewinnen könnt. Eine Mischung aus Krimi, Thriller und urban Fantasy verspricht ein spannendes Lesevergnügen. Verratet mir einfach im Formular bis zum 11.12.19, was ihr euch von Dees Roman erwartet.  In der Leseprobe könnt ihr reinschnuppern, es gibt sogar eine Hörprobe, wenn euch das eher liegt.

Das Cover von Der Ursprung der Ewigkeit zeigt eine Küste, an der Nebel aufsteigt, mit einem Leuchtturm und einem großen Haus daneben.
Krimi, Thriller und urban Fantasy findet sich Dee Voights Der Ursprung der Ewigkeit

Klappentext:
Als Alice Watson in das abgelegene Städtchen Owls Head zurückkehrt, wird sie sofort mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, die sie auf die Spur eines langgehüteten Geheimnisses führt. Dabei ist das verschlafene Dorf der einzige Ort, an dem sie Liebe und Geborgenheit erfahren hat. Alles scheint mit dem Schicksal ihrer großen Liebe Stan zu tun zu haben, die sie vor vielen Jahren auf unerklärliche Weise verloren hat. Und auch Alice selbst hat etwas zu verbergen …
Als sie erkennt, dass ihr zurückgezogenes Leben nicht so sicher ist wie sie glaubt, muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen. Wer ist sie wirklich? Und kennt sie die ganze Wahrheit über ihre große Liebe?

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Antonie Pongratz

Hallo ihr, ach was für tolle Gewinne es hier gibt! Ich liebe solche mysteriösen Geschichten, die sich in dünnbesiedelten Gebieten abspielen – meist rausche ich durch solche Bücher und bin gegen Ende oft überrascht, welche Wendungen so eingebaut waren und wie wenig Ahnung ich hatte, was wirklich passiert ist. Deswegen erhoffe ich mir hier eine ebenso spannende, wie rasante und unerwartete Geschichte, die mich völlig in ihren Bann ziehen wird.

Liebste Grüße an euch und einen sonnigen 4ten Dezember 🎄😊

Antonie

Huhu!

Ein tolles und interessantes Interview, da es mal nicht die Stereo-Fragen sind *-*

Ich hoffe, mit Formular meinst du Kommentar? Mir wird kein Formular wie zB bei deinem Beitrag von und mit Jessica angezeigt …

Ich antworte jetzt frech hier & hoffe trotzdem im Lostopf zu landen:
Was ich erwarte? Schwer zu sagen, aber bei solch einem Genre-Mix hoffe ich auf Spannung, die sich durch die Seiten zieht, eine Geschichte, die mich einnimmt und fesselt, etwas Mysteriöses das sich nach und nach entblättert.

Mukkelige Grüße!