5 – Rebekka Wedekind macht Leser:innen glücklich

Der #WirlesenFrauen-Neujahrskalender präsentiert euch vom 1.12.2019 bis zum 6.1.2020 63 Autorinnen und ihre Werke. Lernt neue Schriftstellerinnen kennen und findet großartigen Lesestoff! Heute bei mir: Rebekka Wedekind und ihr erster Roman, Keeping Faith – Farben der Liebe.

Rebekka Wedekind liest

Rebecca Wedekin, eine junge, lächelnde Frau
Rebekka Wedekind macht Leser:innen glücklich (Foto: Rebecca Wedekind)

Schreibtrieb: Rebekka, Willkommen beim #WirlesenFrauen Neujahrskalender. Glaubst du, Frauen schreiben anders als Männer und andere?
Rebekka Wedekind: Ich glaube nicht, dass Frauen und Männer sich groß unterscheiden. Jeder Autor und jede Autorin hat seine eigene Art zu schreiben, sei das nun auf den Stil bezogen oder das Handwerk selber. Der eine schreibt vielleicht noch von Hand, der andere nur am Computer. Der eine nachts, der andere nur tagsüber.
Aber was wir alle gemeinsam haben: jeder, der schreibt, verliert sich in seinen Geschichten und will das Beste aus sich rausholen. Ich finde, man sollte den Fokus vielmehr auf die Gemeinsamkeiten denn auf die Unterschiede legen.

Schreibtrieb: Wie ist das Verhältnis Autor/Autorin in deinem Bücherregal?
Rebekka Wedekind: Interessanterweise besitze ich viel mehr Bücher von Autorinnen als von Autoren. Ich vermute, dass das schlichtweg der Tatsache geschuldet ist, dass in den Genres, die ich gerne lese, mehr Frauen schreiben als Männer. Aber ehrlich gesagt habe ich noch nie sonderlich groß darauf geachtet, ob jetzt ein Mann oder eine Frau die Bücher schreibt, die ich lese. Wenn mich der Klappentext und der Schreibstil packen, dann ist es ein gutes Buch – egal, wer dafür verantwortlich ist.

Heldinnen

Schreibtrieb: Bei so viel Lesespaß, fällt die Auswahl manchmal schwer. Welche Autorin bewunderst du?
Rebekka Wedekind: Ich bewundere einige Autorinnen. Allen voran Cecelia Ahern, weil sie meinen absoluten Traum lebt und dabei so ein lieber Mensch geblieben ist. Ich habe sie schon einige Male getroffen, einmal auch mit ihr telefoniert, und es war unglaublich zu sehen, wie sie sich von dieser schüchternen Maus zu einer selbstbewussten, starken Frau entwickelt hat. Gleichzeitig hat sich auch ihr Schreibstil sehr verändert, sie erzählt mittlerweile nicht nur schöne Geschichten, sondern kann auch unglaublich gut mit Wörtern spielen. Abgesehen davon ist sie ein Workaholic, hat Serien, Filme etc. mitproduziert, parallel dazu eine Familie gegründet und schafft es zudem, Social Media supergut zu nutzen. Sie ist meine literarische Heldin.

Schreibtrieb: Das klingt toll! Heldinnen können wir alle gebrauchen. Was wünschst du dir dieses Jahr unterm Baum?
Rebekka Wedekind: Ehrlich gesagt nichts. Ich wünsche mir seit Jahren nur noch eine Sache: Gesundheit für die Menschen, die ich liebe.

Das Cover von Keeping Faith zeigt bunte Blütenblätter
Keeping Faith – Farben der Liebe

Kein Plan?

Schreibtrieb: Kann ich gut verstehen. Wie ist das bei dir, schreibst du nach (Zeit-)Plan?
Rebekka Wedekind: Nach inhaltlichem Plan, ja. Nach Zeitplan, nein. Ich habe gemerkt, dass es nichts bringt, wenn ich mir tägliche Ziele von einer bestimmten Anzahl an Wörtern setze. Manchmal kommt etwas dazwischen, oder ich bin krank oder müde, und wenn ich dann mein angesetztes Pensum nicht schaffe, bin ich gefrustet. Also erspare ich mir das und versuche es positiv zu sehen, wenn ich auch mal ein paar Tage nichts schreibe. Das heißt ja deshalb nicht, dass ich untätig bin. Auch wenn ich nicht schreibe, rattert mein Gehirn, überlegt sich Sätze, Szenen, spinnt sich ganze Plots aus. Ein Autor hat nie frei. Und genau deshalb liebe ich diesen Job auch so. 
Auch meine inhaltlichen Pläne sind nie bis ins letzte Detail ausgetüftelt, weil auch das nie so funktioniert, wie ich mir das überlegt habe. Ich vergleiche das gerne mit einem Haus: Ich überlege mir den Rohbau, die Zimmerverteilung, vielleicht noch die Fenster. Aber wie ich jeden einzelnen Raum, also jedes Kapitel genau gestalte, ergibt sich erst beim Schreiben. Ich habe oft natürlich eine vage Idee, und wenn ich das Zimmer dann betrete, nimmt das immer mehr Formen und Farben an, bis es am Ende ein tolles Zimmer geworden ist. Manchmal wird nochmal etwas renoviert, aber diese Freiheiten während des Schreibprozesses brauche ich unbedingt.

Schreibtrieb: Das kenne ich von mir selbst teilweise auch. Ich habe auch ein grobes Gerüst, aber ausgefeilt wird oft noch beim Schreiben. Wie sieht deine Schreibstimmung aus?
Rebekka Wedekind: Ich habe eigentlich keine konkrete Schreibstimmung. Im Idealfall schreibe ich mich an guten Tagen in einen richtigen Rausch und dieses Glücksgefühl ist dann natürlich ein absolutes Highlight.
An anderen Tagen muss ich mich eher aufraffen, dann ist die Stimmung natürlich nicht so gut. Aber auch das gehört dazu. Ich lerne immer noch, dass nicht alles so läuft, wie ich das gerne hätte – auch beim Schreiben nicht.

Der geheime Liebling

Schreibtrieb: Hast du schon einmal Sensitivity Reading genutzt oder hast es vor?
Rebekka Wedekind: Ja, habe ich. Sogar schon mehrfach. Ich finde es sehr wichtig, sich mit Experten über sensible Themen auszutauschen. Das bedeutet für mich nicht nur, mit den Experten zu sprechen und mir Informationen zu holen, sondern die Experten auch das ganze Manuskript lesen zu lassen. Das Feedback ist jedes Mal unfassbar hilfreich.

Schreibtrieb: Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Welches ist deine liebste Figur aus deinen Büchern?
Rebekka Wedekind: Das ist eine ganz gemeine Frage. Ich habe erst ein Buch veröffentlicht, aber schon viel mehr Manuskripte geschrieben und daraus eine einzige Figur auszuwählen … Puh. Das ist ja so, als müsste man sich für sein Lieblingskind entscheiden. Wenn ich diese Frage jetzt nur auf Keeping Faith beziehe, und man mir eine Knarre an den Kopf hält, damit ich mich entscheiden muss … Dann … Ja, dann ist mein geheimer Liebling wohl Ida, Bens Schwester.

Schreibtrieb: Was ist das tollste Kompliment, das du je zu deinen Büchern bekommen hast?
Rebekka Wedekind: »Du solltest dir ein Schild basteln, auf dem steht: Ich mache meine Leser glücklich.«
Dieses Kompliment bekam ich schon vor Jahren, aber es ist mir im Kopf geblieben, weil es wiederum mich sehr, sehr, sehr glücklich gemacht hat. Ich hab es mir sogar ausgedruckt und an die Wand gehängt, als Motivationsschub, wenn mal wieder alles doof ist.

Ruhe und so

Schreibtrieb: Das ist aber auch wirklich ein tolles Kompliment. Was ist dir beim Schreiben das Wichtigste?
Rebekka Wedekind: Ruhe. Das muss nicht heißen, dass ich keine Musik nebenbei anhaben kann – aber wenn ich irgendwelche Lieder dabei höre, dann nur leise und meistens auch keine deutschen Lieder. Deutsche Musik hören und gleichzeitig auf Deutsch schreiben ist irgendwie zu viel für mein Gehirn. Daher wenn Musik, dann englische. Oder rein instrumental.

Schreibtrieb: Lass und am Ende noch ein bisschen assoziieren

Heiße Schokolade mit Marshmallows oder Eis mit Karamell: Eis mit Karamell
Sofa oder Sessel: Sofa
Märchen oder Thriller: Märchen
Heizung oder Kamin: Kamin
Decke oder Kissen: Decke

Gewinnspiel

Rebekka Wedekind stellt heute ein ebook ihres Debüts Keeping Faith samt Lesezeichen zur Verlosung zur Verfügung. Ihr kennt den Roman noch nicht? Dann schaut mal, welchen Chatverlauf mir die Autorin mitgegeben hat. Wenn ihr mir bis zum 12.12.19 verratet, was ihr machen würdet, wenn jemand eine Geschichte über euch schreiben würdet, landet ihr im Lostopf.

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