22 – Magret Kindermann, Tee und Zombies

Der #WirlesenFrauen-Neujahrskalender präsentiert euch vom 1.12.2019 bis zum 6.1.2020 63 Autorinnen und ihre Werke. Lernt neue Schriftstellerinnen kennen und findet großartigen Lesestoff! Heute bei mir: Magret Kindermann, die ihren neuen Roman Killing Zombies and Kissing You mitgebracht hat. Ich selbst durfte als Autorin mit Magret schon für die Anthologie Herzgezeiten zusammenarbeiten und habe ihre Novelle Tulpologie rezensiert. Außerdem könnt ihr heute die fabelhafte Sophie Grossalber bei Chrissi kennenlernen.

Magret Kindermann im Interview

Das Bild zeigt Magret Kindermann, eine junge Frau, die in die Kamera lächelt, die schulterlangen blonden Haare offen, mit einem grauen Wollpulli.
Die Autorin Magret Kindermann probiert gerne Neues aus

Schreibtrieb: Hallo Magret, toll, dass du mitmachst. #WirlesenFrauen will Autorinnen fördern und hat darum einen feministischen Ansatz. Was bedeutet „Feminismus“ für dich?
Magret Kindermann: Ich bin Feministin, weil ich für die Gleichberechtigung aller Geschlechter bin. Frauen sollen genauso viel wie ihre männlichen Kollegen in derselben Position verdienen. Sie sollen sich aber auch dafür entscheiden können, Hausfrau zu werden, Kinder zu kriegen, Nacktbilder von sich machen zu lassen oder den ganzen Tag Kuchen zu backen. Wichtig ist hier das Wort „Entscheidung“, und zwar ohne finanzielle Benachteiligung. „Feminismus“ ist für mich auch, dass Frauen sich gemeinsam füreinander stark machen. „Feminismus“ schließt Männer nicht aus, auch sie können Feministen sein. „Feminismus“ ist für mich die Forderung nach Respekt und all seinen Auswirkungen.

Schreibtrieb: Das hast du großartig zusammengefasst. Genau solche einen Respekt für Autorinnen will #WirlesenFrauen schaffen. Welche Autorin bewunderst du?
Magret Kindermann: Ich bewundere Agatha Christie. Sie schrieb nicht nur tiefgängige und interessante Charaktere, sondern schaffte es, sich in einer Zeit und in einem Genre zu behaupten, in denen Autorinnen nicht üblich waren. Sie ließ sich von ihrem Mann scheiden und finanzierte sich komplett mit dem Schreiben. Ich empfinde große Hochachtung vor ihr.

Tee, immer Tee

Schreibtrieb: Auf jeden Fall eine tolle Frau. Lass uns auch ein bisschen über dich reden. Was ist dein Lieblingsgetränk für kalte Wintertage?
Magret Kindermann: Tee, immer Tee. Wenn ich es mir besonders gemütlich machen will, dann heiße Schokolade mit Wasser und echtem, ungesüßtem Kakao und Honig. Auf dem Weihnachtsmarkt trinke ich am liebsten Met oder Heidelbeer-Glühwein.

Schreibtrieb: Welches Buch verschenkst du diesen Winter?
Magret Kindermann: Ich verschenke an drei Kinder in meiner Familie je das neue Buch Himmelsdonnerglöckchen von Jasmin Zipperling, dazu kriegt mein Sohn auch ein Exemplar, auch wenn er dazu noch etwas zu jung ist.

Schreibtrieb: Oh, das wird es auch bei uns geben. Was naschst du zu Tee und Buch am liebsten im Winter?
Magret Kindermann: Ich liebe selbstgebackene Zimtsterne und Marzipankartoffeln, ich brauche aber auch immer Nüsse und Mandarinen oder Orangen auf dem Tisch. Das ist für mich der Inbegriff von Winterzeit.

Das Buch "zwei Königinnen" von Magret Kindermann, umringt von glitzernden Schneeflocken aus Papier, auf einem Hintergrund aus hellem Holz
Auf meinem SuB liegt noch Magret Kindermanns Zwei Königinnen

Als Autorin ein Vorbild sein

Schreibtrieb: Einen Winter ohne Mandarinen kann ich mir auch nicht vorstellen. Woran schreibst du denn gerade?
Magret Kindermann: Ich schreibe an Aru und der Tod, ein Fantasybuch, obwohl das gar nicht mein typisches Genre ist. Ich probiere mich aus. Die Geschichte nimmt mich sehr mit und ich spüre, dass es vielleicht mein bisher bestes Buch wird.

Schreibtrieb: Oh, das klingt aber spannend. Wie wichtig ist dir Vielfalt in deinen Geschichten?
Magret Kindermann: Sehr und ich denke auch immer mehr darüber nach. In meinen ersten Werken habe ich die Figuren noch unbewusst erstellt, die meisten sind weiß, jedoch gibt es vereinzelt Ausnahmen. Eine relativ große Rolle in meinem Debüt Zwei Königinnen ist dunkelhäutig und eine kleine Rolle ist eine Transfrau. Nach einigen Gesprächen mit Own Voices bin ich zu der Feststellung gekommen, dass ich als Autorin ein Vorbild sein möchte. Daher achte ich immer mehr darauf, Randgruppen auftauchen zu lassen und sie vor allem außerhalb dieser Merkmale für die Geschichte zu nutzen.

Schreibtrieb: Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass Zwei Königinnen noch auf meinem SuB wartet. Hast du schon einmal Sensitivity Reading genutzt oder hast es vor?
Magret Kindermann: Für die Kurzgeschichte „Seide“ in der Anthologie Herzgezeiten habe ich mehrere Testleser für Sensitive Reading benutzt, da eine Hauptfigur trans ist. Es ist eine Liebesgeschichte unter Teenagern und da ich selbst keinerlei Berührungspunkte mit transgender habe, wollte ich besonders sorgfältig damit umgehen. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht.



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out of the box

Schreibtrieb: Und die Geschichte ist wirklich wunderschön. Wem sollte man deine Bücher schenken?
Magret Kindermann: Meine Bücher sollte man Menschen schenken, die außerhalb der gängigen Plots und Genres lesen und unterhalten werden wollen.

Schreibtrieb: Oh, ich glaube, davon gibt es eine Menge. Kommen wir zu den Assoziationsfragen:

Mit Sahne oder ohne: Ohne, ich hasse Sahne
Tee oder Kaffee: Tee und zwar Grüntee
Decke oder Kissen: Decke, denn ohne sie fehlt mir etwas. Selbst bei Hitze möchte ich wenigstens eine dünne Decke.

Schreibtrieb: Vielen Dank, Magret, fürs Dabeisein und dass du dich auf deinem Weg als Autorin nicht aufhalten lässt. Jetzt freut es mich sehr, dein neustes Werk, Killing Zombies and Kissing You vorzustellen, dass du zur Verlosung mitgebracht hast.

Killing Zombies and Kissing You

Das Cover von Kissing Zombies zeigt eine Frau von hinten vor einer Skyline.
Kissing Zombies von Magret Kindermann

Klappentext: Meine fünf Regeln, um in der post-apokalyptischen Welt zu überleben:
1.Verlier nicht ständig dein Messer, verdammte Axt!
2.Vergangenheit ist was für Lebensmüde. Und ich will leben – glaube ich zumindest.
3.Lieber alleine feiern, als in Einsamkeit zu versinken.
4.Erwarte als letzter Überlebender auf keinen Fall Post.
5.Und wehe, du verliebst dich ausgerechnet jetzt …

Mein Eindruck nach der Leseprobe:
Die achtzehnjährige Bea hat die Apokalypse überlebt und muss jetzt alleine zurecht kommen. Die Untoten sind eher träge als monsterhaft, doch die Gefahr der tödlichen Ansteckung besteht. Da passiert, was eigentlich nicht passieren kann: Bea bekommt Post. Der Brief führt sie auf eine Reise, bei der sie verraten und gerettet wird, sich selbst verliert und ganz neu kennenlernt. Eine Postzombieapokalypse im Jugendbuchstil mit Humor und jeder Menge Überraschungen.

Gewinnspiel

Magret hat ein Exemplar von Killing Zombies und Kissing You und eine Überraschung für gemütliche Wintertage mitgebracht. Um in den Lostopf zu hüpfen verratet mir, was eurer Meinung nach in dem Brief stand, der Bea erreicht.

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