Zu alt

Als ich klein war, wollt ich tanzen lernen,
mit Spitze, das Ballett.
Mich grazil und fließend nur entfernen,
Ach ja, das fand ich nett.

Doch es hieß nein, zu teuer,
Zu spät, du bist zu alt.
Die Zeiten wurden neuer
und ich vergaß es bald.

Dann wollte ich Geige spielen,
Aus meinem Innern die Melodie,
Die Klänge, die mir so gefielen,
Noch im Traum hörte ich sie.

Doch es hieß nein, zu teuer,
Zu spät, du bist zu alt.
Die Zeiten wurden neuer
und ich vergaß es bald.

Nun wollte ich gern reiten,
Auf dem Rücken des größten Pferds,
Alle Gefahren so bestreiten,
Oh, mein galoppierendes Herz.

Doch es hieß nein, zu teuer,
Zu spät, du bist zu alt.
Die Zeiten wurden neuer
und ich vergaß es bald.

Heute? Heut will ich schreiben,
Schwarze Zeichen, weißes Papier,
Gefühlen Form verleihen,
Mehr als nur höfliche Augenzier.

Der Wunsch, er ist nicht teuer
und ich bin nie zu alt.
Es brennt in mir wie Feuer,
mein Anker und mein Halt.

©Eva-Maria Obermann

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