Klima

Durchgerüttelter Sommer, mit Extremen belastet, auf die jeder schimpft. Verwirrende Winter, mit Spitzen besetzt, von allen verhasst. Alles nur, weil das Klima Sein Gleichgewicht verloren hat. Alles nur, weil das Ozonloch wächst, die Polkappen schmelzen und wir dabei zusehen. ©Eva-Maria Obermann

Am Rande der Nacht

Am Rande der Nacht sammelt sich silbernes Mondlicht und zwischen Eulenrufen sucht die Dämmerung einen Weg. Träge liegt das Wolkenmeer und tanzende Sterne spielen die verlorene Melodie der einsamen Träume. Vergessene Wörter lieben sich im Tauwasser und zwischen den Wirklichkeiten lacht das Unmögliche. ©Eva-Maria Obermann

Ruhige Nacht

Die Nacht steckt unter der Bettdecke, lautlos und kalt, und dein Atem geht ruhig. Der Bär duftet nach Lavendel, unter deinem Kissen und die Puppe schaut zu. Die Tür quitscht laut und die Pfoten der Katze tippel über den glatten Boden. In der Ferne fährt ein Auto, der Wind rüttelt …

14.12 – Die Kerzen

Die erste Kerze glüht. Das Gebäck ist gebacken. Der Kaktus blüht. Der Stern hat alle Zacken. Die zweite Kerze brennt. Der Glühwein gekocht. Christkindlein rennt. Ruß ist am Docht. Die dritte Kerze hell. Geschenke verpackt. Katze hat Winterfell. Schneewalzertakt. Die vierte Kerze strahlt. Baum ist geschmückt. Väterchen zahlt, Welt ist …

10.12 – Weihnachtsmarkt

Lebkuchen. Mit Mandeln gekrönt Und Rosinen gespickt. In heiße Milch getunkt, Die noch in den Ecken duftet. Glühwein. In dem Zimtstangen schwimmen und Nelken untergehen. Berauschende Dämpfe steigen Durch alle Ebenen. Kastanien. Im Ofen gebacken Und aufgeritzt. Geröstet. Bis die Schale begierig abplatzt Und die Finger wärmt. ©Eva-Maria Obermann

9.12 – Straßenlaternen am Mittag

Der Mantel bis über die Knie, Straßenlaternen am Mittag, Die Haare platt von der Wollmütze, Dampf aus meinem Mund. Schneekristalle in den Augenbrauen, Schornsteine rauchen laut, Grauer Blick auf den Bahnsteig, Künstliche Kerzen in den Fenstern. Handschuhhand in meiner, Dicke Socken und Stiefel, Ein Weihnachtslied im Kopf Und Creme auf …

Blau und grün

Im Garten steht im blauen Kleid Des Boretschs Töchterlein. Es trotzt dem Regen, trotzt dem Wind. ‘Nein, ich bin gar nicht klein’. Und der Salat von nebenan, Ja, der gefällt mir sehr, Drum blüh ich, was ich blühen kann Und er, er grünt noch mehr. Die Farbe ist doch einerlei …

Mama

Liebe Mütter, die ihr heute gefeiert werdet. Manche Tage sind ungerecht, manche Tage wollen mehr, als ihr geben könnt – und doch schafft ihr es immer wieder. Danke dafür. Das sage ich als Tochter. Euer Lohn mag klein erscheinen, doch ein Kinderlächeln, in dessen Augen die Liebe eines Kindes zur …

andere Gesetzte

Wenn alle meine Träume plötzlich wahr werden könnten würde das Universum enden durch die Aufhebung des Wollens und Lassen Wollens durch die Bedürfnisse aller Augenblicke. Lassen wir die Träume im Schlaf, im Halbschlaf und Denken. Dort herrschen andere Gesetzte. ©Eva-Maria Obermann [follow_me]

Januarsonne

Die Januarsonne träumt von ungefallenem Schnee und noch stehenden Tannen. Handschuhfrei huschen wir zwischen heute und morgen dem Alltag entgegen. Wo blieb die Zeit? Da wir aßen und tranken und sie vergessen haben. Die Januarsonne aber sieht neue Hast und nickt traurig. ©Eva-Maria Obermann