Das Buch der Schurken – Martin Thomas Pesl

Um Das Buch der Schurken von Martin Thomas Pesl konnte ich einfach nicht herumgehen. Der Autor schreibt bereits seit Jahren über literarische Klassiker und nun eben über die Essenz darin. Die Bösen. Mit amüsanten Illustrationen von Kristof Kepler wird das kleine Lexikon vervollständigt. Danke an btb und das Bloggerportal für mein Exemplar.


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Ein Titel, der mich sofort hatte. Die genialsten Bösewichte der Weltliteratur. Da summt bei mir alles: Literaturwissenschaft, Autorenleben, Bücherliebe. Sind es nicht oft die Antagonisten, die eine Geschichte erst richtig bunt und rund machen? Wenn die Krise und die böse Macht stark genug sind, bleiben wir am Ball, bis zur letzten Seite und vielleicht auch darüber hinaus. Die ganz großen Bösewichte machen uns Spaß. Was wäre Star Wars ohne Darth Vader, um ein Beispiel aus einer anderen Richtung zu nennen.

(k)ein Lexikon

In diesem lexikalisch aufgebauten Buch sind nun 100 Bösewichte auf 256 Seiten zusammengetragen. Schon das Vorwort ist aber interessant. Zum Beispiel, dass eine „Frauenquote“ einfach deswegen nicht zu schaffen war, weil die Weltliteratur (auch historisch gesehen) noch immer männlich dominiert ist – und das nicht nur von Autorenseite her, sondern eben auch bei den Schurken. Dass der Autor gerade diesen Punkt anspricht, finde ich wichtig und gelungen. Auch gibt er dem Leser den Tipp, die einzelnen Beiträge nicht auf einmal zu konsumieren, sondern lieber nach und nach. Das hilft, sich zu jedem bösen Wicht ein paar Gedanken zu machen.

Die Superschurken sind dabei nicht immer die Hauptantagonisten der Romane. So wird beispielsweise Dolores Umbrecht dem dunklen Lord vorgezogen. Auch mancher Protagonist selbst muss herhalten. Felix Krull bekommt – völlig zu Recht – einen Platz in der Liga der 100 besten Schurken zugeteilt. Und nicht nur menschliche Bösewichte, sondern auch tierische oder gar ungreifbare werden einbezogen. Eine wirklich bunte Mischung, die Leser das Gruseln lehren und Autoren inspirieren kann.

Ein Buch, das unerlaubt viel Spaß macht: Das Buch der Schurken
die besten Bösen

Denn klar wird beim Lesen des Buches auch, was einen „guten“ Bösewicht ausmacht. Welche Eigenschaften er oder sie haben muss, um vom Leser angenommen und auch dann noch interessant zu bleiben, wenn sein Untergang eigentlich längst in der Vergangenheit liegt. Auch die Varianzen dazwischen werden deutlich. Sehr interessant fand ich auch die zeitlichen Entwicklungen, denn sowohl Bösewichte, die lange vor unserer Zeitrechnung schon Schrecken verbreitet haben, kommen vor, wie ganz aktuelle.

Eine schöne, kleine Sammlung, die natürlich nicht vollständig sein kann, aber neben den großen Namen auch noch Platz für eher unbekannte Schurken lässt. Eine persönlich zu gestaltene Hitliste der fiesesten Gestalten gibt es auch, und so kann das neu erworbene Wissen um Antagonisten auch gleich die eigene Überlegung reizen. Denn wer Dracula eher zum Gähnen findet, schreit vielleicht den grauen Männern auf (und das obwohl die ja nichts anderes als Zeitvampire sind).

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Hey,
super interessante Zusammenfassung zu dem Buch, das muss ich mir unbedingt auch kaufen! Auch der Hinweis auf den Mangel an weiblichen Antagonisten ist sehr wichtig. Ui, da kann ich gar nicht abwarten, darin zu blättern. 🙂
LG, Sabine

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Mit dem Buch liebäugle ich schon länger!

By the way, was nutzt du für die Kommi-Funktion? 😀

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Ahoi Eva-Maria,

die „bunte“ Mischung dieses Buch ist wirklich toll! Ich hatte allerdings so meine Probleme mit dem Schreibstil – auf mich wirkte der aufgesetzt und gewollt witzig ^^

Sonnige Grüße und einen schönen Sonntag noch, Mary
http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2018/02/das-buch-der-schurken.html

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