18.12 Sven Hensel im weihnachtlichen Interview

Sven Hensel ist in – zumindest in meiner Filterblase – jedem ein Begriff. Der junge Autor schreibt nicht nur für sich, sondern führt auch einen wirklich ausgezeichneten Blog übers Schreiben und Autorenleben. Ihn in meinem weihnachtlichen Interview begrüßen zu dürfen, ist eine wahre Ehre. Welche kuriosen Traditionen er pflegt und wie ihr ihn zu Weihnachten glücklich machen könnt, erfahrt hier jetzt.

Autor Sven Hensel (Foto: Edda Klepp)
Schreibtrieb: Noch vor der Buchmesse haben die ersten ihren Kaffee mit Spekulatius genossen. Mittlerweile dröhnt es aus jeder Werbung, dem Radio, den Supermarktregalen. Es weihnachtet. Bei dir auch schon?

Sven: Daheim noch nicht so wirklich, außer dem leckeren Süßkram, den man zur Winterspeckproduktion kauft, aber draußen beginnt für mich die weihnachtliche Stimmung, sobald die ersten Buden des Weihnachtsmarktes eröffnet werden und kurz darauf der Duft von Glühwein in der Luft liegt. Die Leute wirken dann auch immer etwas entspannter und nehmen sich mal etwas Zeit, an den kleinen Hütten auszuharren, sich zu unterhalten und nicht immer nur in aller Hektik in die eigenen Wände zu verschwinden. Ich mag diese angenehme Unaufgeregtheit.

Schreibtrieb: Um richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen, trällere ich mit den Kindern beim Backen „In der Weihnachtsbäckerei“ oder sehe den ersten Harry Potter Film. Die große Halle an Weihnachten … hach. Welche Musik oder welcher Film erinnert dich sofort an Weihnachten?

Sven: Musikalisch wird es sicher „Last Christmas“ oder „Jingle Bells“ sein, aber da bin ich nicht so anfällig. Bei Filmen sind es aber direkt eine ganze Reihe: Wenn z.B. Kevin allein zuhause oder in New York seinen Schabernack treibt, die Grisworlds eine schöne Bescherung haben oder der Grinch seinen Unmut verkündet! Seit einigen Jahren ist auch der Weihnachtsfilm von Bastian Pastewka & Christoph Maria Herbst (“Die Weihnachtsmänner“) eine schöne Tradition und hilft bei der Weihnachtsstimmung!

Schreibtrieb: Um alles mit Zitronat und Orangeat mache ich gerne einen großen Bogen. Welches Weihnachtsgewürz magst du überhaupt nicht?

Sven: Ich kann alles gut vertragen, aber wenn jemand mit Ingwer kommt, muss ich leider Reißaus nehmen. In kleinen Mengen, wenn man es nicht schmeckt, geht es noch, aber je präsenter es ist, umso schneller renne ich.

Schreibtrieb: Seit Mitte Oktober wuseln bei uns zwei kleine Katzenkinder durchs Haus. Auf Lametta werde ich dieses Jahr wahrscheinlich verzichten. Was darf an deinem Weihnachtsbaum überhaupt nicht fehlen?

Sven: Ich freue mich zwar auch über kleine Figürchen am Baum, aber für mich ist eigentlich die Beleuchtung immer am schönsten und wichtigsten. Die erschafft eine besondere Atmosphäre, wenn man abends mit einem Buch und einem Heißgetränk bewaffnet, den anstrengenden Tag ausklingen lässt und vom Licht des Weihnachtsbaums angestrahlt wird.

Schreibtrieb: Mein Mann und ich haben uns zu Weihnachten die Reparatur der Badewannenarmatur gegönnt. Mit welcher großen Kleinigkeit kann man dir dieses Jahr das Weihnachtsfest versüßen?

Sven: Ganz klar Bücher! Solange ich noch in der Wohnung laufen kann, ist noch Platz für neue Schmöker! Alles andere interessiert mich eigentlich nicht. Früher wären es sicher noch Filme & Serien gewesen, aber Dank Netflix & Co ist das nicht mehr der Fall. Am meisten freue ich mich daher, wenn man mir entweder Gutscheine für Buchhandlungen gibt oder mich vorher bittet, eine Liste mit 10-20 Büchern zu erstellen, von denen dann eines oder mehrere ausgewählt werden. Meine Wunschliste freut sich bestimmt über die Entlastung.

Schreibtrieb: Dieses Jahr wird das Weihnachtsessen am ersten Feiertag zum ersten Mal nicht im Wohnzimmer meiner Oma stattfinden. Ich weine jetzt schon deswegen (wirklich!). Welche Tradition aus deiner Kindheit wünschst du dir manchmal zurück?

Sven: Traditionen gab es eigentlich gar nicht, zumindest erinnere ich mich nicht daran. Aber was ich mir wirklich von Herzen wünschen würde: weiße Weihnachten. Letztes Jahr waren es beinahe Frühlingstemperaturen, dass man im T-Shirt am Weihnachtsbaum sitzen konnte und das beeinträchtigt etwas die Weihnachtsstimmung. Deswegen hätte ich gerne endlich mal wieder regelmäßig zu Weihnachten Schnee. Einerseits für mich, andererseits für die Kinder, die dann ebenfalls erleben können, wie toll weiße Weihnachten sind, wenn man z.B. den ganzen Tag draußen war, Schneeballschlachten machte, Schlitten fuhr und abends dann die Bescherung folgt.

Schreibtrieb: Wir sind Buchmenschen und wünschen uns natürlich Bücher unterm Baum. Und wir verschenken sie auch. Welches wirst du dieses Jahr verpacken?

Sven: Das kann ich leider nicht so offen verraten, weil die Empfänger der Geschenke das Interview lesen könnten xD. Aber es wird eine schöne Genre-Mischung sein, so viel kann ich sagen:)! Ich weiß allerdings, was ich mir kaufen werde: ich habe es im letzten Jahr so gemacht, dass ich einen kompletten Amazon-Gutschein in die Unterstützung der SelfPub-AutorInnen auf Twitter investiere:) Das werde ich dieses Jahr auf jeden Fall wieder machen!

Schreibtrieb: Deine Bücher werden bestimmt auch das ein oder andere freudige Strahlen am Weihnachtsabend auslösen. Hat dich das Weihnachtsfest bisher denn auch schon literarisch inspiriert?

Sven: Bisher nicht so wirklich. Ich erinnere mich, wie ich im letzten Jahr um diese Zeit mal die Idee für eine Kurzgeschichte hatte, die mich selbst begeisterte, aber ich habe den typischen Fehler gegangen: Ich habe mich so sehr über die Idee gefreut, dass ich dachte, ich würde sie mir merken können, aber nach einigen Stunden war sie weg. Hätte ich sie mir mal aufgeschrieben! In diesem Winter schreibe ich vor allem an bereits gewachsenen Projekten, damit 2018 und 2019 wieder mehr meiner Geschichten die Wohnzimmer, Lesesessel und Bücherregale erobern können.

Schreibtrieb: Es ist immer wieder großartig, zu sehen, wie vielfältig doch das große Feld der Literatur ist. Apropos: Auf welches Werk von dir dürfen wir uns denn für 2018 schon heute freuen?

Sven: Im kommenden Jahr werde ich meinen ersten Roman veröffentlichen! Nach Theaterstücken, Kurzgeschichten und einer Novelle wird es einfach Zeit, den Roman freizulassen, der bereits seit einiger Zeit fertig in meiner Schublade liegt. Vielleicht gesellt sich dazu gegen Ende des Jahres auch noch etwas dazu, aber das ist noch nicht ganz sicher. Ich freue mich aber auf jeden Fall auf die Reaktionen der LeserInnen auf den Roman! Sowas wird man sicher nicht erwarten!

Was ihr heute gewinnen könnt

Sven hat für euch ein Buch aus seiner Feder eurer Wahl in den Kalender gepackt und wird es dem Gewinner / der Gewinnerin mit einer persönlichen Widmung schmücken. Ich werde grün vor Neid und wünsche euch sehr viel Glück. Da er auch Theaterstücke schreibt, möchte ich für euren Sprung in den Lostopf wissen, welches Theaterstück ihr zuletzt gesehen habt. Natürlich zählt es auch, wenn ihr es in  der Schule gesehen habt oder ihr euch einfach nicht mehr erinnern  könnt. Einfach im Kommentar verraten und meine Daumen sind gedrückt.

Teilnahme ab 18 oder mit Einverständnis eines Erziehungsberechtigten, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt werden. Leser meines Blogs, die mir folgen und teilnehmen, bekommen ein Los extra. Generell habt ihr bei jedem Türchen die gleiche Chance, zu gewinnen. Das Gewinnspiel für den Gewinn zum 18.12.17 beginnt mit diesem Post und endet am 20.12.2017, 23:59.

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Laura

Ich habe zuletzt Hamlet und Coriolanus als Übertragung von National Theatre Live im Kino gesehen.

liebe Eva, danke für das WeihnachtsFragen_Interview – hat Spaß gemacht und deswegen springe ich jetzt in den Lostopf 🙂
Ich habe zuletzt „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ von Eugene O’Neill im Residenztheater gesehen – verstörend, wie immer, aufwühlend, wie immer.

[…] in ihrem wunderbaren Adventskalender nicht nur ganz viele tolle Geschenke verlost, sondern auch ein äußerst sympathisches Interview mit Sven Hensel geführt. Daher auch bei Sven Hensel unbedingt mal […]