Die Widerspenstigkeit des Glücks von Gabrielle Zevin

Eigentlich bin ich ja vorsichtig mit Büchern aus dem Diana Verlag, der eher sogenannte „Frauenbücher“ hat, von denen ich lieber meine Finger lasse. Aber die Beschreibung von Die Widerspenstigkeit des Glücks von Gabrielle Zevin war so interessant, dass ich mich riesig gefreut habe, es lesen zu können. 289 Seiten hat der Roman und gehört absolut zu meinen liebsten Neuerscheinungen, denn er ist erst im Mai 15 veröffentlich worden.

A.J. ist auf dem besten Weg, Alkoholiker zu werden. Seine Frau ist tot und er wäre es auch gerne. Da wird die zweijährige Maya in seinem Laden ausgesetzt. Schon nach einem gemeinsamen Wochenende ist ihm klar, dass er sie behalten will. Seine neue Aufgabe als Papa und die unumstößliche Liebe, die Maya ihm und den Büchern seines Buchlandens entgegenbringt, helfen ihm aus der Krise. Als er dann noch in der Verlagsvertreterin Amelia einen ebenso liebevollen wie faszinierenden Menschen entdeckt, scheint sein Glück perfekt. Doch das Glück ist widerspenstig und lässt sich nicht zähmen.Die Widerspenstigkeit des Glücks

Ich bin begeistert. Verschlungen habe ich das Buch, jede Seite, jedes Wort. Ich bin verliebt in dieses Buch und habe schon von einer eigenen Buchhandlung geträumt (jaja^^). Ein absolutes Lese-Muss für alle Bibliophilen und Leseratten. Lasst alles liegen, LEST DIESES BUCH.

Ja, die Handlung ist schön, traurig, spannend, herzergreifend. Ich fieberte mit, wie selten. Ich war auf A.J. Seite und auf Mayas, auf Amelias und auf der Seite des Buchladen. Ich hatte das Buch in einem Tag durch und weiß, es wird mich ewig begleiten. Es passt einfach alles zusammen. So schrecklich manche Momente sind, so klar gehören sie doch dazu. Realistisch, literarisch.

Der Stil ist absolut genial. Ein Lob an Renate Orth-Guttmann, die Übersetzerin, das so ins Deutsche gebracht zu haben. Immer wieder verweist die Autorin auf Schreibstile und geht darauf ein, um sie wenige Seiten später selbst zu nutzen, oder im Verlauf des Romans. Sie zerlegt die Tricks der Autoren und der Buchwelt, ohne sich davon zu lösen. Sie zeigt die Welt hinter den Buchdeckeln, hinter den Lesungen auf, gibt einen beeindruckend kurzweiligen Ausblick in Verkaufsstrategien und Buchhandelswesen. Ja, nur ansatzweise, aber dafür umso interessanter. Außerdem werden nicht nur immer wieder Bücher zum Thema gemacht, auch die Kapitel sind nach Büchern benannt, die A.J. seiner erwachsenen Tochter empfiehlt. Noch nie ist meine Leseliste so gewachsen, wie beim Lesen dieses Buches.

Noch dazu ist die Verortung des Buches auf einer relativ schwer erreichbaren Insel geradezu malerisch – und Gott sei Dank gibt es keine Vampire dort^^. Und wirklich bemerkenswert ist, wie das Kind Maya nicht nur für eine Verbesserung in A.J. Leben sorgt, sondern auch die Bücher selbst in einem neuen Licht erstrahlen lässt. Dieses Kind, das Bücher mehr mag als andere Kinder und wegen der die Erwachsenen immer wieder in den Buchladen kommen und schließlich auch Bücher kaufen.

Ein wirklich gutes Buch, eine tolle Geschichte, eine fantastische Umsetzung. Ein wahrer Lesegenuss und ein neuer fester Platz auf meiner Lieblingsbücherliste.

 

Kommentare

  1. Huhu, zwar bin ich schon das eine oder andere Mal über dieses Buch gestolpert, aber hab irgendwie noch nie einen zweiten Blick riskiert. Doch dann hab ich irgendwie deine Rezi gelesen und sie hat mich nicht mehr losgelassen. Das Ende vom Lied: das Buch steht jetzt auf meiner WuLi und du bist daran schuld 😀
    Nein Spaß beiseite: vielen Dank für diese tolle Rezi

    Viele liebe Grüße, Nelly

Ich freu mich über eure Meinungen