Chaos ist ein griechisches Wort – Melitta Kessaris

Zu unserem Rom-Urlaub nahm ich ausgerechnet ein Buch über Griechenland mit. In Chaos ist ein griechisches Wort hat die Autorin Melitta Kessaris Anekdoten und Geschichten aus ihrer Heimat gesammelt. Ursprünglich aber kommt die Autorin aus Österreich, heiratete dann einen Griechen und berichtet gerne mal vom Leben in Athen.

Wie Plaudereien wirken die kurzen Geschichten. Aus einer anderen Welt und manchmal auch einer anderen Zeit. Die Schuldenkrise kannte das Buch noch nicht, die griechischen Beamten werden gezeichnet und gezeigt, wie die Autorin sie selbst erlebt hat. Ob das Straßenrennen mit dem Polizisten oder die Vermählung der Haushaltshilfe, alles ist gemütlicher Plausch. Man hört gern zu, man liest gern, so zwischendurch.

Melitta Kessaris sieht die Fremdheiten des Landes, in dem sie lebt und das sie liebt. Sie zeigt sie auf, mit Humor und Verständnis. Gute wie schlechte Seiten kommen hier zusammen. Aberglaube, historische Fakten, Unglaubliches, Erzählenswertes. Weil sie sich nicht nur auf Familiengeschichten oder Reiseberichten, auf Kuriositäten oder harten Fakten ausruht, sondern mischt, mengt und abwägt, was wie geschrieben werden kann, ist Chaos ist ein griechisches Wort unterhaltsam. Andere Länder, andere Sitten, und diese Sitten sind für den Außenstehenden oft seltsam, werden aber klar, wenn sie von innen beleuchtet werden.

Als Urlaubs- und Strandlektüre, für Zwischendrin eben, auf kurzen Zugstrecken und für Badenachmittage, an denen man nur kurz mal in ein Buch schauen will ist Melitta Kessaris‘ Chaos ist ein griechisches Wort bestens zu empfehlen. Wer sich mit der griechischen Kultur außeinandersetzten will oder Berichte zur Griechenland der Schuldenkrise sucht wird hier nicht fündig. Und wer sich ganz in ein Buch verlesen will sollte vielleicht eher zur Ilias-Parodie der Autorin greifen. Ilias light heißt das 320 Seiten umfassende Werk.

Ich freu mich über eure Meinungen