Blogtour: Rubinmond – Der rote Mond

Herzliche Willkommen zum zweiten Tag der Rubinmond-Blogtour. Nachdem euch gestern der Roman vorgestellt wurde, beschäftige ich mich heute quasi mit dem Leitmotiv des untypischen Vampirromans. Morgen geht es dann um Seelenwächter und Vampire.

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Im Roman ist er namengebend und mysteriös: der rote Mond. Als Blutmond wird er auch gern bezeichnet, Nadine Stenglein formte mit dem Begriff Rubinmond einen Ableger, der sich durchaus vom realen Phänomen unterscheidet. Aber von Anfang an.

Tod und Leben
Auch ohne Rot beliebtes Motiv: der Mond (Foto: skeeze / pixabay.de)
Auch ohne Rot beliebtes Motiv: der Mond (Foto: skeeze / pixabay.de)

„Unter allen Naturerscheinungen wurde wohl der Mond am meisten von Mythos und Poesie umworben, seine Beziehung zum Menschen nach vielen Seiten hin ausgedeutet“, schreibt Elisabeth Frenzel auf S. 547 der Motive der Weltliteratur (Stuttgart, Kröner 1992). Dabei kann er positive Assoziationen wecken, Liebenden die Nacht erhellen, für Fruchtbarkeit und Leben stehen. Aber auch das Düstere, Gefährliche und Tödliche steckt im Mythos des Mondes. Er ist in unserer Vorstellung wandelbar, kann zu- und abnehmen, voll sein oder sogar „verschwunden“. Neben dem Aspekt des Göttlichen, der dem Mondmythos anhaftet, spielt er gerade in der Moderne und Postmoderne in Zukunftsvisionen eine große Rolle.

„Vampirzunge“
Vampire und der rote Mond (Foto: geralt / pixabay.de)
Vampire und der rote Mond (Foto: geralt / pixabay.de)

Auch ohne rötlichen Schimmer kann der Mond also für eine Gefahr stehen. Frenzel weißt weiter auf S. 557 darauf hin, dass bereits Annette von Droste-Hülshoff, die einzige Frau, die es je auf einen DM-Schein geschafft hatte, dem Mond eine „Vampirzunge“ zugesprochen hatte, was ich in Bezug auf Nadine Stengleins Vampirroman geradezu wegweißend finde. Heym schließlich dichtet dem Mond einen Blutdurst an (ebenfalls auf S. 557 zu finden) und 1914 beschreibt Kanehl den Mond „rot umrandet, gequält, wie ein entzündetes Auge“ (S. 558), Becher schließlich spricht ihn „O roter Mond“ (auch S. 558) an, was eindeutig zeigt, dass hier nicht mehr der „alltägliche“ silbrige Mond gemeint ist, sondern ein ganz anderer. Ein roter Mond.

kein Mond – roter Mond
Kein Mond? Roter Mond! (Foto: ulrikebohr570 / pixabay.de)
Kein Mond? Roter Mond! (Foto: ulrikebohr570 / pixabay.de)

Der rote Mond ist im Grunde nichts anderes als eine absolute Mondfinsternis. Ein Schauspiel, das selten zu beobachten ist und darum schon immer mystisch belegt war. Partielle Mondfinsternisse sind relativ häufig. Bei der totalen Mondfinsternis aber tritt der Mond in den Erdschatten und die Erdatmosphäre bricht Sonnenlicht in den Schattenkegel hinein. Dabei wird vor allem das langwellige Licht gebrochen – das rote. Und schon sehen wir einen Blutmond. Etwa alle zwei Jahre ist so ein Blutmond zu sehen – je nach Tageszeit und Wolkendecke ist er auch wirklich zu erkennen. 2018 soll die nächste totale Mondfinsternis in Mitteleuropa wieder zu sehen sein. Also in zwei Jahren aufpassen und Teleskope zücken.

Doppelbild
Gefährlich rot (Foto: unsplash / pixabay.de)
Gefährlich rot (Foto: unsplash / pixabay.de)

Im Roman aber tritt der Blutmond noch öfter auf und ist dabei auch noch gefährlicher. Er wird von den Vampiren beeinflusst und wirkt auf deren Opfer, so dass die Blutsauger leichtes Spiel haben. Für Faye wird er aber auch zum Warnsystem. Rot als Warnfarbe ist immerhin nicht unbekannt und in Verbindung mit der Wirkung, die der rote Mond hat, irgendwie zu einem Paradox geworden. Er warnt und beeinflusst sie gleichzeitig als Opfer. Eine tolle Doppeldeutigkeit, die auch dem Titel Tiefe verleihen. Wenn ihr wissen wollt, wie, müsst ihr nur ins Buch lesen. Oder ihr macht mit beim

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Ihr könnt bei dieser Tour ein signiertes Printexemplar von Rubinmond gewinnen oder 7 x zwei signierte Autogrammkarten. Dafür müsst ihr mir in einem Kommentar verraten, was der (rote) Mond für euch bedeutet – welche Assoziationen er weckt, an was ihr denken müsst, wenn ihr von ihm hört, lest oder ihn seht. Denkt auch daran, bei den anderen Stationen vorbei zu schauen, um eure Chancen auf einen Gewinn zu erhöhen. Dafür gibt es jetzt noch schnell den Fahrplan:

1 Tag – mein Bücherparadies
2 Tag – hier auf Schreibtrieb – der Buchblog
3 Tag – der Bücherfuchs
4 Tag – Bücherleser
5 Tag – Bücherjunkie
6 Tag – Ricas fantastische Bücherwelt
7 Tag – Babsleben
8 Tag – Auslosung auf allen Blogs

Teilnahmebedingungen

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel wird von CP – Ideenwelt organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht bei CP-Ideenwelt melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn.
Das Gewinnspiel endet am 10.10.2016 um 23:59 Uhr.

Kommentare

  1. Jenny Siebentaler

    Morgen 😀
    Der Rote Mond ist für mich wie ein Sonnenuntergang- als Blutrote Kugel, wie sie nach unten singt und scheint so zu erlöschen! 🙂
    Und auch an Vollmondnächte in einer anderen Welt in der Vampire und Werwölfe ihr unwesen treiben stelle ich sie mir als Kraft und Energie Punkt vor. 😉

    VLG Jenny
    jspatchouly@gmail.com

  2. Ich finde den Mond, wenn er als Vollmond am Himmel steht stets magisch und mystisch zugleich. Er wirkt eine faszinierende und geheime Magie auf mich aus… Generell bin ich mondfühlig und meist schon 2-3 Tage vor Vollmond komplett unruhig und finde keinen Schlaf. Mythen, Sagen und Legenden rund um den Mond finde ich daher besonders faszinierend und in Geschichten in Verbindung mit allerlei Wesen einfach wunderbar!
    Der Blutmond an und für sich ist zwar faszinierend zu beobachten, wirkt aber auch ein wenig unheimlich …

    Liebe Grüße
    Elchi

  3. Hallo Eva 🙂

    Liebsten Dank für die Erläuterung zum Mond. Es ist echt faszinierend, was man alles mit dem Mond und seinen verschiedenen Formen (ab – und zunehmend und der Farbe) in Verbindung setzt.

    Ich persönlich schlafe bei Vollmond immer sehr schlecht, bin da irgendwie immer sehr aufgedreht und wälz mich dann hin und her. Ansonsten verbinde ich mit dem Mond Schatten, Vergangenheit, Dunkelheit, auf der anderen Seite Sanftheit und diesen nächtlichen Glanz, der die Umgebung so weich zeichnet, dass man fast meint, man wäre in einem eigenen Film gelandet ^-^
    Den roten Mond finde ich faszinierend *_* Da kann man ihm so viel andichten… Die Zeit, in der alle Werwölfe den Verstand verlieren, die Engel weinen oder die Mondgöttin Artemis nach einer Schlacht blutend, aber erfolgreich zurück in ihren Palast kehrt 🙂

    Liebste Grüße
    Diana aka Lizzy

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  5. Pingback: [BT: "Rubinmond" | Tag 6] Hypnose - Die fantastische Bücherwelt

  6. Michelle

    Huhu Eva,

    wenn ich ehrlich bin habe ich mir noch nie Gedanken über den Blutmond gemacht. Wenn meine Hunde komisch drauf sind schieben wir es immer auf den Vollmond ^^

    Bei Blutmond denke ich an Blut,Rot, Mord

    Ein sehr interessanter Beitrag vielen dank 🙂

    Liebe Grüße Michelle

Ich freu mich über eure Meinungen