Reine Kopfsache von Isabella Muhr

Reine Kopfsache!?? ist das Debüt von Indie-Autorin Isabella Muhr mit 452 Seiten, eine Liebesgeschichte mit Selbstfindungsthema.
Lilith ist überglücklich, als ihr Freund Sebastian ihr einen Heiratsantrag macht. Doch schnell kommen ihr Zweifel. Ist das wirklich das, was sie will? Oder möchte sie doch lieber studieren und ihrem Leben einen neuen Sinn geben. Schnell ist für Lilith klar: so kann es nicht weitergehen. Sie flüchtet und hofft, so glücklich zu werden.
Ein eher kurzer Plot, bei dem schnell die Frage aufkommt, warum mehr als 450 Seiten verwendet werden, ihn zu erzählen. Tatsächlich ist das Buch oft langatmig, die Handlung träge und die Spannung unter dem Nullpunkt. So wirklich kam ich dann auch gar nicht rein. Lilith ist wie das Fähnlein im Wind, wird von jeder Nachricht in die Arme ihres Verlobten oder aus ihnen hinaus getrieben. Was sie wirklich will, weiß sie nicht. Stattdessen folgt sie dem ehemaligen Traum ihrer Schwester, zu studieren. Tatsächlich ist ihre Schwester mittlerweile als berufstätige Mutter glücklich und zufrieden. Lilith dagegen findet sich in keiner Rolle zurecht.
Wirklich schlimm war für mich dann, als sie nach Berlin zum Studieren zieht und als eine ihrer ersten Handlungen dort anfängt, sich übers Internet zu verabreden. Verzweifelt versucht sie, den idealen Partner zu finden und definiert sich immer wieder über die Männer, die ihr dabei über den Weg laufen, anstatt wirklich nach sich selbst zu suchen oder sich zu finden. Das Ende ist dann so fadenscheinig wie nichtssagend. Denn eigentlich kommt Lilith keinen Schritt voran und ich ahne, dass die nächste kleine Krise sie wieder zusammenbrechen lässt. Reine Kopfsache natürlich.
Der Stil ist dabei als kleiner Lichtblick wirklich nicht schlecht. Die Figuren überzeugen gut gezeichnet und lebensnah. Allein das kann für mich aber die Mängel nicht überdecken. Schade, aber ein glatter Reinfall aus meiner Sicht. Ich denke, die Autorin wollte zu viel und hat sich mit Kürzungen schwer getan. Der psychologische Einblick ist meiner Meinung nach dann auch eher dürftig und da Lilith für mich zu keinem Ziel kommt, auch wenig gewinnbringend.

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