Die Frauen von Pasdan von Gisbert Haefs

Science Fiction ist ein kleines Steckenpferd von mir. Schuld daran gebe ich meiner Mutter, die mich mit Star Trek und Star Wars (tatsächlich mit beidem) hat aufwachsen lassen. Auch heute sehe und lese ich gerne futuristische Geschichten. Als dotbooks darum sein neues Programm vorgestellt hat, hat mich Die Frauen von Pasdan (420 Seiten) besonders interessiert. Noch dazu wird schon in der Buchbeschreibung von dem Matriachat, dem sich der Protagonist entgegenstellen muss, geschrieben. Und Mütter in der Literatur lassen mich einfach nicht los (noch so ein Steckenpferd).

Dante Barakuda ist als Sicherheitsbeauftragter auf dem entlegenen Planeten Shilgat stationiert. Er nimmt seinen Beruf gleichzeitig erstaunlich ernst und erstaunlich locker. Und er liebt den Planeten, interessiert sich für seine Besonderheiten und Mythen. Manches lässt ihn den Kopf schütteln, anderes erstaunt und beflügelt ihn. Vertrautes und Ungewohntes vermischt sich.

Als Karawanen überfallen werden, geheimnisvolle Kästchen auftauchen und Kontrollformulare verloren gehen, muss Barakuda ein Rätsel entwirren, dass ihn in die unterschiedlichsten Richtungen zieht und schließlich auch zu den Müttern. Sein Weg ist dabei weder geradlinig, noch so verworren, wie es dem Leser zunächst scheint. Barakuda stolpert, aber er stoplert gezielt.

Gisbert Haefs hat einen kurzweiligen Krimi in eine futuristische Welt verlagert. Zum Glück hält er sich kaum auf mit technischen Details, sondern nur soweit, wie es auch die Geschichte vorantreiben kann. Dass der Leser dabei manchmal weniger weiß als Barakuda selbst, ist nur gut, denn so kann er selbst kombinieren und sich dennoch noch durch die Aufdeckungen Barakudas überraschen lassen.

Neben der kriminalistischen Aufklärungsgeschichte geht es auch um die Kritik an Kolonialisierung, sowie an fanatischen Überzeugungen. Obwohl Barakuda die Hauptfigur ist, ist er keineswegs allzeit der Überlegenere. Er ist auf die Hilfe der Shil-Fürsten angewiesen, sowie auf die der Gouverneurin. Er macht Fehler und wird verletzt. Dadurch wird er menschlich und glaubwürdig.

Besonders auffallend ist hierbei, dass Shilgat seine einst hohe Technologie abgelegt hat. Das Science-Ficiton-Motiv wird dadurch weitergeführt als bis zur Technologisierung des führenden Commonwealth. Sehr gelungen ist auch, dass Gut und Böse keine absoluten Vorstellungen sind, sondern Schattierungen bestehen. Auch die Mütter sind nicht per se böse, sondern es gibt eine Erklärung. Das Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Gesellschaft ist entscheidend.

Erstmals veröffentlicht wurde die Geschichte 1986 unter dem Titel „Die Mördermütter von Pasdan“. Für dotbooks ist es vom Autor selbst überarbeitet worden. Gisbert Haefs schreibt außerdem erfolgreiche historische Romane und arbeitet auch als Übersetzter.

Kommentar

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