Das Stillbuch von Hannah Lothrop

Das Stillbuch bekam ich von meiner Mutter zur Geburt meines ersten Kindes. Im Nachhinein hätte ich auch vorher gerne mal hinein geschaut, was ich jetzt tun konnte. Denn das Buch behandelt durchaus auch die Schwangerschaft und die Vorbereitungszeit aufs Stillen. Zu aller erst aber gibt die Autorin Informationen über das Stillen. Wie es früher war, wie sie es selbst erlebt hat, welchen Wandel das Stillen in den Augen der Gesellschaft durchgemacht hat, wie es heute (oft) ist. Und dabei geht sie natürlich auf alle Puntke ein, die für das Stillen sprechen.

Da für mich schon immer klar war, dass ich meine Babys auch stillen will, war der Aspekt nie von Bedeutung. Ich kenne auch die Punkte dafür, und manche, die dagegen angeführt werden, auch wenn viele davon veraltet sind. Ich weiß um die bessere Mutter-Kindbinung wegen der höheren Ausschüttung von Oxytocin, um die Verringerung des Brustkrebsrisikos, dem Immunschutz für das Neugeborene, den positiven Effekt auf die Figur der Mutter, alle Studien, die sagen, dass Kinder, die gestillt werden seltener Allergien bekommen, schlauer werden oder selbst seltener Übergewicht bekommen. Der wichtigste und ausschlaggebendste Grund für mich war aber mein Bauchgefühl, dass sich da rein auf die natürlichen Millchquellen in mir verlassen hat. Das ist das, was zählt, denn wer ein schlechtes Bauchgefühl beim Stillen hat, wird so oder so Probleme damit bekommen.

In Das Stillbuch gibt es dazu echte kleine Anekdoten, auch oft von der Autorin selbst. Etwa, wie sie nach der Geburt ihres Kindes in Amerika die ersten Tage erlebt hat und welchen Unterschied sie bei ihrem zweiten Kind erkannte. Solche Geschichten beruhigen, klären auf und führen die Mutter an das Thema heran. Denn später wird es schon fast lehrbuchhaft.

Dann geht es um Ernährung, Brustentzündungen, Hohlwarzen, sonstigen Beschwerden, Krankheiten, Hausmittel, die richtigen Griffe und Kniffe. Dabei bleibt auch der Autorin wichtig, dass die Mutter und ihr Bauchgefühl entscheidend sind. Der einen hilft das, der anderen dieses und die dritte kann damit überhaupt nichts anfangen. Und irgendwie beruhigt diese Vielzahl an Möglichkeiten. Sie verleitet zum Ausprobieren und selbst kreativ werden. Es führen eben viele Wege nach Rom.

In Das Stillbuch kann eine Mutter immer mal wieder hineinschauen. Vor der Stillzeit, währendessen und auch ruhig mal danach. Es wird immer wieder aktualisiert, damit es auch wirklich die neusten Ergebnisse vorzeigen kann und ist seit Jahrzehnten eigentlich ein geniales Nachschlagewerk für stillende Mütter und alle, die es werden wollen. Es begleitet durch eine Zeit, in der vieles Selbstverständlich scheint und doch oft Fragen aufkommen. Und es kann vielleicht auch mal als Ratschlagewerk für Freundinnen oder gar die eigenen Töchter genutzt werden.

Kommentar

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