Essenz der Götter – Martina Riemer

Ich bin ja schon zu einer kleinen Anhängerin der Impress-Titeln geworden. Und da ich außerdem ein Mythen-Sammler bin, habe ich mir recht schnell Essenz der Götter von Martina Riemer mit 430 Seiten angelacht und nach einem kurzen Reinlesen erst mal wieder abgebrochen. Da unsere April-Nebenaufgabe aber einem abgebrochenen Buch eine zweite Chance geben sollte, habe ich es mir noch einmal vorgenommen.
Loreen ist nicht sonderlich erstaunt, als drei Fremde sie aufspüren und ihr erklären, sie sei eine Nachfahrin von Göttern, denn sie hat schon immer gewusst, dass sie anders ist. Schnell ist sie bereit, mit ihnen zu gehen, ändert ihre Meinung aber, als ihr Jugendfreund mit einem Verlobungsring vor ihr auftaucht. Jahre später findet sie sich dennoch im Lager der Divinus wieder und lernt, ihre neue Familie bis in den Tod zu verteidigen. Außerdem ist da noch Slash, der ihr schon damals die Augen verdreht hat und jetzt ihr Kampfpartner werden soll – und Vater ihrer Kinder. Doch in Loreen schlummert mehr, als sie bisher geahnt hat.
Zunächst mal: Der Plot ist eigentlich ziemlich gut. Ein paar Wendungen finde ich persönlich überflüssig und fast schon nervig, aber im Grunde wäre daran nichts, was ich groß aus zu setzten hätte. Ich finde es sehr gut, dass die Protagonistin relativ selbstbewusst ist und die neue Situation nicht zickig angeht. Es gibt (fast) keine Schulszenen und der Großteil der Handlung spielt, wenn Loreen bereits 21 ist, was mir wirklich gut gefallen hat. Sie ist tatsächlich schon eine junge Frau und kein Kind mehr, steht mit beiden Beinen auf dem Boden und hat ziemliche Schicksalsschläge verwunden.
Was mich aber schon beim ersten Mal vom Weiterlesen abgehalten hat und es mir auch beim zweiten Versuch erschwert hat, ist der Stil. Ich kann es noch nicht einmal 100ig benennen, aber da ist eine gewisse Distanz zu den Figuren, die aus meiner Sicht einfach nicht aufgehoben werden konnte. Eine leichte Oberflächlichkeit, die mich einfach nicht ganz eintauchen lässt und nur selten durchbrochen wird. Gerade die Einführung am Anfang ist relativ fade und nicht wirklich spannend. Im Lager der Divinus wird es dann etwas besser, aber auch hier wurde ich mit den Figuren einfach nicht so richtig warm. Die Charaktere drehen sich im Kreis und die wechselnden Erzählsichten erschaffen zusätzlich zwar unterschiedliche Sichtweisen, im Grunde aber leider keine runde Erzählung.
Wie gesagt, die Handlung selbst hatte durchaus ihre Vorzüge, aber ich hadere noch mit mir, ob ich den zweiten Band, der noch dieses Jahr erscheinen soll, wenn ich mich nicht irre, auch lesen werde.

Kommentar

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