Der Schicksalsträger (Verweigerung) – Celeste Ealain

Nach ihrem Prequel Dem Schicksal sei untreu startet Celeste Ealein mit Der Schicksalsträger – Verweigerung vollends in ihre Schicksalsträger-Reihe. 264 Seiten hat das Buch aus dem Selbstverlag.

Cattleya hat in ihrem Leben einiges durchmachen müssen und noch immer leidet sie darunter. Seit ihrer Scheidung will sie von Männern nichts mehr wissen. Am liebsten würde sie ihre Gefühle alle für immer wegsperren. Und genau das muss ihr Schicksalsträger verhindern. Denn Cattleyas Schicksal ist es, sie wieder zu verlieben und glücklich zu werden. Dem richtigen Mann ist sie schon begegnet.

Aber Cattleya ist stur und ängstlich. Den letzten Weg, sie an all das zu erinnern, was sie aufgeben will, sieht ihr Schicksalsträger darin, in ihre Träume zu kommen. Und die werden schnell immer realer. Bald dreht sich Cattleya der Kopf wegen des Mannes, den sie nachts spürt. Und der Schicksalsträger weiß, dass genau das falsch ist.

Interessant ist die Vorstellung des Schicksals im Roman. Es ist einerseits ein fest gespannter Faden, der aber noch von den Menschen gefestigt werden muss. Gleichzeitig ist es wandelbar, kann also neue Wege gehen und ist nicht in Stein gemeißelt. Klingt irgendwie paradox für mich, auch weil ich dann den Sinn der Schicksalsträger nicht mehr so ganz sehe. Denn wenn das Schicksal fest wäre, bräuchte es keine Wächter dafür. Wenn es ohnehin wandelbar ist, warum will dann jemand mit aller Macht dafür sorgen, dass festen Bahnen eingehalten werden?

Gut fand ich Cattleya, ihre Zerrissenheit und den inneren Konflikt. Sie leidet unter ihrer Vergangenheit und kann nicht mir ihr abschließen. Gleichzeitig hat sie noch immer Gefühle für ihren Ex. Die Begegnung mit dem Schicksalsträger bringt sie vollends aus der Fassung. Sie weiß nicht mehr, was sie tun soll. Aber sie weiß genau, was sie will.

Die anderen Figuren wirken leider sehr farblos. Der Leser erfährt in einer Nebenhandlung, wie der Schicksalsträger zu seiner Aufgabe kam und welchen Weg der Mann geht, in den sich Cattleya verlieben soll. Aber viel Tiefe kommt dabei nicht auf.

Der Stil bleibt dabei oberflächlich. Es gibt immer wieder sehr gelungene Passagen, die neugierig machen und toll zu lesen sind. Aber leider stehen daneben oft Teile, die nicht so ganz durchdacht sind und denen es an Ausarbeitung fehlt.

Trotz der sehr interessanten Idee und der gut gelungenen Protagonistin konnte mich Verweigerung leider nicht richtig packen.

Ich freu mich über eure Meinungen