Zweiundzwanzigster Dezember: Das weihnachtliche Interview mit Bettina Belitz

Ihre Bücher sind phantastisch, selbst wenn sie keine Fantasy-Bücher sind. Bettina Belitz hat sich längst in die Herzen ihrer Leser geschrieben und ist dieses Jahr mit ihrem eigenen kleinen literarischen Adventskalender eine tägliche Freude. Dass sie auch in Mannheim studiert hat (zumindest zum Teil) und aus meiner Region kommt, freut mich fast so sehr, wie dass sie mir im weihnachtlichen Interview nicht nur ein paar Geheimnisse zu ihrem neuen Roman verraten hat, der nächstes Jahr erscheint, sondern auch, warum ich auf ihren Metabolismus furchtbar neidisch bin.

Photo: Fabian Stürtz

Schreibtrieb: Überall Schokoladennikoläuse, gebastelte Weihnachtssterne und ein Kopf an Kopf Rennen zwischen „Last Christmas“ und „Jingle Bells“. Wie stehst du zu dem ganzen Weihnachtsrummel?
Bettina Belitz: Ich lasse ihn möglichst tiefenentspannt an mir vorüberziehen und erfreue mich an den Lichtern in der Dunkelheit, wenn ich abends über die Landstraßen fahre und die geschmückten Häuser sehe. Meiner Meinung nach müssen Lebkuchen und Plätzchen nicht schon im September im Supermarkt stehen, aber es liegt ja an einem selbst, ob man sich an diesem allgemeinen Frühstart beteiligt oder nicht. Inzwischen bin ich sehr geübt darin, diese Waren beim Einkaufen friedvoll zu ignorieren und erst im November meine ersten Lebkuchen zu kaufen. Dafür esse ich die dann auch mit Hingabe. 😉

Schreibtrieb: Und bei den ganzen Leckereien fällt es schon mal schwer, sich zurückzuhalten. Welches ist dein Lieblingsweihnachtsplätzchen?
Bettina Belitz: Ich gehöre ja den Naschkatzen, die eher zu wenig auf den Rippen haben und daher tüchtig zulangen dürfen. Die besten Plätzchen sind immer noch die selbst gebackenen – und darunter liebe ich die Terrassenplätzchen nach Omas altem Rezept am meisten. Die Kombination von feinem Butterteig, Gelee und Glasur versetzt mich sofort in weihnachtliche Stimmung.

Schreibtrieb: Hast du denn ein Lieblingsweihnachtslied oder –gedicht, das dich so richtig in weihnachtliche Stimmung versetzten kann?
Bettina Belitz: Was das Radioprogramm betrifft, so hat der Klassiker „Feliz Navidad“ das Potenzial, mich laut singend durch die Wohnung tanzen zu lassen. Er ist so schön fröhlich und unbeschwert. Unter den geistlichen Werken gehören das Weihnachtsoratorium von Bach und die Wassermusik von Händel zu der favorisierten Weihnachtsmusik. Das liegt sicherlich auch daran, dass ich einige Stücke aus dem Weihnachtsoratorium schon selbst im Chor gesungen habe. Aber auch „Stille Nacht, heilige Nacht“ hat seine ganz eigene Magie – vor allem dann, wenn es aus vielen Kehlen gesungen wird.

Schreibtrieb: Wie verbringst du in der Regel den Heiligen Abend? Unter Freunden oder doch klassisch mit der Familie?
Bettina Belitz: Das entscheide ich jedes Jahr nach Stimmung, Arbeitsbelastung und anderen Faktoren. Ich habe mir abgewöhnt, zu hohe Erwartungen zu pflegen. Was für mich allerdings fest dazu gehört, ist ein Abstecher bei meinem Pferd und seinen vierbeinigen Stallkollegen an Heiligabend. Letztes Jahr habe ich außerdem einen Weihnachtsausritt gemacht – nur mein Pferd und ich im sturmzerzausten Wald, der sein ganz eigenes Weihnachtswunder erzählte. Ich mag es, an diesen Tagen in die Stille zu gehen, nach innen zu lauschen. Dabei bin ich natürlich im Herzen immerzu mit meiner Familie und meinen Freunden verbunden.

Schreibtrieb: Die Geschenke unter dem Baum stapeln sich und die Vorfreude wächst. Was wünschst du dir dieses Jahr besonders?
Bettina Belitz: Frieden. Das meine ich durchaus global. Wenn jeder bei sich selbst anfängt, in den Frieden zu gehen, ist schon viel getan.

Schreibtrieb: Und welches Buch (das nicht von dir ist) würdest du als Weihnachtsgeschenk empfehlen?
Bettina Belitz: „Das Blubbern von Glück“ von Barry Jonsberg.

Schreibtrieb: Hat dich das Fest der Liebe denn auch schon einmal zu einem literarischen Erguss inspiriert?
Bettina Belitz: Ja, natürlich. „Vor uns die Nacht“ beginnt an Heiligabend – und das ist kein Zufall. Die Tage rund um Weihnachten und Silvester haben es in sich. 😉 Gerade durch die hohen Erwartungen brechen an diesen Tagen oft Emotionen auf und die Menschen sind sehr dünnhäutig. Auch der zweite Band meiner „Luzie & Leander“-Reihe beginnt in der Weihnachtszeit – und Luzie erlebt dank Leander das denkwürdigste Weihnachten ihres bisherigen Lebens. Leander selbst fühlt sich durch den Weihnachtsgottesdienst und das Singen der Menschen in der Kirche so gerührt, dass er seine ersten menschlichen Tränen vergießt.

Schreibtrieb: Auf welches Buch von dir dürfen sich die Leser schon jetzt freuen, obwohl es erst im nächsten Jahr erscheint?
Bettina Belitz: „Mit uns der Wind“ – mein neuer Liebesroman bei script5, der im März erscheint. Er erzählt, wie die 18-jährige Mona unter 80.000 Festivalbesuchern den einen Mann sucht, in den sie sich verliebt hat – doch sie „kennt“ Adrian nur aus dem Internet und er weiß nichts von ihr und ihren Gefühlen. Was sich bereits unmöglich anhört, ist für Mona mit zusätzlichen Herausforderungen verbunden, denn sie ist Narkoleptikerin und fällt bei starken Gefühlen regelmäßig von einer Sekunde auf die anderen in den Tiefschlaf. „Mit uns der Wind“ ist ein Buch, das von den Flügeln erzählt, die uns die unendliche Kraft unseres Herzens verleiht. Ich freue mich darauf, es bald in den Händen halten zu dürfen und hoffe, dass Mona und Adrian bei ihrem Abenteuer von vielen Lesern liebevoll begleitet werden.

Bei so einer tollen Autorin darf eine Buchverlosung natürlich nicht fehlen. Darum könnt ihr heute bei mir den ersten Band der Luzie und Leander – Reihe, verflucht himmlisch, gewinnen. Dafür müsst ihr nur am 22.12.14 diesen Beitrag zwischen 00:01 und 23:59 kommentieren – schon seid ihr im Lostopf. Viel Glück, viel Spaß und bis morgen.

Kommentare

  1. Rose

    Hallo Eva, oh ich bin die Erste….
    ein wunderschönes Interview und sehr informativ. So lernt man immer neue Autoren und „ihre Geheimnisse“ kennen. Ich finde das Gespräch sehr informativ und habe mir den Namen der Autorin und ihr neues Buch notiert.So einen Wind, der uns mit seinen Flügeln, die unendliche Kraft unseres Herzens verleiht, könnte ich auch ab und an gebrauchen.
    Ich wünsche dir und deinen Lieben einen wunderschönen Tag.
    Danke für das Türchen.
    LG Rose

  2. Jutta

    apropos: hier bei uns gibt es schon kaum noch Plätzchen und Lebkuchen und ich glaube entgegen meiner Meinung auch :D, dass ich nächstes Jahr wohl doch schon im September zuschlagen sollte :).

    Schönes Interview und sicher ganz tolles Buch. Eine schöne Woche wünscht Dir
    Jutta

  3. Uta Weisskopf

    Habe mich gefreut, durch dein Interview mal wieder was von Tina zu hören bzw. zu lesen. Ihr Auftritt im Club Ebene Eins in diesem Sommer hat mir sehr gut gefallen. Sie kann nicht nur wunderbar erzählen in ihren Büchern, sondern druckreif frei sprechen.

Ich freu mich über eure Meinungen