Wenn Studenten plötzlich bloggen

Einige von euch haben es ja mitbekommen: Am Wochenende habe ich den ersten Teil eines Blogger-Block-Seminars gegeben. Die Idee hat sich so nach und nach entwickelt (und entwickelt sich immer weiter, beispielsweise dank Janine 😉 ). Warum? Ich werde immer wieder angesprochen, wenn ich erzähle, dass ich blogge. „Wie geht das denn? Was macht man da? Was ist das überhaupt?“. Gleichzeitig hat eine Kommilitonin, die mit mir den Master-Abschluss gemacht hat, über Corporate Blogs geschrieben. Bloggen ist also längst nicht mehr nur eine Freizeitbeschäftigung. Es gibt Berufsblogger oder viele, für die der Blog ein Sprungbrett war. Das geht auch Buchbloggern so, die sich plötzlich in einem Verlag wiederfinden.

Gleich geht’s los. Blogger-Seminar an der Uni Mannheim. #Blogger #buchblogger #UniMannheim

Ein Beitrag geteilt von Eva-Maria Obermann (@variemaa) am

Der erste Tag

Darum habe ich den Stundeten auch das am ersten Tag gezeigt. Mir war es wichtig, ihnen zu erklären, dass sie für sich bloggen, Kompetenzen lernen, die sie später nutzen können, Menschen kennen lernen und Kontakte knüpfen und dabei eine Menge Spaß haben können. Ich habe ihnen die unterschiedlichsten Blogs gezeigt und dann ging es ans juristische. Zwei Teilnehmerinnen hatten bereits Blogs, seit etwa 2 Jahren (beide haben freiwillig für den Kurs einen zweiten Blog erstellt). Und auch die wusste nicht alles, was ich ihnen über Impressum, Datenschutz, etc. gesagt habe. Ein leidiges Thema, aber ein wichtiges. Leute, benutzt eRecht24, sichert euch ab, so schwer ist das doch nicht!

Lieber auf Nummer sicher – auch beim Bloggen (Grafik: OpenClipart-Vectors / pixabay.com)
Ran an den Speck

Am zweiten Tag haben die Studenten dann ihre Blogs erstellt. Aufgabe eins war für viele schon richtig schwer: einen geeigneten Namen finden, der die eigenen Interessen vertritt, noch nicht geschützt/vergeben ist. Manche hatten mir ihrer ersten Idee Glück, andere sind regelrecht frustriert. Auch die zweite Aufgabe war unterschiedlich schwer, je nach Erfahrung. Ich habe die Meute auf Pixabay losgelassen ( CC0 – Lizenz!) , um sich einen ersten Logo- bzw. Header-Entwurf zu holen. Danach sollten sie es mit Gimp oder Paint.net (oder was sie schon hatten) bearbeiten. Es zeigte sich, dass die wenigsten je Bildbearbeitung gemacht haben. Beim Bloggen kommen diese Erfahrungen nach und nach, aber gerade beim ersten Mal ist es furchtbar komplex und ich verzweifle immer noch manchmal, wenn ich irgendwas nicht so hinbekomme, wie ich es gerne hätte.

Auch ich verzweifle manchmal an der Technik (Foto: Concord90 / pixabay.com)
Ergebnisse?

Dann ging es ans erstellen. Die meisten haben die kostenlose WP-Option gewählt, eine Studentin ging zu Blogger(blogspot), weil sie hier schon Erfahrung hat. Sie haben sich Themes ausgesucht, Kategorien erstellte, sind ganz unterschiedliche Wege gegangen und ich bin mächtig gespannt, wie sich die Blogs nun entwickeln werden. Nächste Woche erzähle ich ihnen etwas zu Vernetzung, social media, Monetarisierung, aber das kommt ja erst noch. Jetzt gibt es etwas ganz anderes 😉

Ihr wollt es wissen, oder?

Ihr wollt euch anschauen, was die Studis gebastelt haben und wer bereits den ein oder anderen Beitrag veröffentlicht hat. Ein Begrüßungstext war bereits am Samstag für alle Pflicht (einen leeren Blog wollte ich einfach nicht gelten lasse). Also hier, in alphabetischer Reihenfolge der Blognamen.

Adventurs Alert – Ein Reiseblog, den Helga erstellt hat. Sie schreibt auf Englisch und hat bereits tolle Kategorien erstellt, eigene Bilder eingepflegt und ich finde einen tollen Header gebastelt.

Crochet Cloud – Selina ist mit ihrem Foodblog bereits auf Blogger und hat nun einen Häkelblog erstellt. Ich finde, man erkennt auf den ersten Blick, dass sie schon Erfahrung hat. Die Farbgebung ist sehr angenehm, die Kategorien nicht nur übersichtlich, sondern auch mit Sinn für Sprache. Sie hat bereits in fast jeder Kategorie etwas stehen, auch hier zeigt sich, dass sie weiß, wie wichtig Inhalt ist.

Eat Study and Smile – Lisa wusste sofort, sie will mehr, als nur einen Foodblog, er soll sich speziell an Studenten richten und darum auch inhaltlich studentische Themen aufgreifen. Die Idee finde ich toll, da sie – solange sie studiert – immer wieder Anregungen finden wird und hoffentlich allein deshalb am Ball bleibt.

Fanficphilia – Einen etwas anderen „Buch“-Blog wollte Nathalie erstellen. Sie liebt Fanfiction, die sie über verschiedene Plattformen im Internet liest, und will darüber bloggen. Ein interessantes Konzept, das mich neugierig macht.

Forbiddenfood – Kadde bloggt bereits über Bücher (tusch bitte) und hat nun einen zweiten Blog zum Thema Nahrungsmittelintoleranzen erstellt. Auch ihr merkt man an, dass sie sich bereits auskennt. In der kurzen Zeit hat sie bereits ein paar Beiträge erstellt, den Fooder aufgeräumt und eigene Bilder eingearbeitet.

Kreativtrieb – Christine ist fast verzweifelt, als es an die Namensgebung ging, denn alle ihre Ideen für einen DIY-Blog waren bereits vergeben. Sie wollte ein Wort, das nicht zu eingeschränkt ist. Den Vorschlag, meinen „-trieb“ zu übernehmen, fand sie dann ganz gut und ich hoffe, dass ihr der schwere Start nicht die Lust am Bloggen vermiest hat.

Patrick denkt – Auch Patrick musste seine ersten Ideen zum Blognamen über den Haufen werden. Doch er geht sehr enthusiastisch an die Sache, was mir Hoffnung macht, dass er auch nach dem Kurs noch dran bleibt. Er hat einen Philosophie-Yoga-Gesellschaftsblog, den ich am ehesten zu den Lifestyle-Blogs setzten würde und noch ein paar Probleme mit dem Menü, die wir spätestens nächstes Wochenende beheben 😉

Schleckermaeuschen – Nathalie will sich ein eigenes Logo zeichnen und hat als Platzhalter erst mal eine kleine Maus eingefügt. Sie bloggt über Essen und hat sich für ein ganz anderes Design entschieden – dunkler, schlichter, auf den Text fokussiert.

Sophies Boho Kitchen – Sie hat sich für einen veganen Foodblog entschieden (ich habe natürlich gleich vom tollen veganen Essen auf dem Litcamp erzählt) und macht auf mich den Eindruck, dass sie auch weiterhin dabei bleibt. Auch einen ersten Beitrag (zusätzlich zur Begrüßung) gibt es bei ihr bereits. Edit: Sophie war mir ihrem Namen unzufrieden und hat ihren Blog umbenannt in vegan Union.

The Bookhubble – Ein Buchblog, ein echter Buchblog!!! Larissa hat mich sehr glücklich gemacht, indem sie sich dafür entschieden hat. Ihr Name ist ein Wortspiel auch Book und Hubble-Teleskop. Ihr ahnt es vielleicht: sie will über Fantasy bloggen. Ich freue mich darauf 🙂

Verliebt bis ins Detail – einen besonderen Blog hat Shirin erstellt und ich bin mir sicher, dass sie eine Weile noch dabei bleiben wird. Denn sie hat sich einen Hochzeitsblog gebastelt, um ihre Verlobung und die Hochzeitsvorbereitungen zu bereiten. Aber sie überlegt, auch danach mit Design und Lifestyle dabei zu bleiben. Sie hat ewig für ihr Logo gebraucht, damit der Schatten passt. Bitte loben 😉

Kommentare

  1. Pingback: [Blogparade] Wie ich mein Essen mit in die Uni Mannheim nehme – Forbidden Food

  2. Dieser Beitrag ist echt toll! Ich werde mir so nach und nach diese neuen Blogs der Studenten anschauen. Bin schon sehr gespannt auf die Blogs und die Themen! Kann mir sehr gut vorstellen, wie sie so nach und nach Feuer mit dem Thema Blog gefangen hatten. 🙂

    GlG vom monerl

  3. Toller Beitrag 🙂 Du gibst richtig gut wieder, dass das bloggen sowohl für Neulinge als auch für erfahrene nicht immer einfach ist. Es gibt immer wieder neue Dinge, die man lernt und auch probieren musst.
    Gerade den Hinweis bzgl. Impressum finde ich klasse, da das rechtliche gerne mal unter den Teppich gekehrt wird.

    Liebe Grüße,
    Kaddy

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