Welten zwischen uns – Diana Dettmann

Diana Dettmanns 2016 erschienener Liebesroman Welten zwischen uns hat mich durch eine Wanderbuchaktion von der Autorin selbst erreicht. 382 Seiten hat die Printversion der Selfpub-Schriftstellerin.

Melia ist eine selbstbewusste Frau, die auf ihren eigenen Beinen steht. Ihr ist Karriere wichtiger, als ihr Liebesleben, sie versucht, ihre Mutter zu ignorieren und lebt ihr Leben. Bis sie auf Elec trifft, der Abseits von allem lebt, das Melia kennt. Trotzdem führen ihre Wege zueinander. Doch nichts ist so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn Melia kann aus ihrer Routine nicht raus, Elec will sie auf Abstand halten und unweigerlich driften beide auf eine dunkle Wolke zu, die eine Geschichte aus der Vergangenheit über ihnen zusammenbrechen lässt.

Zeit für Liebe

Diana Dettmann versteht es, dass Liebe langsam wirken muss. Ihre Figuren verfallen einander nicht Hals über Kopf, sondern lernen sich erst kennen. Ausgerechnet ihre Gefühle füreinander treiben sie dabei auseinander. Doch auch das wird ohne Kitsch und Melodram dargestellt. Es bleibt Zeit für Alltägliches, für Entwicklungen und Erkennen. Hier wird nichts übereilt und dennoch zieht die Geschichte den Leser in ihren Bann.

Melia steht an erster Stelle im Buch, aber auch Elec wird fokussiert und gewinnt dadurch den Raum, der nötig ist, um ihn greifbar zu machen. Sein Geheimnis ist vor allem eines für Melia und der Leser kann dabei schon mal den Kopf schütteln. Aber genau dadurch wird vermittelt, welche emotionalen Hürden der junge Mann mit sich herumträgt. Die Psychologisierung ist stark und dennoch einfach, authentisch möchte ich fast behaupten. Da gibt nicht nur Melia und Elec Kontur, sondern auch ihren Mitmenschen. Denn auch die Nebenfiguren sind stark. Selten ist jemand, wie es auf den ersten Blick erscheint. Die Geschichten dahinter werden manchmal nur angedacht und das genügt hier schon, ein rundes Bild zu zeichnen.

Ein Liebesroman der besonderen Art: Welten zwischen uns von Diana Dettmann
Vorsicht, Falle

Ich fand es sehr gut, dass Melia so eine selbstbewusste Frau ist. Hier stellt der Roman allerdings eine Schwäche hinter diesen Zustand. Das war mir etwas zu negativ und auch zu platt. Melia hätte diesen Hintergrund gar nicht nötig gehabt, er hat sie eingeengt und irgendwie auch als Opfer gezeichnet. Der Punkt hat mir generell nicht gepasst. Auch die Wertung zwischen Materiellem und „einfachem“ Leben war mir zu deutlich. Die möglichen Zwischenschritte wurden komplett ausgelassen. Hier drohte der Roman, in eine Klischeefalle zu tapsen.

Die Stärke der Figur hat das verhindert. Die große Nähe zum Geschehen, das immer wieder bewegt, ohne mit Plattitüden daher zu kommen. Die Alltäglichkeit der Szenen, die gerade deshalb so viel Wiedererkennungswert haben. Das ist in einer Zeit voller Bad Boys, Millionäre und Schnelligkeit eine angenehme Abwechslung. Der Roman entschleunigt, ohne lang zu wirken. Er zieht in den Bann, wie es ein gutes Buch sollte, ohne die Notwendigkeit, Spannungen auszureizen. Das fand ich sehr toll.

Kommentar

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