Traumhaft: Das Erwachen – Johanna Lark

Carlsen will mit seinen Dark Diamonds Geschichten nun auch Leserinnen ansprechen, die nicht mehr die Schulbank drücken. Ich habe mir mal die Traumhaft-Reihe von Johanna Lark angeschaut. Der erste Band, Das Erwachen, hat 342 Seiten und ist bereits letzten Oktober erschienen.

Klara ist frisch im Studium und hat eigentlich gerade ganz andere Probleme. Ihr Bruder Matthias liegt im Koma und sie muss es hilflos mit ansehen. Vom aufgeblasenen Adrian will sie eigentlich nichts wissen, doch seine Augen faszinieren sie. Doch dann tauchen Matthias und Adrian in ihren Träumen auf und bald versteht Klara, dass sie anders ist. Sie kann andere Schlafende in ihre Träume ziehen und dort alles so lenken, als wäre sie wach – und noch darüber hinaus. Matthias warnt sie, denn diese Gabe bringt Klara in große Gefahr. Und dann ist da noch dieser andere Student, mit dem sie mehr verbindet, als nur ein Traum.

Mehr als nur Träume

Die Autorin greift hier das Thema des Klartraums gekonnt auf und spielt damit. Klara erzählt die Geschichte, so dass der Leser lediglich ihre Sicht der Dinge kennt. Damit ist er aber schon mal schlauer, als Klara selbst, die kann sich an ihre Träume nämlich nicht immer erinnern. Dieser kleine Trick sorgt dafür, dass der Leser nicht nur mit Klara mit fiebert, sondern auch um sie bangt. Für Klara selbst wird die Lage kniffliger, da sie über ihre Gabe mit niemandem reden kann.

Gelungen finde ich vor allem, dass Traumhaft: Das Erwachen ein rundes und doch offenes Ende hat. Das grundlegende Ziel des Bandes wird erreicht, Klaras Geschichte aber, und das ist deutlich, geht weiter. Feine Fäden werden gesponnen, deren Ende einfach noch nicht gekommen ist. Spürbar aber wird für mich diese Verbindung zu den nachfolgenden Bänden vor allem durch Klaras Entwicklung. Und hier sind wir bei einem Punkt, der nicht so ganz stimmig ist.

Die Hauptfigur wackelt

Klara ist -nach einem Studiengangwechsel – Studentin im ersten Semester. Mal davon abgesehen, dass – aus meiner Perspektive – ihre Professorin unverhältnismäßig jung ist, bleibt sie von typischen Erstsemesterproblemen verschont. Sie hat einen stabilen Freundeskreis und eigentlich viel Halt. Durch ihre Träume erfährt sie aber eine Parallelwelt, in der so ziemlich alles neu ist. Dadurch wird die eigentlich schon erwachsene Klara auch irgendwo wieder zum Kind. Es geht also durchaus noch um Adoleszenz und Selbstbestimmung. Und hier wird für mich nicht mehr so richtig stimmig, warum Klara die Ratschläge ihres Bruders und ihrem eigenen Instinkt nicht mehr vertraut.

Obwohl Adrian sie anwidert, fühlt sie sich von ihm angezogen, obwohl sie skeptisch ist, begibt sie sich – und ihre Freunde – in große Gefahr. Dass ihr der Bruder das Wichtigste ist und sie für ihn alles riskiert, passt ab einem bestimmten Punkt einfach nicht mehr. Mal davon abgesehen, dass aus meiner Sicht Klaras Verhalten gegenüber Alkohol und Drogen nur begrenzt zu ihrem Charakter passt. Eine Ungereimtheit eben, die mich stutzig gemacht hat.

Im Ganzen bleibt Traumhaft: Das Erwachen ein faszinierender Roman, der Lust auf mehr gemacht hat und wirklich gut mit der Zerrissenheit von verschiedenen Figuren umgeht.

Kommentare

  1. Hey,
    ich kannte das Buch vorher noch gar nicht und auch die Beschreibung hat mich nicht wirklich mitgenommen, deine Rezi schon. Das dort irgendwie drei Typen angeteasert werden, finde ich echt seltsam. Doch die Sache mit dem Klartraum macht mich total neugierig auf den Inhalt.
    Kleine Randnotiz: Ich hab noch nie in einem Blog gesehen, dass für die Rezension sowas wie Zwischentitel verwendet werden. Finde ich eine geniale Idee um den Leser zu locken.
    Liebe Grüße
    Kaddes

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