Terry Pratchett – Wintersmith (Winterschmied) (Türchen 4)

Auf Pratchetts Scheibenweltromane traf ich während einer Reise nach Rom. Eine Mitschülerin hatte ihren Koffer voll von einigen seiner Bücher – und ein anderer machte sich über Pratchett, die Scheibenwelt und die Elefanten lustig. Wahrscheinlich auch über Groß A`Tuin. Es dauerte etwas, ehe ich zufällig in der Buchhandlung über Pratchetts ersten Roman „Die Teppichvölker“ stolperte, noch ohne Elefanten und Schildkröten, wohl aber mit einer unglaublichen Kreativität und Sprache. Ich ließ mich ein auf das Abenteuer der kleinen Wesen, die Teppiche bevölkern und vor Staubsaugern verständlicher weise Todesangst haben. Und damit war’s um mich geschehen. Die unglaublichen Geschichten um Rincewind, Conan, drei Hexen und all die anderen Bewohner der Scheibenwelt fesseln mich, berauschen auf angenehme Weise und setzten, meiner Ansicht nach, Inspirationsblitze frei, völlig unabhängig von Pratchetts Erfindungen.

Ein wunderbares Buch, das phantastisch in die Weihnachtszeit passt, ist „Wintersmith“, zu Deutsch „Der Winterschmied“. Zugegeben, ich habe das Buch ‚nur‘ in der Originalsprache gelesen, nicht in übersetzter Version. Doch ich kannte die Protagonistin „Tiffany Arching“, Hexe in Ausbildung, noch nicht. Umso mehr war ich beeindruckt von der Dreizehnjährigen, die natürlich, vielleicht nicht immer absichtlich, in Probleme gerät. Die „Wee Free Men“, „kleine, freie Männer“, die durch eine vorangegangene Geschichte Tiffany geradezu verehren und ihr helfen, wann immer sie es will, sind ein lustiges, kleines Völkchen. Mit eigenen Ansichten und Erklärungen, Worten und einer Sicht aller Dinge, die wunderbar wundervoll sind, nicht immer nachzuvollziehen, aber am Ende immer für mindestens einen Lacher gut.

In „Wintersmith“ schafft Tiffany es, dass ausgerechnet der Winter sich in sie verliebt – sie stört die Wintersonnenwende. Als es dann soweit ist und der erste Schnee fällt, sieht jede Schneeflocke nicht nur aus, wie die andere, sondern auch noch wie Tiffany selbst, ein Liebesbeweis, der alle Männer nur alt aussehen lassen kann. Dumm nur, dass Tiffany nicht so ganz am Winter interessiert ist, und dass sie es auch gar nicht sein darf. Sonst käme der Sommer nicht wieder und die ganze Welt wäre verloren.

Die ganze Welt also in den Händen einer Hexenschülerin – kling nicht so ganz unvertraut. Doch Pratchett schafft es, anderes zu ironisieren, und selbst eine eigene Geschichte zu schaffen, die völlig losgelöst von möglichen Ähnlichkeiten ist. Ein Buch zum Lesen, Lachen und Lieben.

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Kommentare

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