Sternenstaub – Sylvia Rieß

Manchmal habe ich Angst, ein Buch zu lesen. Weil damit etwas Großes zu Ende geht. So war es auch bei Sternenstaub, dem Finale des Stern von Erui von Sylvia Rieß. Diese Reihe hat mich wie wenige begeistert, berührt und mir gezeigt, wie vielfältig Literatur sein kann. 602 Seiten hat der fantastische Roman. (aktuell läuft die Blogtour zum Buch, bei der ihr die gesamte Ausgabe gewinnen könnt).

Fenia ist in das Schloss der Hohekönigin zurückgekehrt und ganz Erui wartet darauf, dass der Stern von Erui wieder strahlt. Doch ihr Herz ist gebrochen. Der Geist ihres Liebsten verfolgt sie, während der Schatten immer weiter vordringt. Klar ist, dass jemand Erui verraten haben muss und immer lauter werden die Vorwürfe, dass Fenia es selbst war. Selbst ihre besten Freunde zweifeln an ihr. Kann der blaue Drache sie noch retten, wenn der Schatten bereits näher ist, als alle gedacht hatten?

Alles zusammen

Ein großartiges Finale. Mit den bereits gewohnten Blicken in die Vergangenheit erzählt die Autorin auch hier die Geschichte was Fenia in der Gewalt des Schattens erlebt hat parallel zu ihrem letzten Kampf gegen ihn. Dabei gibt es nicht nur einige Überraschungen, sondern die Fäden schließen sich. Das Mosaikbild, das im Laufe des Epos aufgebaut wurde, ergeben endlich ein großes Bild.

Schön ist, dass hier mehr direkt passiert, als im zweiten Teil, wo gerade Fenias Geschichte maßgeblich durch die Rückblenden aufgebaut wurde. In Sternenstaub ist das Verhältnis ausgeglichen, was das Buch bereichert und viel Spannung aufbaut. Auch werden noch andere Elemente aufgegriffen, die erst jetzt so richtig Sinn ergeben und dafür umso beeindruckender wirken.

Entwicklung und Handlung

Das sorgt auch dafür, dass die Figuren nochmals Entwicklungen durchmachen. Zweifel, Erkenntnisse, Hoffnungen und Beziehungen entwickeln sich und nehmen innerhalb des Romans ihren Wendungen. Diese Nähe ist grandios und sorgt dafür, dass der Leser das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Mir jedenfalls ging es so. Fenias Schmerz und ihr Ringen mit sich selbst, dennoch zu kämpfen sind wunderbar vermittelt. Und gerade dieser Aspekt gefällt mir sehr gut. Trotz ihres Herzschmerzes und ihres persönlichen Verlustes ist sie bereit, für alle anderen weiter zu kämpfen und auf eine Zukunft für sich selbst zu hoffen. Sie leidet furchtbar, macht ihr eigenes Leben aber nicht am Tod ihres Liebsten fest.

Zweifel und Erkennen

Um Fenia herum hadern auch die übrigen Figuren mit dem Schatten. Joe etwa, der zwischen Liebe und Loyalität schwankt oder Lews Bruder, der versucht der Krone gerecht zu werden und Fenia trotz aller Anschuldigungen zu beschützen. Ein großer Komplex, der so viel Tiefe besitzt, dass es immer wieder Freude macht, ihn zu lesen. Erst recht durch die verschiedenen Erzählstränge und Zeitebenen. Im Grunde könnte ich die gesamte Trilogie immer und immer wieder lesen und dennoch jedes Mal etwas Neues finden.

Überraschung und Erwartung

Wirklich gut aber ist, dass ich gleichzeitig überrascht werde und meine Erwartungen sich erfüllen. Gerade in Bezug auf den blauen Drachen hatte ich eine Ahnung, die immer wieder durch Andeutungen bestärkt oder aber auch abgeschwächt wurde, so dass die Enthüllung – obwohl ich es geahnt hatte – ein toller Aspekt wurde. Dieses Mitfiebern und Mitreißen ist keine Selbstverständlichkeit und Sylvia Rieß schafft mit Sternenstaub, woran viele Autoren immer wieder scheitern. Etwas ganz Großes.

Kommentare

  1. Das klingt wirklich sehr toll! Ich suche eigentlich nach einer tollen Drachengeschichte und ich glaube, diese hier wäre absolut was für mich! Ich schau gleich mal bei der Blogtour und versuche mein Glück!
    Danke für die schöne Rezi.
    GlG, monerl

Ich freu mich über eure Meinungen