Rabenmütter – Kilmartin, Moline, Ybarbo, Zoellner

Rabenmütter

Bereits 2013 ist Rabenmütter. Solange die Kinder überleben, ist alles erlaubt von Laurie Kilmartin, Karen Moline, Alicia Ybarbo und Mary Ann Zoellner bei Goldmann erschienen. 218 Seiten kurz und als Überlebenshandbuch für das Überleben mit Kind beschrieben.

In 12 Teilen und 52 Kapiteln berichten die selbst benannten Rabenmütter vom Leben mit Kind, seinen Tücken und Grausamkeiten – und wie sie sich am besten durchgemogelt haben. Vom kranken Kind in der KiTa, dem weiterreichen einer gefüllten Windel und der Suche nach dem besten Kinderaufpasser gehen die vier Autorinnen alltägliche Probleme an und versuchen sie auf witzige Weise nicht nur leichter erscheinen zu lassen, sondern geben jeweils auch Tips und Ratschläge, die nicht immer ernst gemeint sind.

Vor allem provozieren sie. Schon allein der Titel Rabenmütter ist im ewigen Streiten um die ideale Mutter Provokation. Auch die Beschreibung des Babys als egoistischem Miesmacher, dessen Lebensaufgabe es sei, das Leben der Mutter zu zerstören, ist pure Übertreibung, die wohl lustig sein soll. Der Witz kommt bei mir aber nicht an. Auch nicht, wenn die Damen raten, das Baby bei kleinen Besorgungen allein im heißen Auto zu lassen (ernsthaft, das kann nur Übertreibung sein, ein richtig schlechter Witz).

Das Leben mit Kind (noch nicht einmal das Muttersein per se) wird so dermaßen negativiert, dass ich mich einfach nur frage, wieso diese Menschen Kinder bekommen haben und wieso gleich mehrmals. Denn natürlich sind die Rabenmütter Mütter und lieben ihre Kinder (wie sie aber erst in der Danksagung zugeben).

Anzumerken ist dabei, dass die Autorinnen Journalistinnen, Komiker und TV-Produzentinnen sind, das Buch also bitte wirklich nicht ernst zu nehmen ist, sondern komödiantischer Blick auf das Leben mit Kind sein soll. Auf der Bühne würde der Humor vielleicht besser wirken.

Das Buch aber ist voll mit gezwungener Komik, drückendem Witz und nach ein paar Seiten ist mir jedes Schmunzeln vergangen, so wenig Abwechslung kam dabei auf, weil es eben immer nur darum geht, Elternsein (Muttersein) und Kinderhaben schlecht aussehen zu lassen, übertrieben schlecht. Der Übersetzerin Karin Wirth ist es dabei noch gelungen, das Buch so sinnvoll aus dem Amerikanischen zu übersetzen, dass sie regionale Begebenheiten eingebracht hat und das Buch so wirklich dem Deutschen übermitteln konnte. Hut ab dafür, denn bei diesem Buch nicht irgendwann zu schreien: „Jetzt ist aber mal gut!“, war bestimmt nicht leicht.

Zugegeben, mal so eben schnell eines der Kapitelchen gelesen, das könnte Unterhaltsam sein. Als Buch in einem Rutsch wird es aber nicht nur nervig, sondern fade, weil der Witz ohne Pointen kommt, sondern einem andauernden Höhepunkt gleich die Spitze flach werden lässt. Es gibt sie schlicht nicht.

Zumindest in den Lesefluss haben die Rabenmütter dann etwas Abwechslung gebracht. Kleine Listen, abschließende Fingerzeige, dialogische Szenen lockern auf und lenken ab, wirken wie ein Resümee, setzten Schlussstriche. Wer dann auch eine Pause macht hat mehr vom Buch und verliert vielleicht auch nicht sein Schmunzeln.

 

Ich freu mich über eure Meinungen