Protokoll #2 Literaturcamp Heidelberg: Bloggen für Autoren

Am Sonntagmorgen (12.06) war ich wieder mit Kindern und Block auf dem Literaturcamp in Heidelberg (mein Artikel dazu bei face2face) und schaffte es trotz Zugverspätung rechtzeitig zur ersten Session: Bloggen für Autoren von Edda Klepp. Da Schreibtrieb ursprünglich als Autorenblog gedacht war und nächsten Februar mein erster Roman im Schwarzer Drachen Verlag erscheint, wollte ich mir das nicht entgehen lassen.

Website oder Blog?

Der Blog ist im Grunde eine dynamische Website, eine schnelle und direkte Art mit den Lesern in Kontakt zu treten. Ohne jedes Mal mühselig die Dateien hochzuladen und vorher über verschiedene Programme zu prüfen, dass die Aufmachung zum Rest passt. Vor allem ist der Blog dadurch Mittel einer schnellen Vernetzung.

Gründe für einen Blog gibt es dabei genug, im Grunde spricht nichts dagegen. Wichtig ist, sich zu überlegen, wer erreicht werden soll.

Leser des Blogs, Leser der Bücher, andere Autoren. Soll der Blog also zum Leserkontakt oder zum fachlichen Austausch führen. Das ist wichtig, um sich als Blogger eine Bloggerpersönlichkeit zu schaffen, die Wiedererkennungswert hat. Dabei muss es nicht um Persönliches gehen, sondern viel mehr um bestimmte Punkte, die den Charakter des Blogs und des Inhalts ausmachen. Bei mir findet ihr beispielsweise Beiträge über Fantasybücher, die Mutterfigur und Gegenwartliteratur. Manchmal kommen diese Themen auch zusammen, manchmal trete ich über sie hinaus.

Redaktionsplan

Edda empfiehlt darum einen Blogredaktionsplan, in dem abgesteckt wird, wann zu was veröffentlicht wird. Ob Bücher, Fähigkeiten, Ressourcen, Interessen, Ziele und Themen, alles sollte darin Platz finden. So wird auch der Überblick gewahrt und der Leser sich auf bestimmte Themen verlassen kann. Für mich persönlich ist ein Redaktionsplan für den Blog momentan noch kein Thema. Dafür ist mein Alltag zu vollgepackt und ich möchte das Bloggen mit Spaß betreiben und lieber nur zusätzlich über das Autorensein schreiben. Immerhin habe ich ja noch eine statische Seite.

Als Leitspruch für einen Autorenblog nennt Edda „Ich bin der Protagonist von meinem Blog“. Persönlichkeit wird dabei (ich wiederhole mich) nicht von Privatem dominiert. Vielmehr sollen Eigenschaften gezeigt werden. Gestaltung, Ausdruck und Themenwahl sollen in sich stimmig sein. Auch andere Medien einzubinden kann helfen, den Blog interessant zu machen und sich selbst die Freude zu bewahren. Denn auch sie weiß: Mit Freude am Bloggen bleiben trennt die Spreu vom Weizen und viele Blogs verschwinden nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung.

Mehrwert?

Bei jedem Artikel sollte dennoch überlegt werden, wo jetzt der Nutzen für den Leser steht. Was bei Rezessionen relativ einfach ist (wenn sie gut geschrieben ist, aber dazu in einem anderen Protokoll mehr), wird beim Schreiben übers Schreiben schwierig. Ich merke immer wieder, dass ich denke, was ich schreiben will sei zu banal und offensichtlich. Grade wenn ich dann aber mit anderen Autoren darüber rede, merke ich, dass es durchaus einen Nutzen für Leser und/oder andere Autoren haben kann. Der Inhalt eines Autorenblogs sollte darum über eine Sammlung von Schreibtipps hinausgehen und Mehrwert liefern.

Wichtigstes Gut beim Bloggen ist aber so oder so Geduld und Gelassenheit. Auf Phasen reger Teilnahme von außen kommen immer wieder Durststrecken. Der Blog aber ist etwas Langfristiges. Gerade für Autoren ist es wichtig, dass das Buch und auch der/die Autor/in selbst nicht nur zur Veröffentlichung Aufmerksamkeit bekommt, sondern vielleicht auch später und früher. Anfangen zu bloggen sollte ein Autor darum, bevor es benötigt wird. Also vor der Veröffentlichung, um Leser zu gewinnen und seine Reichweite zu steigern.

Nicht zu vergessen ist bei jedem Blog ein gültiges Impressum und eine Datenschutzerklärung.

Für manche Blogger, die mit ihren (literarischen) Texten schon beim Bloggen Geld verdienen wollen, kann dann auch in Frage kommen verschiedene Möglichkeiten wie flattr, blogbox oder Patreon zu nutzen. Dabei können die Leser Geld „spenden“ (sie bezahlen schlicht über ein System) und bekommen dadurch früher die Beiträge des Blogs oder besondere Beiträge, die nur für die „Spender“ sind.

Das gibt auch mir zu denken und ich überlege schon, wie ich Schreibtrieb zum Autoren und Leser-Blog umgestalten kann. Vielen Dank für diese Eindrücke.

Kommentar

  1. Pingback: Literaturcamp 2016 im Dezernat 16 in Heidelberg – Benjamin Spang

Ich freu mich über eure Meinungen