Peronya – Stefanie Bernardowitz

Im Dezember gibt es nicht nur wieder meinen tollen Schreibtrieb-Adventskalender, sondern auch die Blogtour zu Stefanie Bernadowitz’s 564 Seiten dickem Fantasyroman Peronya – Die Geschichte eines Krieges, erschienen bei Edition Fin Gadar, macht halt bei mir. Heute bekommt ihr schon mal meine Meinung zu dem Buch und ich freue mich, wenn ich auch bei der Blogtour dabei seid.

Vor fünfzehn Jahren hat das Brüderpaar Karol und Kilian die Macht des Königreiches Peronya an sich gerissen, indem sie das Königspaar ermordet haben. Karol trägt seitdem die Krone und Kilian ist der mächtigste Magier der Welt. Doch die beiden wissen nicht, dass die Königin kurz vor ihrem Tod einer Tochter das Leben geschenkt hat. Selena ist behütet im Tempel aufgewachsen, ihren Cousin Matt, einen mächtigen Magier, an ihrer Seite. Als Karol ansetzt, auch das Reich der Wüstenmenschen zu überlaufen und die Tochter des Meerfürsten entführt, beginnt der Plan, der rechtmäßigen Königin ihren Thron zurück zu holen. Gemeinsam mit der Sultanin Sharan und der letzten des Kriegervolkes der Kiwa begeben sich Selena und Matt auf ihre unterschiedlichen Wege, die voller Gefahren und Erkenntnisse sind.

Der Plot und die Geschichte haben mich sehr gereizt. Ausführlich wurde hier durchdacht, wie und wohin die Geschichte verlaufen soll. Der Grundton stimmt und die Figuren sind wirklich gut charakterisiert und umgesetzt.

Leider aber fehlt dem Buch ein ordentliches Lektorat. Kein, ich bin nicht von Tippfehler überrollt worden, im Gegenteil. Aber das Buch hat viele redundante Stellen. Wiederholungen und Passagen, die an anderer Stelle ohne Mehrwert von anderen Personen noch einmal wiederholt werden, bremsen die Spannung und mindern das Lesevergnügen. Auch kleinere Wiederholungen, wie gleiche Satzanfänge in aufeinanderfolgenden Absätzen oder ganze Nebensätze, die auf der gleichen Seite genauso wieder zu finden sind – ohne dass ein Stilmittel dabei durchgesetzt werden würde, zeigen für mich, wie unausgereift die Veröffentlichung ist.

Leider werden hier und da auch mögliche Handlungsverläufe aufgezeigt, die dann einfach fallengelassen werden. Auch manche im Roman angeführte „Naturgesetzte“ werden an anderer Stelle einfach wieder außer Kraft gesetzt. So gibt es einen Trank, der Tote wieder zum Leben erweckt, sofern ihr Körper unversehrt ist. Tödliche Stichverletzungen gelten aber scheinbar nicht, um den Körper dauerhaft zu verletzen. Eine Logik, hinter die ich nicht gestiegen bin und die für mich das Buch unstimmig werden ließ.

Dass der Roman mit einem Ausblick endet, der einen zweiten Teil vermuten lässt, macht es für mich nicht einfacher, ihn zu mögen. Die abgeschlossene Handlung hier wieder zu öffnen hätte genauso gut am Anfang eines weiteren Romans geschehen und hier das runde Ende bestehen lassen können. Leider also, obwohl ich mich sehr auf das Buch gefreut hatte, nicht mein Fall und auch mit dem Versuch eines objektiven Blickes nur ein Roman mit einer guten Grundidee und einem ausbaufähigen Stil, in der Umsetzung aber gescheitert.

Kommentare

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