Montagsfrage: bevorzugtes Coverdesign?

Die heute Montagsfrage hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht, so simpel sie scheint, darum möchte ich die Zeit, bis ich zum Zug und zur Uni muss gerne nutzen, euch zu erklären warum. Jeden Montag stellt Buchfresserchen eine Frage, die Blogger beantworten können. Heute lautet sie:

Würdest du sagen, dass du beim Buchkauf einen bestimmten Coverdesign-Stil bevorzugst?
(Grafik: Buchstabenfresserchen)

Spontan wollte ich laut „NEIN“, sagen. Bei einem Buch geht es mir immerhin um Inhalt, Stil, Handlung, Entwicklung, Figuren. Ich hasse Rezensionen, die sich erst mit dem Cover beschäftigen, ohne zum Eigentlichen zu kommen. Selbst mache ich das wirklich nur – und auch dann mit maximal einem Satz – wenn das Cover etwas besonderes ist, entweder in Stil oder in Bezug auf den Inhalt. Ich bin gerne bereit jedem Buch, mit jedem noch so schlechten Cover eine Chance zu geben.

Und währen ich mir das sagte, rief mir eine kleine innere Stimme zu, dass das so nicht stimmt. Cover beeinflussen mich durchaus. Vielleicht nicht so, dass ich jedes Buch mit tollem Cover gleich kaufe, aber natürlich mach ein gutes Titelbild mich neugierig. Viel wichtiger aber ist, dass solche mich abschrecken, die einfach mies sind.

Furchtbar finde ich ja solche Groschenheft-Cover mit viel nackter Haut, bei dem einem der Moschus-Duft förmlich in den Augen brennt. Muss das sein? Sind wir nicht ohnehin von sexuellen Anspielungen und Sexismus in den Medien umgeben. Müssen nun auch noch Bücher, dieser Hort der Freiheit und Möglichkeiten, in die ich einzutauchen liebe, diese Bilder aus Kitsch und vorgegaukelter Leidenschaft tragen? Gäbe es keine ebooks, ich hätte nie auch nur einen Blick in diese Bücher geworfen, denn in der Buchhandlung würde ich sie lediglich mit einem abfälligen Blick bedenken. Bei ebooks aber sehe ich die Cover teilweise gar nicht.

Schwierig ist dann nur noch, wenn ein Cover andere Erwartungen erzeugt, als der Inhalt liefert. Blümchen auf dem Bild und dann ist Winter – um es ganz plakativ zu sagen. Bild und Text, Cover und Inhalt sollten meiner Meinung nach eine Einheit bilden. Ich bewerte kein Buch nach seiner Hülle, aber ein passendes Titelbild ist die Kirsche auf der Sahne.

Ich bevorzuge also vielleicht nicht direkt ein bestimmtes Coverdesign, aber es gibt einige, an denen ich, ohne nur auf den Klappentext zu schauen, vorbeilaufe. Wie ist das bei euch?

Kommentare

  1. Hey Eva,
    das mit den kitschigen Covern ist bei mir genauso. Die schrecken mich einfach total ab und wenn ich mal eins kaufe, dann meistens als ebook. Mir ist es irgendwie auch peinlich in der Öffentlichkeit mit so einem grausigen Bild vorne drauf rumzulaufen…
    Was ist TOTAL hasse ist wenn das Cover überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Ich meine, der Inhalt ist zwar wichtiger, aber wozu soll ein Cover denn dienen, wenn nicht dazu den Inhalt abzurunden?
    Liebe Grüße,
    Larissa

    • Liebe Larissa, wie schön, dass du hier kommentierst. Gegen „peinliche“ Cover helfen Buchhüllen ganz gut, da gibt es beispielsweise von Moses sehr schöne. Mich schreckt aber die Geschichte schon ab, wenn ich diese Cover sehe. Bei den ebooks gibt es manchmal andere Cover und ich sehe sie oft gar nicht.
      Was den Inhalt angeht, gebe ich dir Recht. Wenigstens metaphorisch oder von der Atmosphäre her sollte das Cover zum Inhalt passen. Leider bekommen die Designer selten die ganze Geschichte vorgelegt, sondern nur Stichpunkte, mit denen sie arbeiten müssen. Und ein wirklich gutes Buch wird durch ein mieses Cover trotzdem nicht schlecht. LG Eva

      • Die Buchhüllen muss ich mir unbedingt mal anschauen 😄 Das ist ja schon eine ziemlich geniale Erfindung! Eigentlich will man ja die tollen Bücher, die man liest, in der Öffentlichkeit zeigen, aber in manchen Fällen würde ich mich das wirklich nicht trauen…
        LG

  2. Liebe Eva,
    ich gebe zu, durchaus ein paar Vorurteile zu haben.
    So kaufe ich z. B. grundsätzlich nichts, was in pink und pastellig daherkommt. Das hat nichts mit der Machart zu tun. Es gibt da durchaus gut gemachte, deren Technik ich bewundere. Aber wenn etwas so durchdringend von Liebe und Romantik säuselt, befürchte ich einen Zuckerschock.
    Genauso kaufe ich inzwischen keine Bücher mehr, deren Cover mir entgegenbrüllen, dass zwischen den Deckeln ein knallharter Thriller steckt und man nur leicht draufdrücken muss, damit das Blut spritzt. Also diese Cover im Shabbylook, auf denen ganz ironiefrei blutige Messer, Sägen oder Hände hinter Duschvorhängen abgebildet sind. Mich öden diese Cover genauso an, wie das ganze Genre. Wenn ich mich ekeln will, lese ich ein paar Seiten Pschychrembel, das funktioniert in der Regel besser.
    Was unabhängig vom Genre auch gar nicht geht, sind Bilder von mit halboffenem Mund schmachtenden Frauen (egal, ob noch ein männliches Sixpack mit drauf ist oder nicht). Das ist schon von vornherein derart peinlich – das geht gar nicht. Da reizt mich dann auch die Geschichte nicht mehr.
    Was ich dagegen toll finde, ist der aktuelle Trend zu grafischen Covern und denen mit viel Weißraum und klaren Schriften. Unterleuten von Juli Zeh ist so ein Beispiel.
    LG

    • Liebe Nike,
      Das kann ich absolut verstehen. Das meiste, das du aufzählst, ist ja vor allem genreabhängig. Thriller und Horror sind auch nicht meins, an den Covern liegt das aber nicht. Und der minimalistische Stil bei den Covern hat auf jeden Fall was für sich, weil hier gerade mit wenig viel gesagt wird. Das Metaphorische mag ich sehr. LG
      Eva

  3. Hi Eva,

    ich habe auch Nein gesagt, das dann aber wieder ein bisschen eingeschränkt 😉 Die Groschenromane sind wirklich fürchterlich. An Covern wie diesen und ähnlichen gehe ich direkt vorbei. Auch an den Jugendbücher-Covern habe ich mittlerweile sattgesehen. Ich lese gerne unabhängig von Covern, muss dann aber auf irgendeine Weise auf das Buch aufmerksam werden. Ansonsten funktioniert schon viel, wie du es sagst, über das Cover, und auf jeden Fall sollten sie eine Einheit mit der Geschichte bilden 🙂

    Liebe Grüße,
    Anna

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