Meyruka – Johanna Danninger

Meyruka ist mein erster Science Fiction Roman aus dem Impress Verlag. Die 443 Seiten wurde im Oktober 2015 veröffentlicht.

Außerirdische haben auf der Erde die Macht an sich gerissen. Die Rasse der Kytharer braucht weniger Sauerstoff und ist wechselwarm. Um auf der Erde angenehm überleben zu können, wollen sie die Atmosphäre wandeln. Dass sie damit das gesamte Ökosystem der Erde zerstören, interessiert sie scheinbar wenig. Mit einer überschaubaren Anzahl Rebellen kämpft die junge Meyruka unter Leitung ihres Vaters gegen die Invasoren. Als sie auf den Captain Syn Leroi trifft, erkennt sie etwas, was die Kytharer eigentlich verboten haben: Individualität. Syn beginnt an seinen Befehlen zu Zweifeln und gerät damit selbst auf die Abschussliste. Gemeinsam mit Meyruka, die ihm erklärt, was der Senator verheimlich will, beginnt er, gegen sein eigenes Volk zu kämpfen, um den Kytharern die Wahrheit zu sagen und die Invasion zu stoppen.

Dass sich zwischen Syn und Meyruka eine Beziehung entwickelt ist wohl überflüssig zu sagen. Die gegenseitige Faszination und Bewunderung, der Reiz des Verbotenen, die eigentümliche Anziehung. Aber anders wie in anderen romantisch durchsetzten Büchern wird die Liebesbeziehung hier nicht treibende Kraft. Es geht nicht darum, wie die beiden zusammenkommen können, sondern darum, die Erde zu retten. Dadurch wird die Romantik zum Beiwerk, zur Kür, die den roten Faden nicht dominiert und genug Platz für Handlung, Entwicklung und Figuren lässt.

Dabei ist der Stil wackelig. Sehr gute Passagen, die viel Stimmung aufbauen und die Handlung ergänzen und nach vorne bringen werden immer mal wieder abgelöst von wackeligen Szenen, die eher beschreibend sind. Gerade der Einstieg ist mir darum schwergefallen. Immer wieder werden Erklärungen eingeführt, die zwar nur selten bedingt brauchbar sind, den Fluss der Geschichte aber einfach stören.

Auch die Handlung ist im Grunde keine neue oder große Überraschung, aber gut zusammengefügt und mit kleinen Überraschungen und Wendungen gespickt. Hin und wieder ist der Zufall nach meinem Geschmack zu stark beansprucht. Schön ausgearbeitet ist dabei die Figurenentwicklung, der Plot allgemein und Kampfszenen. Da hat das Lesen wirklich Spaß gemacht und im Grunde habe ich dadurch dann auch das Buch verschlungen.

Alles in allem ist das Buch eine kurzweilige Unterhaltung für alle Freunde der Science Fiction (mit romantischem Einfluss) sehr gut geeignet. Grundlegte Faktoren werden aufgezeigt, so dass die Geschichte nicht ins Fantasy abdriftet und der rote Faden bleibt klar. Die Nebenhandlungen der romantischen Beziehung und Selbstkrise des Kyhtarers Syn sind gut ausgearbeitet und treiben die Handlung voran, ohne sie in eine Richtung zu drängen. Daran ist eine gute Komposition zu erkennen. Kleinere Makel bleiben aber bestehen.

Kommentar

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