Lindbergh – Torben Kuhlmann

Auf der Buchmesse in Frankfurt durfte ich Torben Kuhlmann interviewen (das Interview lest ihr am Montag auf dem Blog 😉 ). Grund genug aber, sich seine großartigen Kinderbücher vorzunehmen. Lindbergh ist ein echter Welterfolg. In über 20 Sprachen ist die Geschichte der kleinen Maus übersetzt worden und hat mehrere Preise gewonnen. Erschienen ist sie bei Nord Süd bereits 2014 mit dem Untertitel Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus.

Die Maus hat sich das Lesen beigebracht und verbringt viel Zeit in einer Bücherei der Menschen. Doch eines Tages, als sie zurück kommt, sind alle ihre Freunde weg. Die Mausefalle hat sie vertrieben und sie sind geflohen, mit den Schiffen nach Amerika. Nur die Maus ist noch in Deutschland und kommt wegen der vielen Katzen, die sich jetzt dort tummeln, auf kein Schiff. Schließlich bringt sie eine Fledermaus auf die Idee, nach Amerika zu fliegen und die Maus beginnt zu tüfteln.

Natürlichkeit

imageEine wirklich großartige Geschichte. Die Maus bleibt hier eine Maus. Zwar schreibt ihr der Erzähler Eigenschaften zu wie das Vermissen ihrer Freunde und eine hohe Intelligenz, aber sie spricht nicht mit den anderen Mäusen. Sie wird nicht überzeichnet. Weder in ihrer Charakterisierung, noch in den Zeichnungen selbst. Die sind sehr realitätsgetreu. Viel Liebe zum Detail wird hier sichtbar. Das Buch ist in Sepia- und Brauntönen, was eine gewisse Geschichtlichkeit erzeugt. Aber auch die Natürlichkeit des Tieres selbst wird so unterstützt.

Klare Sprache

Auch die Sprache passt zu diese Detailliebe. Ohne viele unnötige Schnörkel oder zu kindliche Sprache lässt der Autor und Illustrator eine großartige Inszenierung zwischen Bildern und Text entstehen. Im Vordergrund steht dabei die Entwicklung von der Idee hin zu einem Flugzeug. Wichtig ist hier nicht etwa nur Intelligenz, auch das Scheitern spielt eine große Rolle. Während die Gefahr für die Maus zunimmt und sie ihr Ziel nicht auf Anhieb erreicht, entwickelt sie sich und ihr Fluggerät immer weiter. Eine gewisse Reflektion, vor allem aber die Fähigkeit, am Ball zu bleiben und nicht gleich aufzugeben.

Fasziniert, ohne zu belehren

Dabei weckt Lindbergh Interesse an der Erfindung des Flugzeuges, ohne zu technisch zu werden. Es geht um das, was die Maus macht, nicht um technische Raffinessen. So wird das Thema der Erfindung aufgegriffen ohne gleich verschult zu werden. Neugierde wird geweckt, ohne dass die Handlung der Geschichte darunter leidet. Ein wirklich sehr gut durchdachtes und in jeder Hinsicht konsequent abgerundetes Buch, das gerade deswegen nicht nur die Kleinen, sondern auch die Vorleser*innen immer wieder begeistert.

Außerdem besprochen wurde das Buch bei

der Kinderbuch-Couch

der Büchernische

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