Kriegerblut – Diana Dettmann

Mit Kriegerblut kommt die ELEMENTAR-Reihe von Diana Dettmann zu ihrem Finale. 434 Seiten, erschienen im Juni 2015.

Richard alias Aiden hat Eva und Victor zurück in die Welt der Menschen geschickt, um sie vor Isabellas Angriffen zu schützen. Getrennt von der Welt der Elementare verliert Eva plötzlich ihre Kräfte und wird wieder zu ihrem menschlichen Ich – mit all ihren Gefühlen für Victor. Im letzten Moment kann sie sich von ihm losreißen, als William sie holen kommt. Zurück in der Welt der Elementare übernimmt wieder ihr Elementar-Ich, das nun Aiden von einem Fluch der Hexe retten muss. Doch auch danach warten auf Eva mehr als nur eine schlechte Nachricht und bald muss sie sich entscheiden, was sie zu opfern bereit ist, um den Kampf gegen Isabella zu gewinnen.

Dass der erste Teil dieses Romans dazu dient, zu zeigen, dass auch Evas Gefühle für Viktor und damit ihr altes Ich aus Wen der Wind liebt noch vorhanden sind, ist verständlich und für das Buch und die Reihe auch wichtig. Mir aber hat der Mehrwert für die Handlung dabei gefehlt. Victors Bedeutung wieder aufzuwärmen hat mehr emotionalen Wert als strukturellen. Außerdem wird hier die große Entwicklung von Eva aus dem zweiten Band, die Unterschiede zwischen Mensch und Elementar verdeutlicht. Für den weiteren Teil des Romans hat dieser Part nahezu keine Bedeutung.

Zurück in der Welt der Elementare ist nicht nur Eva eine andere, sondern auch ihre Liebesbeziehung zu Aiden zeigt sich sehr unterschiedlich zu der zu Victor. Wo die einen immer wieder im Kamp um Gleichberechtigung aneinandergeraten, sind bei den anderen wesentlich konventionellere Strukturen zu erkennen. Wo die einen eher eine romantischen Liebe ausleben, werden die anderen von Leidenschaft gezeichnet. Mir persönlich hat die Beziehung zwischen Aiden und Eva einfach mehr zugesagt. Eva war hier stärker, die beiden kennen sich durch und durch, vertrauen sich und stehen für mich einfach auf einer ganz anderen Ebene. Sie ist diejenige, die eine Entwicklung durchgemacht hat. Die menschliche Evangeline dagegen stagniert eher und klammert sich umso mehr an ihren Partner.

Abseits der Liebesbeziehungen ist aber nach wie vor die Handlung eher in der fantastischen Gegenwelt verortet. Hier wird den Figuren mehr abverlangt, während die Welt der Menschen dagegen ruhig und sicher gilt. Ähnliche simple Gegensätze zeigen sich auch in der durch und durch negativ dargestellten Figur von Isabella, deren Hintergrund und Intention schlicht unerzählt bleibt. Dabei sind es gerade die Nebenfiguren der ELEMENTAR-Welt, die Raum zur Entfaltung erfahren.

Diana Dettmanns Stil bleibt auch in Kriegerblut durchweg lesenswert, sicher und packend. Eine Sprache, in der ich mich sofort zurecht gefunden habe, die weder übertrieben hochtrabend noch zu vereinfacht daher kommt. Allerdings bleibt zu sagen, dass die Eigenheiten der Elementare, sich mittelalterlich gewählt auszudrücken bereits im zweiten Band, Feuerhauch, nur inkonsequent genutzt wurde.

Kriegerblut ist ein gelungenes Ende der mitreißenden ELEMENTAR-Reihe. Der Ausgang ist aus meiner Sicht fast schon zu kitschig, aber für die Reihe im Ganzen gut gewählt. Dass gerade das Ende für mich ohne große Überraschung blieb, mag daran liegen, dass die Figuren genau darauf hingearbeitet haben. Jedes andere Ende, so klug durchdacht es auch gewesen wäre, hätte der Trilogie ein Grundelement entreißen müssen. Dennoch ist dieser Weg spannend und bis zuletzt packend erzählt.

Kommentar

  1. Pingback: 14.12.2016: Diana Dettmann im weihnachtlichen Interview - ~Schreibtrieb~

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