Kindergeburtstag

Mein Sohn feierte gerade seinen vierten Geburstag. Zeit für den ersten richtigen Kindergeburtstag zu Hause. Die letzten zwei Jahre waren wir mit Bekannten auf Spielplätzen und im Streichelzoo gewesen. Dieses Jahr, mit seinen ersten richtigen Freunden, wollten wir auch richtig feiern. Fünf Kinder hat er eingeladen, vier sind gekommen und da kamen mir langsam die Bedenken, wie ich denn vier Kinder auf einmal bei Laune halten sollte. Mein Fazit: Es ging leichter als gedacht. Hier die Tipps, die uns fünf Stunden lang fünf lachende Kindergartenkinder beschert hatten.

1 – Topfschlagen, der Klassiker. War gut, ist gut, wird gut bleiben. Das erste Mal für unseren Jungen, der noch der Meinung war, warum Augenbinde, wenns mit Spitzeln leichter geht. Andere waren da schon richtige Profis und ertasteten mit dem stilechten Holz-Kochlöffel den Topfstandort. Das schönste an Topfschlagen ist aber immer noch, wenn unter dem Topf dann auch eine tolle Überraschung steckt. Wir hatten Bleistifte mit witzigen Aufsteckern, Badewasserfarben und Spielzeugautos. Das gab große Augen und viel Spaß.

2 – Gastgeschenke. Manche der Kinder waren zum ersten Mal ohne Mama irgendwo. Das war dann nicht ganz so einfach. Nach dem ersten gemeinsamen Spiel (Voll auf die Knolle) gab es für jeden einen Seifenblasenring. Schon war jedes Eis geschmolzen und unser Wohnzimmer voll mit winzigen Seifenblasen.

3 – Basteln. Dem Punk mag man erst mal skeptisch gegenüber stehen. Doch es gibt viele Kleinigkeiten, die leicht zu machen sind, ohne viel Dreck. Wir haben selbst Lesezeichen gebastelt. Die Kinder haben die Tonpapierstreifen mit Kinderscheren ausgeschnitten und gefaltet. Dann durften sie Verziehungen austanzen und die verschiedenen Motive auf ihre Lesezeichen kleben. Zuletzt habe ich geholfen, auf jedes Lesezeichen mit Kleber den Anfangsbuchstaben der Namen zu schreiben, und Glitter darüber gestreut. Der Stolz, etwas Selbstgemachtes mit heim zu bringen steht doch über allem.

4 – Lesen. Immer Zeitlos. Um die Kinder wieder etwas runter zu holen und entspannende Phasen zu schaffen haben wir zwei Bücher gelesen. Fünf Kinder auf dem Sofa um mich herum und alle waren ruhig und still. Gerade gegen Ende gut geeignet, ehe der Troubel des Abholens wieder einsetzt.

5 – Schatztruhen. In unserem Wohnzimmer steht eine große Spielzeugkiste in Form einer Schatztruhe, die ich meinem Sohn zum ersten Geburtstag angemalt habe. Dort sind allerlei Spielsachen verstaut. Wenn ein Kind schon früher fertig war, oder mal etwas Abstand brauchte, durfte es darin wühlen und mit den Sachen spielen. Zwischenzeitlich wollten alle lieber mit den Sachen spielen und haben sich praktisch selbst beschäftigt. Ideal, um kurz den Tisch abzuräumen, oder Schnipsel vom Basteln aufzukehren.

6 – Improvisieren. Mit Kindern läuft nie alles glatt oder so, wie man sich das geplant hat. Nicht alle wollen mitspielen, manche verlieren die Geduld. Lieber nicht zu streng planen, sondern eher Ideen bereit halten. Mit mehr Kindern dauern vieles länger. Da kann auch das Kuchenessen mal zwei Stunden brauchen und ein Bild zu malen genauso lange. Impulse setzten würde der Pädagoge wohl sagen, und den Kindern Raum lassen. Wichtig ist, dass man reichtzeitig die Grenzen zeigt. Zwei Gäste haben sich bei uns um ein Spielzeug gestritten und wollten nicht aufhören. Kurzerhand haben wir das gute Stück einfach weggepackt und schon war Ruhe.

Am Ende gingen alle Glücklich nach Hause, mit Lesezeichen, Bildern und Gastgeschenken. Ich würde es jederzeit wieder tun^^

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