In Mamas Bauch von Eva-Maria Obermann

Ja, es ist seltsam, eine Rezension über ein Buch zu schreiben, dass man selbst geschrieben hat. Ohne Frage. Darum wird das hier eine etwas andere Rezension – eigentlich eher ein Lese-Bericht – , in der ich Versuche in die Rolle der Mama zu schlüpfen, die mit ihrem Kind das Buch gelesen hat.

In Mamas Bauch

Zunächst etwas allgemeines zu dem Buch: Ich habe es nach der Geburt meines Sohnes 2008 geschrieben. Mir war es dabei wichtig, dass er das Wunder der Schwangerschaft etwas besser begreifen kann, wenn er einmal ein Geschwisterchen bekommt. Meiner Meinung nach ist eine Schwangerschaft schon für uns Erwachsene etwas sehr Abstraktes. Wir würden gerne jeden Moment in den Bauch schauen, was das Kind jetzt macht und wie es sich entwickelt. Schon für uns ist das nicht leicht zu begreifen, für Kinder ist das mitunter einfach noch schwerer. Darum schrieb ich In Mamas Bauch.

Das Buch ist unterteilt in 10 Kapitel, für jeden Schwangerschaftsmonat eines. Dabei wird die Zeugung nicht übersprungen, aber versucht, in kindlichen Bildern begreiflich zu machen. In Mamas Bauch erzählt keine Geschichte, ist also eher ein Sachbuch, begleitet das Geschwisterkind aber durch die Schwangerschaft. Beispiele und Bilder erleichtern auch kleineren Kinder, sicht etwas unter „dem Baby“ vorzustellen, das da in Mamas Bauch wächst.

Ich habe jetzt im dritten Schwangerschaftsmonat angefangen, das Buch mit meinem Sohn, 4 Jahre, zu lesen. Wir wollten ihm nicht vorher etwas sagen. Zunächst war er etwas verwirrt. Die Schwangerschaft war noch etwas Unwirkliches. Wir haben die Kapitel nicht auf einmal geschafft, sondern öfter Pause gemacht. Ich wollte es ihm nicht aufdrängen, sondern habe es immer mal wieder angeboten. Er brauchte etwas Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen.

Und dann kam er von selbst, hat sich die Bilder angeschaut, wollte Kapitel nocheinmal hören und verstand nicht so recht, dass wir bis zum nächsten Monat eben noch warten mussten. Je länger ich schwanger war, desto interessierter war er. Das Buch hat ihm dabei geholfen, viel zu verstehen. Von der Nabelschnur ist er total fasziniert und blickt auch seinen Bauchnabel seitdem ganz anders an. Als im Buch erklärt wurde, dass das Baby jetzt hören kann, fing mein Großer an, mit dem Bauch zu reden oder auch an ihm zu horchen. Für ihn ist das Geschwisterchen jetzt schon Familienmitglied.

In Mamas Bauch spricht auch Dinge wie Schwangerschaftsvitamine an, oder warum die Mutter jetzt nicht mehr so schwer tragen darf. Mein Sohn hat darum auch immer darauf geachtet, dass ich meine Tabletten nehme und wenn mir jemand Wein oder Kaffee angeboten hat, laut gesagt: „Nein, das darf die Mama doch nicht, die hat doch mein Geschwisterchen im Bauch“. Er hat durch das Buch schon eine richtige Vorstellung von seinem Geschwisterchen, dabei haben wir ihm Geschlecht oder Name nie verraten. Jetzt ist es bald soweit und er freut sich riesig. Er zählt die letzten Frauenarztbesuche und ist ganz gespannt. Tatsächlich denke ich, dass In Mamas Bauch seinen Teil dazu beigetragen hat.

Die Sprache ist kindgerecht. Auch schwierige Themen wie den Tod des Ungeborenen oder Kaiserschnitt werden angesprochen. Dabei wird im Vorwort bereits erklärt, dass jedes Kind anders ist, Eltern ihre Kinder meist am besten kennen und brisante Stellen auch überspringen können, wenn sie es für richtig halten. Damit In Mamas Bauch auch für andere Kinder „ihre Geschichte“ vom neuen Geschwisterchen wird.

Kommentar

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