Hitzeschlacht – Gabriele Schmid

Liebesromane sind ja selten meins. Ich fliehe vor Kitsch und triefender Romantik. Zu Hitzeschlacht von Gabriele Schmid, ihren neuen Roman aus der Mittsingen-Reihe, habe ich mich nach kurzem Blick auf die Leseprobe dann doch überreden lassen. Immerhin findet dazu gerade auch eine Blogtour statt, die am Donnerstag bei mir gastieren wird.

HitzeschlachtTabea trauert noch immer um ihren gefallenen Verlobten. Nach und nach trifft sie der Schmerz und sie wirft einen prüfenden Blick auf ihr Leben und ihre Beziehung. Dass sie zeitgleich auf Nachricht von Till wartet, der im Ausland ist, sich aber nicht bei ihr meldet, mach die Sache nicht einfacher. Denn Till hat Tabea nicht verraten, dass er Kriegsreporter ist und will eigentlich nur zurück zu ihr. Doch auch der Dorfpastor, dessen Tochter Tabea kennenlernt, bittet immer wieder um ein Treffen zu zweit.

Das Buch ist ohne Probleme ohne Vorkenntnisse der ersten Bände der Reihe zu lesen, da in jedem Buch eine neue Geschichte erzählt wird und die Personen vorab kurz vorgestellt werden. Es ist absolut nicht kitschig, sondern sehr menschlich und die Personen haben weniger überschäumende romantische Gefühle, als eine Mischung aus Herz, Kopf, Angst, Freude und Hoffnung. Der rote Faden ist klar, der Aufbau flüssig, die Andeutungen gut gewählt, so dass die Geschichte in mehrere Richtungen verlaufen kann und nicht nur um Tabea und Till stagniert.

Schön fand ich auch, dass unterschiedliche Perspektiven zu Wort kommen und auch Tills Meinung und Gefühle Raum haben. Das macht die Handlung tiefer und durchdachter. Das Umfeld, das die anderen Charaktere der Reihe zu Wort kommen lässt, führt auch an deren Geschichten und die Weiterentwicklung heran. Das gibt dem Roman den Hauch einer Seifenoper, auch hier sind es gerade die Verstrickungen der Figuren, die mir persönlich etwas zu viel und zu liebesromantypisch sind.

Gut fand ich, dass hier auch Männer bereit sind, Dinge aufzugeben und die Beziehung nicht in eine Richtung verläuft, sondern viele Abzweigungen kennt. Gut, die Figuren haben alle unrealistisch viel Verständnis füreinander und jeder hat immer einen guten Rat auf Lager, aber es kriselt zumindest ansatzweise auch mal – wenn auch nur verhallen. Der große Knall jedenfalls bleibt aus, selbst wenn es immerhin einen Toten gibt. Etwas Eierkuchen-Utopie, aber Stimmig im Roman selbst.

Ihr seht, Hitzeschlacht hat seine Vorzüge und ist keinesfalls schlecht. Mir selbst war er einfach etwas zu sehr Liebesroman, aber dafür gut umgesetzt und unterhaltsam. Für Freunde des Genres zu empfehlen. Für alle, die gerne weniger Kitschiges, aber eben doch mit dem Thema Liebe gerne lesen ein besonderer Tipp.

Ich freu mich über eure Meinungen