Götterkind – T.S. Elin

Im April frisch erschienen ist der erste Teil der neuen Fantasy-Saga von T.S. Elin Edda reloaded. Götterkind. 273 Seiten hat die Neuinterpretation germanischer Mythen in ein neues Gewand. Danke an die Autorin und Literaturschock für mein Exemplar.

Arawn, Sohn Odins und des Fenriswolfes, Anführer von Odins Wolfskindern, hat einen neuen Auftrag. Einen, mit dem er so gar nicht warm wird. Er soll heiraten und eine neue Vanin nach Asgard führen. Das passt so gar nicht zu Arawns Plan. Verkleidet als Edelmann kommt er nach England und trifft das Mädchen, dass einmal seine Frau sein soll. Das Kind fasziniert ihn. Schnell versteht er, was in Wahrheit auf dem Spiel steht. Mehr als die goldenen Äpfel oder Odins Gunst. Doch kann er diesen Kampf überhaupt gewinnen?

Mythos

Ich mag Mythen unheimlich gern und war sofort angetan, als ich hörte, dass hier mal um germanische geht. Alles, was wir heute von der Edda kennen, ist Chris Hemsworth oben ohne. Aber Thor macht ja nicht die ganze Germanische Mythenwelt aus. Umso schöner, dass es hier um andere geht und die Autorin gleich auch etwas mitgedichtet hat. Sie hält sich nicht streng an die Edda, interpretiert dies aber und liefert so eine ganz neue Geschichte. Spannend dabei finde ich auch, dass sie die Handlung nicht nur in Asgard spielen lässt, sondern bewusst im mittelalterlichen England.

Handlungsfäden

Da das Buch der erste Teil einer Reihe ist, beginnen hier viele Fäden, ohne dass der Kurs ganz klar ist. Darüber hinweg sehen kann ich vor allem, weil die Basis der Geschichte abgerundet wird. Arawns Abenteuer, seine zukünftige Braut zu finden und kennen zu lernen. Da sie am Anfang noch ein Kind ist, entwickelt sich diese Beziehung zunächst sehr platonisch, langsam, weniger reißend, als wir es heute gewohnt sind. Das hat mir sehr gefallen. Diese Entschleunigung und das gegenseitige lange Kennenlernen funktionieren entgegen der „Liebe auf den ersten Blick“. (Wie der Roman mit dem Motiv Liebe arbeitet habe ich hier erklärt)

Eine starke Liebesgeschichte mit frischem Wind: Götterkind von T.D. Elin
Figuren

Auch spielt der Roman mit einer noch jungen Frauenfigur, die durchaus ihren eigenen Kopf hat. Zeitlich abgesteckt zwar und teilweise noch in den Startlöchern, aber so, dass es nach einer plausiblen Entwicklung aussieht und im Rahmen der Handlung funktionier. Ich hoffe, dass sich die Stärke noch festigt und in den weiteren Bänden die Frau keine Nebenfigur wird. Dazu gehört auch, dass ich Arawns Konflikt, wie viel er von sich preisgeben darf, absolut nachvollziehe und dennoch nicht so glücklich darüber bin, wie selbstverständlich er sie im Unklaren lässt. Er schwankt zwischen „BadBoy“ und Held.

Spannung

Konflikte gibt es also genug. Schön, dass auch hier Götterkind nichts mit der Tür ins Haus fällt. Er lässt die unterschiedlichen Spannungsebenen langsam wachsen, in unterschiedlichem Maße. Das entschleunigt, ohne fade zu werden. Gezielt wird Raum für Entwicklungen gelassen. Gleichzeitig entwickeln sich auf einer anderen Ebene Stränge, die gefährlich werden können. Diese Spannung aus dem Hintergrund ist sehr angenehm eingefädelt.

Schnell wird dadurch klar, dass Odins Politik und Arawns Gefühle zwar das gleiche Ziel haben, aber doch in ganz unterschiedliche Richtungen gehen. Und dass es noch eine ganz andere Gefahr gibt, die Vater und Sohn bisher nicht einmal erahnen. Ich bin sehr gespannt, wie die Reihe weitergeht und freue mich, dass der zweite Teil quasi schon in den Startlöchern steht.

Ich freu mich über eure Meinungen