Geschichten der Eva Luna von Isabel Allende

Mit den Geschichten der Eva Luna von Isabel Allende und deren insgesamt 364 Seiten hatte ich genau das richtige im Regal, um die erste Aufgabe von Einmal durchs Regal zu lösen (ein Anthologie). Noch dazu ist das Titelbild hauptsächlich weiß, was mir für die Fantasy, Sci Fi und Dystopie – Januaraufgabe gleich noch einmal nutzt.
Als kleine Hintergrundinfo sei gegeben, dass Eva Luna eine Figur ist, der Allende bereits ein eigenes Buch gewidmet hat. In den Geschichten der Eva Luna sollen nun die Geschichte, die Eva immer erzählt, berichtet werden. 23 Geschichten sind es, eingeleitet durch einen Brief, den der Ehemann Eva Lunas geschrieben hat (im Prinzip also eine Art Prolog). Die Geschichten sind dabei herrlich unterschiedlich. Es sind tragische Liebesgeschichten, wie die der Frau des Richters, die so nüchtern erzählt werden, dass die Liebe eine ganz neue Note erfährt. Es sind aber auch so herzerfüllende Geschichten, wie die von Robert und Anna in Unendliches Leben, in der die Liebe auf eine harte Probe gestellt wird und der Tod nicht das eigentliche Übel ist. Es geht um Rache, um das Erwachsenwerden, um Männer und Frauen, um den Tod und um heimliche Wunder und kleine, magische Erfahrungen. Doch schon die erste Geschichte, Zwei Worte, bezaubert und stimmt ein. Es ist die Geschichte einer Geschichtenerzählerin, die mit geheimen Worten die Macht über einen mächtigen Mann gewinnt und auch sein Herz.
Die Macht der Worte, sie ist es, die mich immer wieder durch das Buch geleitet hat. Und Allende versteht es, diese Macht einzusetzen. Sie erzählt mit dem geschriebenen Wort, was schwer genug ist, auf eine Art und Weise, die fesselt, die gemütlich ist und ausschweifend, aber immer spannend und die ungeheure Kraft hat, den Leser in das Südamerika der Erzählzeit zu ziehen. Man spürt die heiße Sonne, auch wenn es draußen stürmt, schmeckt den Sand der Wüste, riecht die Süße des Obstes an den Zweigen der Bäume.
Die Geschichten der Eva Luna sind keine hastigen. Sie lassen sich Zeit, ohne sie zu verschwenden und erzählten oft mehr, als der Leser auf den ersten Blick merkt. Sie erzählten nicht nur die eigentliche Handlung, sondern vermitteln das ganze Gefühl, die Umwelt, das Außenherum. Ich liebe diesen Stil und bin immer wieder so schnell von ihm gefesselt, dass ich nur begeistert sein kann.

Ich freu mich über eure Meinungen