Fünfzehnter Dezember: Lügen, die von Herzen kommen – Kerstin Gier

Heute gibt es im Adventskalender einen Rezensions-Tag. Über den Tag verteilt werden hier mehrere neue Rezensionen eingestellt. Für die Verlosung heißt das auch, ihr könnt unter jeder der heutigen Beiträge kommentieren, um in den Lostopf zu hüpfen.

Kerstin Giers Lügen, die von Herzen kommen, erschienen bei Bastei Lübbe, mit 288 Seiten, war mein zweites Buch aus dem Halloween-Wichteln. Ich hatte es mir extra in meine Krankenhaustasche für die Geburt gelegt, als gemütliche und leichte Unterhaltung für die ersten Tage mit dem dritten Kind. Eigentlich ironisch, wenn ich mir die Schwester der Hauptfigur so betrachte.
Hannah, die Hauptfigur, ist Teil einer ungewöhnlichen Familie. Eine Schwester Modell, die andere mit drei Kindern und abwesendem Ehemann ziemlich überfordert (^^) der jüngere Bruder statt im Abilernen eher im Okkultismus mit seiner neuen Freundin beschäftigt, die Mutter als Althippie allem „normalen“ skeptisch gegenüber, der Stiefvater als gediegener Büromensch eigentlich das genaue Gegenteil. Ziemlich verrückt also. Umso verwunderlicher wie „normal“ Hannah geraten ist. Sie arbeitet für ein Frauenmagazin und ausgerechnet ihre Kolumne wird vom neuen Chef sehr geschätzt, was ihr schnell Sticheleien der Kolleginnen einbringt. Doch der neue Chef bringt noch mehr. Mit seiner Forderung nach einem Artikel über Internet-Bekanntschaften bringt er Hannah nämlich zu Boris. Und der will sie kennenlernen. Zu blöd nur, dass Hannah sich als schlank beschrieben hat, mir ihrer Figur aber von den meisten ihrer Mitmenschen als „dick“ oder gar „übergewichtig“ aufgefasst wird. Die sonst so selbstsichere Hannah gerät ins Straucheln und mit ihr ihre ganze Familie und natürlich die Beziehung zu Boris und die zu dem neuen Chef, der Hannah schnell nicht nur beruflich interessiert.
Ok, mal ehrlich, „Email für dich“ ist nicht nur der meistgenannte Filmtitel des Buches, er ist auch Programm des Plots. Der Hund, mit dem Hannahs Chef spazieren geht, setzt dem noch die Krone auf. Umso besser, dass Kerstin Gier die Auflösung am Ende kurz und knapp hält. Eine Überraschung ist sie ohnehin nicht. Aber vielleicht ist hier auch mehr das Wie interessant, als das Was. Der gewohnt ironisch-humorvolle Stil ist jedenfalls wunderbar, leicht zu lesen, zum Schmunzeln und er hinterlässt dieses gemütliche Gefühl der Unterhaltung.
Das Buch lebt dabei mehr von den Nebenhandlungen, als vom schon erwähnten Hauptplot. Die überlastete Schwester, die seit Wochen nicht durchgeschlafen hat und dennoch von Hannah als „beneidenswert“ betitelt wird, die Freundinnen, die mehr über Männer reden, als tatsächlich mit ihnen zu tun zu haben. Und natürlich die etwas übertrieben satanische Freundin des jüngeren Bruders, die auch noch Hannahs kurzzeitige Abkehr von ihrer selbst einleitet. Bis ins Detail sind die Nebenfiguren ausgearbeitet und machen so das etwas eintönige „Email für dich“-Bild wieder bunt und die alles zusammenhaltende Hannah als Angelpunkt unersetzlich.
Das Buch war, wie ich es mir erhofft hatte. Eine leichte Lektüre, ein lustiger Lesegenuss, nicht wirklich ernst, aber auch nicht vollkommen belanglos. So, wie ich Kerstin Gier kenne. Nein, hohe Literatur ist es keine, aber für zwischendurch schon mal das richtige Häppchen. Ich für meinen Teil hatte meinen Spaß und kann das Buch für diesen Zweck auch gerne weiterempfehlen.

Heute gibt es im Adventskalender auch etwas Lustiges. Das lustige Taschenbuch Nr. 200, die Jubiläums-Ausgabe. Einfach diesen Beitrag zwischen 00:01 und 23:59 am 15.12.14 kommentieren euch selbst die Daumen drücken.

Kommentare

  1. Rose

    Hallo Eva,
    danke für die Rezension und das näherbringen des Buches. Ja, das scheint wirklich eine leichte und humorvolle Lektüre zu sein. „EMail für dich“ ist mir bekannt und von Kerstin Gier habe ich auch schon Bücher gelesen. Ich mag ihren Schreibstil und auch die Bücher.

    Einen schönen Abend mit dem Nachwuchs und der FAmilie.
    LG Rose

Ich freu mich über eure Meinungen