März

Was ich im März lesen soll und was ich lesen werde und gelesen habe:

Ein Buch von einem deutschen Autor: Ruhm von Daniel Kehlmann mit 208 Seiten

In nur 256 Seiten neun Geschichten unterbringen und daraus einen Roman machen? Kein leichtes Unterfangen. Doch Daniel Kehlmann hat es geschafft. Seinen Roman Ruhm habe ich (nicht nur) für die Hauptaufgabe im März von Einmal durchs Regal gelesen (ein Buch eines deutschen Autors lesen).

Wie aber klappt das Meisterwerk? Tatsächlich über mehrere Ebenen. Einerseits sind alles Geschichten verbunden. Da ist der Autor, der mit einer neuen Geliebten auf Lesereise ist. Sie sehen ein Plakat eines Schauspielers, der sein Schauspielerdasein in einer anderen Geschichte für das Unbekanntsein an den Nagel hängt. Möglich hat dies erst die Tatsache gemacht, dass ein Mobilfunkanbieter seine Nummer neu vergeben hat. Darum konnte sich ein Unbekannter kurz geheimnisvoll fühlen. Doch auch im Mobilfunkunternehmen geht es rund. Der Chef führt ein Doppelleben, sein Angestellter irgendwie auch. (mehr)

Ein Buch, das ich geschenkt bekommen oder gewonnen habe: Das Geheimnis des Kalligraphen von Rafik Schami mit 560 Seiten

Ich lasse mir immer wieder gerne Bücher schenken, wenn ich gefragt werde, was ich mir wünsche, und dann ist die Zeit knapp. Für Schamis Das Geheimnis des Kalligraphen habe ich mich trotzdem schnelle entschieden. Schami ist ein Meister des Geschichtenerzählens, lässt seine Leser eintauchen, ohne pathetisch zu sein.

Das Geheimnis des Kalligraphen erzählt die Geschichten vom Christen Salman, der über Umwege und Manipulation zum berühmten Kalligraphen Hamid Farsi kommt, von Hamids Frau Nura, die gerne liest und schneidert, aber in eine Ehe mit einem Mann gezwungen wird, der allein für die Schrift liebt, von der Liebe zwischen Salman und der Muslima Nura und ihrer gemeinsamen, geheimen Flucht, vom Frauenheld Nassri, dem die Schuld an Nuras Flucht gegeben wird, und von Farsi selbst, der die arabische Schrift liebt und sie verbessern will, was für viele Konservative einem Gottesverrat gleichkommt. (mehr)

Ein Buch mit frühlingshaftem Einband: Der Junge, der Glück brachte von Nicholas Vega mit 318 Seiten

Der Junge der Glück brachte von Nicholas Vega ist mein Nebenaufgabenbuch für einen frühlingshaften Einband. Mit 313 Seiten genau richtig um die Wartepausen bei der Eingewöhnung meiner Jüngsten in der KiTa zu überbrücken.

Lyn(ette) ist 14 und lebt mit ihrer Familie (die Eltern, eine 10-jährige Schwester und ein kleiner Bruder) in Thüringen, als ihre Mutter bei einem Unfall stirbt. Die gesamte Familie fällt ins Bodenlose. Der Vater ist mit seiner Arbeit, dem mangelnden Geld, dem Papierkram und der Kindererziehung hoffnungslos überfordert. Lyn wird immer wieder als „die Große“ mit Verantwortung beladen, die sie als 14-Jährige einfach noch nicht tragen kann (das kenne gut). Von einem Computerspielverkäufer bekommt sie das Buch „Der Junge der Glück brachte“. Darin geht es um den 9-Jährigen Jeronimus, der Glück in Form kleiner Steine verschenken kann und in einer sehr freundlichen Umgebung zu leben scheint, sich selbst aber als Gefangener definiert. Lyn glaubt, dass sie vollends den Verstand verloren hat, als sie sich plötzlich mitten in Jeronimus Geschichte wiederfindet. Nach einigem Für und Wieder entscheidet sie sich, ihm zu helfen. Am Ende ihrer gemeinsamen Reise steht aber für beide das Loslassen eines Traums. In der wirklichen Welt stellt Lyn den Computerspielverkäufer, der sich als Autor des Buches entpuppt, zur Rede und erfährt, was wirklich hinter Jeronimus‘ Geschichte steckt. Trotz ihres gescheiterten Abenteuers, kann sie nicht aufhören, dem Jungen helfen zu wollen. Doch erst, als die Verantwortung abgibt, erreicht sie ihr Ziel. Nicht nur in der Geschichte, auch ihr Vater findet eine neue Anstellung und die Familie findet wieder zusammen. (war ja klar) (mehr)

Außerdem gelesen:

Der Preis der Ewigkeit von Aimée Carter (300 Seiten)

Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat von Gavin Extence (472 Seiten)

Sense and Sensibility von Jane Austen (373 Seiten)

Extrem laut und unglaublich nah von Jonathan Safran Foer (472 Seiten)

Rosenfest von Leander Scholz (256 Seiten)

Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens von Sebastian Niedlich (315 Seiten)

The Goddess Test von Aimée Carter (298 Seiten)

Die Arbeit der Nacht von Thomas Glavinic (400 Seiten)

Ich freu mich über eure Meinungen