Dezember

Es ist Dezember, Weihnachten steht vor der Tür. Und damit nimmt mich nicht nur das Baby (das hoffentlich bald sein warmes Mama-Hotel verlässt) in Beschlag, sondern auch der Schreibtrieb-Adventskalender. Nichts desto trotz freu ich mich über das „Geschenk“ von Einmal durchs Regal: die Dezemberaufgaben. Immerhin muss ich dringend Platz schaffen, um die hoffentlich lesbaren Weihnachtsgeschenke unterzubringen. Und fast noch mehr freu ich mich darüber, dass es nächstes Jahr eine Vortsetzung der Aktion geben wird! Nun aber meine Dezember-Leseliste:

Ein Weihnachtsbuch: Der Weihnachtsdieb von Mary& Carol Higgings Clark mit 208 Seiten

Packy Noonan kommt nach Jahren aus dem Gefängnis frei und hat nur ein Ziel: einen Baum, in dem er vor seiner Haftstrafe seine unterschlagenen Millionen versteckt hat. Sein Pech, dass ausgerechnet dieser Baum dieses Jahr als Weihnachtsbaum im Rockefeller-Center stehen soll. Ausgerechnet in einem Hotel, das an das Grundstück, auf dem der Baum steht, angrenzt, verbringt gerade Opal mit ihren Freunden ein Wochenende zur Entspannung – denn Opal gehört zu den Menschen, die Packy einst um ihr Geld erleichterte. Dass zu Opals Freunden nicht nur eine Hobby-Detektivin, sondern auch die Detektivin Regan Reilly und ihr Verlobter, seines Zeichens Polizist, sowie ihre Mutter, Kimi-Autorin, gehören, macht die bunte Truppe perfekt. Als dann auch noch der neidische Nachbar, der eigentlich die Pracht-Tanne verwüsten wollte, den Behälter mit den versteckten Diamanten findet, ist alles wunderbar verworren. (mehr)

Ein Buch, das ich Geschenkt bekommen habe: Mein Jahrhundert von Günter Grass mit 384 Seiten

In 100 Kapiteln – für jedes Jahr von 1900 bis 1999 eines, erzählt er eine kleine Geschichte, meist aus der Ich-Perspektive. Der Erzähler ist dabei stets dem Jahr angepasst, zu dem seine Geschichte gehört, auch wenn es bisweilen Rückblicke sind, Erinnerungen der Figuren. Manches ist dabei wörtliche Rede und Dialog, wobei es schwer ist, zu folgen. Ein anderes Mal wird über mehrere Kapitel ein Treffen zweier Autoren erzählt, aus Sicht einer jungen Frau. Die Eigenarten der Autoren spielen hier genauso rein, wie die Bevormunden, die die Erzählerin zu tragen hat. Dabei wird es verständlicherweise mitunter brisant. Der erste Weltkrieg fällt noch vergleichsweise harmlos aus im Vergleich zum zweiten, der immer wieder vorausgehahnt und dann auch kräftig aufgearbeitet wird (wie sonst bei Grass). Auch der Aufbau der Bundesrepublik ist schön gezeichnet. Immer wieder werden Fragen gestellt und nie wirkliche Antworten geliefert. Im Grunde ist das Buch eine besondere Form des Geschichtsbuch. Ein Versuch, die Gedanken der Menschen festzuhalten und mehr zu zeigen, als Daten und Fakten. (mehr)

Ein Buch meiner Wahl: Er ist wieder da von Timur Vermes mit 400 Seiten

Er ist wieder da. Hitler erwacht 2011 in Berlin, unversehrt und ziemlich verwirrt, denn eben war er noch im Führerbunker. Nun ist er mittellos, arbeitslos, ahnungslos. Er zieht los und hat mehr Glück, als Verstand. Ein Kiosk-Verkäufer, der ihn ihm Kiosk übernachten lässt, macht ihn mit Mitarbeitern eines Fernsehsenders bekannt und ehe er sich versieht, ist Hitler wieder auf der Bühne und verbreitet die gleiche Propaganda, wie bereits vor achtzig Jahren – nur wird er diesmal nicht als Politiker, sondern als Komiker gefeiert. Niemand nimmt ihn so wirklich ernst, aber alle jubeln ihm zu. Dabei ist er entsetzt, vom Ausländeranteil, von der NPD, von der politischen Landschaft überhaupt. Er sagt, was er denkt, und alles wird als Satire aufgefasst, als Kritik am System und als Kritik am Nationalsozialismus. Wer hier wen nicht versteht oder verstehen will ist nicht immer klar zu sagen. Nur in einem sind sich alle einig: Das Thema Juden ist nicht witzig. (mehr)

Was ich außerdem gelesen habe:

Seerosennacht von Daphne Unruh mit 355 Seiten

Wer ist eigentlich Paul von Anette Göttlicher mit 204 Seiten

Zeitrausch: Spiel der Gegenwart von Kim Kestner mit 352 Seiten

Lauter nackte Männer von Tina Grube mit 335 Seiten

Lügen, die von Herzen kommen von Kerstin Gier mit 288 Seiten

Eine Hexe zum Verlieben von Kristina Günak mit 368 Seiten

Luzie und Leander: Verflucht himmlich von Bettina Belitz mit 224 Seiten

Funny Girl von Nick Hornby mit 352 Seiten

Ich freu mich über eure Meinungen