Die Umweltfee – Christa Vera Meier

Erschienen bei Frieling & Huffmann ist das Kinderbuch Die Umweltfee, für das ich mich bei Blogg dein Buch gerne beworben habe. Erstens, weil ich mal wieder ein Kinderbuch rezensieren wollte und zweitens das Thema ideal für meinen Sechsjährigen ist, der im letzten Campingurlaub schon gelernt hat, was passieren kann, wenn ein kleiner Junge Fische fängt.
Die Umweltfee erzählt die Geschichte von den Freunden Emil und Tina. Weil Emil nicht bis zum Mülleimer laufen will, verschmutzt er den Teich, so dass der kleine Barsch nicht mehr atmen kann und Tina nicht mehr seine Freundin sein will. Erst nachdem Tina die Umweltfee gefunden hat, die Emil zur Strafe in ein Krokodil verwandelt, das dann den Teich säubern muss, erkennt Emil, was er falsch gemacht hat und Tina vergibt ihm.
Ich finde das Buch ganz bezaubernd. Es ist eine Geschichte von Freundschaft und Weltverständnis, von alltäglicher Faulheit und dem tiefen Bedürfnis, eine zerstörte Umwelt retten zu wollen. Ein bisschen sind wir alle wie Emil, wenn wir uns nicht bücken, um ein Taschentuch aufzuheben, wenn wir auf Mülltrennung verzichten oder mal eben schnell das Auto nehmen, wo wir auch zu Fuß gehen könnten. Am Ende landet doch alles bei dem kleinen Barsch im Teich. Und ein bisschen sind wir alle wie Tina, wenn wir über Umweltsünder schimpfen, über Fabriken, die das Wasser verschmutzen und unseren Kindern beibringen, warum Äpfel aus Süddeutschland ökologisch besser sind als die Ananas aus Südamerika. Nur die Umweltfee, die uns alle im richtigen Moment zur Strafe in ein Krokodil verwandelt, die gibt es leider nicht.
Die Idee mit dem Krokodil finde ich übrigens wirklich gut. Es hat etwas gefährlich Archaisches, eine Gestalt, die Kinder lachen lässt und ihnen gleichzeitig Angst macht. Und das gefährliche Krokodil, dass den stinkenden Müll mit dem Maul aus dem Wasser fischen muss, dass hat etwas Ekliges und irgendwie, im Zuge der Geschichte, etwas sehr Gerechtes.
Meinem Sechsjährigen hat das Buch im Übrigen auch sehr gut gefallen. „Weil der böse war und als Krokodil sauber machen musste“, meinte er. Ich hoffe nur, er glaubt am Ende nicht, auch ein Krokodil werden zu können.
Etwas kritisch sehe ich das durchaus bediente Geschlechterklischee, immerhin ist es der böse Junge, der den Müll in den Teich wirft und das brave Mädchen, dass die Umwelt retten will. Immerhin ist auch die Umweltfee weiblich. Aufgelockert wird das etwas damit, dass Tina am Ende dem Emil-Krokodil hilft und auch zum Mülleimer läuft.
Ansonsten aber ist das Buch wirklich gelungen und auch vielseitig. So sagt der Text, dass Tina und Emil in einem großen Haus wohnen, die Zeichnungen haben eher Reihenhauscharakter, was dem Text nicht unbedingt widerspricht, so dass viele Kinder sich wieder finden können. Auch daneben überzeugt das Buch durch die Identifikationsmöglichkeiten. Beispielsweise wenn der grüne Spielplatz hinten noch die Sammelmülleimer zeigt, oder Tina bis zum Wald einen „weiten“ Weg hinter sich bringen muss. Wer ein Kind hat weiß, „weit“ ist sehr relativ.
Zusätzlich praktisch ist das Buch, weil es schmal und vom Format her klein ist, also auch für zwischendurch in die Handtasche passt. Gleichzeitig sind die Seiten so stabil, dass auch meine Einjährige problemlos die Bilder durchblättern kann. Insofern kann ich das Büchlein bestens empfehlen. Eine schöne kleine Geschichte mit Lerneffekt und dennoch lustigen Momenten für die kleinen Leser.

Ich freu mich über eure Meinungen