Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling

Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling sind der erste Teil der Känguru-Trilogie. 272 Seiten hat dieser erste Band, erschienen bei Ullstein. Damit ist er wie geschaffen für die Nebenaufgabe im Januar von Einmal durchs Regal.

Eines Tages zieht in die Nachbarwohnung des Erzählers ein Känguru ein. Eines das sprechen kann. Und zum Leitwesen des Ich-Erzählers, der wie der Autor selbst heißt, hört es gar nicht mehr damit auf und tauscht die Nachbarwohnung schnell mit einer Hängematte in seinem eigenen Wohnzimmer. Fortan gehört es zum Alltag des Erzählers. Bis die beiden eines Tages ein Detektivbüro gründen und nebenan ein Pinguin namens Moriati einzieht.

Das Känguru als eine Art Alter Ego finde ich sehr interessant. Warum ausgerechnet ein Beuteltier und dann auch noch mit Beutel? Eines, das mehr oder weniger politische Aussagen macht und prinzipiell gegen alles ist. Eines, das behauptet im Vietcong gewesen zu sein und sehr klischeehafte kommunistische Ansichten hat. Ja, das Buch ist Satire, und zwar sowas von. Mitunter sehr kritische Satire. Ich habe wohl mehr geschmunzelt, als wirklich gelacht (außer an der Stelle mit Star Wars – die fand ich schon sehr bezeichnend).

Die Kapitel sind sehr kurz, manchmal gerade eine Seite. Ideal also für eine Zwischendurch-Lektüre. Dass es dabei eine gewisse Ordnung gibt, stellt sich erst heraus, als diese Kapitel auch Bezug aufeinander nehmen und nicht nur episodenhaft daherkommen. Es gibt viele Verweise auf Bücher und Filme oder Serien. Und nicht zu vergessen der ständige politische Subtext. Der eher unpolitischen Lesern vielleicht störend vorkommen kann. Ich fand ihn sehr gut und bissig. Dabei steht nicht nur die Regierung im Mittelpunkt der Kritik, sondern eben auch das Känguru, dass zwar viel will, aber nichts erreicht (oder doch ;-)).

Die Seiten verflogen jedenfalls im Flug und ich bin sehr gespannt wie es weitergeht. Eine klassische Romanhandlung darf hier aber nicht erwartet werden. Und das ist eben nicht jedes Lesers Sache.

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