Der digitale Überblick – Katalogisier-Apps für Bücher

Alles fing damit an, dass ich im neuen Jahr meine Bücherregale katalogisieren wollte. Nicht nur, damit ich weiß, welche Bücher da eigentlich auf meinem SuB warten, wenn ich mal den Überblick verliere. Der grundlegende Gedanke war der, auch zu wissen, wo meine Bücher gerade stehen. In welchem meiner Wohnzimmerregale, im Flur oder gar im Kinderzimmer? Und der Blick ins Arbeitszimmer war dabei umso wichtiger. Denn gerade für meine Dissertation muss ich im Auge behalten, wo welche Bücher, aus denen ich zitieren will, stehen. Also fragte ich mal nach, welche Apps so benutzt werden und das war ziemlich ernüchternd.

Zwischen Exel und Internet

Einer der erste Vorschläge war eine Exel-Tabelle. Ist mit Sicherheit praktisch, aber mir einfach nicht schnell genug. Ich wollte eine App, mit der ich ISBN-Nummern einscannen kann, denn bis ich alle Regale durchhabe, wenn ich alles tippe, brauch ich mit der Diss erst gar nicht anfangen. Ein ganz guter Vorschlag war librarything. Ein Plattform, auf der ich Bücher zuordnen und rezensieren kann. Sogar eine brauchbare Statistik gibt es. Nachteil: Will ich mehr als offiziell 200 Bücher katalogisieren, zahle ich. Nein, der Betrag ist dabei nicht das Problem. 25$ auf Lebenszeit ist auszuhalten. Ein richtiger Nachteil aber ist, dass die Scan-App nur mit der .com Version von librarything funktioniert. Ich muss also immer wieder umstellen. Wenn ich dann bedenke, dass ich einige Bücher ohnehin manuell eingeben muss, weil sie schlicht zu alt sind und keine ISBN haben, fällt librarything aus. Denn dann muss ich mich an den PC setzen. Ich suche aber eine mobile Lösung.

Bitte mobil!
Bitte mobil! (Foto: stevepb / pixabay.de)

CLZ Books ist auf nur 100 Bücher begrenzt und will dann 15$. Auch ertragbar, aber mehr, als die kostenlosen Apps kann das auch nicht. Noch dazu stelle ich fest: Viele englischsprachige Apps haben Probleme mit dem deutschen Buchmarkt. Bei Book a log beispielsweise wird die manuelle Eingabe schwierig, wenn es keine Referenz im Netz gibt. Auch das Einordnen in Regale ist hier nicht so einfach. Im Grunde unterscheidet die App in gelesene, zu lesende und solche Bücher, die ich gerade lese. Das kann goodreads auch. Warum bleibe ich nicht gleich dabei? Ich kann bei goodreads eigene Regale anlegen und die ISBN scannen. Aber auch hier ist das manuelle Eingeben nicht immer von Erfolg gekrönt.

Sehr rudimentär ausgestattet ist die Bücherwurm-App. Sie unterteilt Bücher ziemlich frei in Genres (mein Fachbuch wird mal eben ein Abenteuerroman) und das mit den Regalen ist eher Wunschdenken. Regale genug gibt es dagegen bei Shelves. Hier können auch gleich Filme, CDs, Kleidung, etc. katalogisiert werden. Vor dieser Flut knicke ich gleich wieder ein. Zu unübersichtlich für meinen Geschmack. Die Optik ist es weitgehend auch, die mich Book Catalogue wieder entfernen lässt. Mal abgesehen davon, dass gerade manuelle Änderungen etwas umständlich sind, wirkt das Design erschlagend, nicht ordnend.

Ich möchte meine Bücher im Blick haben (Foto: congerdesign / pixabay.de)
Die drei besten

Zuletzt ranke ich mich um drei Apps. Ninive Library kommt zwar in einem Mischmasch aus Englisch und Italienisch daher, was mich immer wieder irritiert, doch ich kann bequem eigene Regale anlegen und die Bücher dementsprechend zuordnen. Umständlich ist, dass ich die Bücher komplett manuell eingeben muss, sobald kein Code zum Scannen da ist. Und die Übersicht besteht nur aus Titel und Autor, Cover fehlen vollständig.

Das bietet dafür Meine Bibliothek, bei der ich auch mit der eingetippten ISBN suchen und ein Buch eingeben kann, dass keine ISBN hat. Der riesen Vorteil für mich ist, dass die APP als EINZIGE den Barcodecanner nutzt, den meine Handykamera standardmäßig hat. Für alle anderen brauche ich eine extra Scanner-App, was mich wirklich nervt. Der riesen Nachteil: Die App listet einfach alle Bücher auf. Es gibt keine Regale, denen ich die Titel zuordnen könnte. Wäre diese kleine Lücke gefüllt, würde ich Meine Bibliothek ohne Zögern jedem empfehlen.

Meine Regale, immer im Blick? (Foto: Mysticartdesign / poxabay.de)

Fast alles, was ich gerne hätte, liefert aber Codex. Die App scannt mittels eines zusätzlich installierten Scanners (Bähhhh), ich kann die ISBN manuell einfügen und sogar nach dem Buchtitel suchen, was bei älteren Büchern sehr praktisch ist. Auch eine manuelle Eingabe, wenn das Buch wirklich gar nicht zu finden ist, ist möglich. Codes fasst mir die Bücher unter Autoren, Verlagen, Kategorien, Sammlungen, Reihen und Regalen zusammen. Das ist fast schon wieder zu viel des Guten, aber wirklich praktisch, wenn mal etwas bestimmtes gesucht wird. Auch Lieblingsbücher kann ich auswählen oder Bücher als verliehen markieren (Mama, die Star Trek Physik liegt noch bei dir rum). Sogar anmerken, ob das Buch gar einem Freund gehört und ich es nur geliehen hatte (oder noch leihen will) kann ich. Anders herum: Würde Codex nun noch meinen Kamera-Scanner nutzen, wäre ich wunschlos glücklich.

Kommentare

  1. Interessanter Beitrag! Die Frage nach solchen Apps lese ich immer wieder, aber eine überzeugte Antwort habe ich dazu bisher nicht gehört. Ich selbst nutze nur Goodreads, weil ich keine genaue Angabe darüber brauche, wo sich das Buch befindet. Wobei man das auch gut über die Kategorien regeln könnte, denen man das Buch zuordnet und das Scannen direkt über die App auch möglich ist.
    Aber das ist einfach ein Thema, das jeder für sich selbst ausprobieren muss, weil natürlich jeder unterschiedliche Ansprüche hat. Schön dass du eine App gefunden hast, mit der du glücklich bist! 🙂

    • He. Ja, für das einfache Auflisten, welche Bücher man hat, eignet sich goodreads natürlich. Und du kannst dort auch verschiedene Regale erstellen und die Bücher zuordnen. Mein Hauptproblem dabei ist das umständliche Eingeben bei Büchern, die keine ISBN haben oder nicht im Verzeichnis sind. Das geht einfach anders leichter.

      • Da hast du recht, das Problem habe ich zum Glück selten, ich habe aber auch nicht viele alte oder so unbekannte Bücher, dass sie noch niemand vor mir eingetragen hat. Aber ja, das ist dann wirklich ziemlich aufwändig, ich kann dich verstehen.

  2. Julia | Literameer

    Hallo,

    ich habe mich auch immer wieder mal damit beschäftigt, meine Bücher zu katalogisieren. Früher hatte ich verschiedene Tabellen, bin dann aber zu Goodreads gewechselt. Vor allem deswegen, weil ich keine Lust hatte, alles von Hand einzugeben. Verschiedene Apps habe ich auch mal ausprobiert, das war aber alles nicht das Richtige.

    Mittlerweile halte ich nur noch meine Wunsch- und Merkliste sowie meine gelesenen Bücher nach. Dafür nutze ich Goodreads und die Wunschlistenfunktion bei amazon. Das funktioniert für mich sehr gut.

    Ich verstehe aber, dass die Suche nach einer App die wirklich alle eigenen Ansprüche erfüllt gar nicht so leicht ist. Da wäre es glatt noch eine Alternative, eine eigene App zu basteln 😉

    LG
    Julia

  3. Huhu
    Damit habe ich mich ehrlich gesagt noch nie beschäftigt, was es alles gibt 🙂 noch habe ich den Überblick und kann mir merken wo ich was habe, sollte es mal soweit sein das ich keinen Durchblick mehr habe dann werde ich mich auch auf die Suche nach sowas machen müssen.
    LG Sonja

  4. Huhu!

    Ich hatte tatsächlich mal eine Excel-Tabelle, in der alle SUB-Bücher mit Regal und Standort verzeichnet waren, aber die habe ich dann zu lange nicht mehr gepflegt, und dann habe ich sie irgendwann gelöscht…

    Ich habe meinen SUB und meine Wunschliste inzwischen komplett bei Goodreads eingepflegt (mit eigenen Regalen, weil ich wollte, dass sie auch „sub“ und „wunschliste“ heißen) und bin eigentlich ganz zufrieden damit. So viele Bücher musste ich überraschenderweise gar nicht manuell einpflegen!

    LG,
    Mikka

Ich freu mich über eure Meinungen