Dem Schicksal sei untreu – Celeste Ealain

Der Prequel zur Schicksalsträgerreihe von Celeste Ealain ist ein kurzes Vergnügen von 59 Seiten.

Demian wacht auf einer Landstraße alleine auf. Ehe er herausfinden kann, wo er ist, erscheint ein Wesen, das ihm erklärt, er müsse eine Tragödie verhindert, das sei seine Aufgabe und sein Lebenszweck. Viel mehr bekommt er nicht mit auf den Weg. Das Schicksal eines Menschen soll er ändern. Schnell findet Demian heraus, dass es um Kilea geht, die dabei ist, sich in Jerik zu verlieben – und das muss Demian verhindern.

Ich finde die Geschichte sehr interessant aufgebaut. Im Grunde muss das Buch am Ende wieder neu gelesen werden, um alles zu verstehen und die innere Logik nachzuvollziehen. Alles steht dann in einem anderen Licht. Damit meine ich nicht nur die Handlung, sondern auch die Figuren. Gerade Demian erfährt eigentlich nur wegen des Endes eine Wandlung und kommt schließlich in seiner Rolle an.

Es geht dann im Grunde auch weniger um Kilea oder ihre Beziehung, als um Damian selbst. Sie ist eine Figur, die blass bleiben muss, nur bedingt Raum erfährt, weil er im Zentrum steht. Vielleicht ist es mir deswegen ein bisschen schwer gefallen, ganz in die Geschichte einzutauchen. Auf den wenigen Seiten wird vieles nicht tief genug bedacht. Ein toller Eindruck bleibt durch das Ende trotzdem.
Auch der Stil ist entwicklungsfähig und kommt hier nicht ganz zum Tragen. Demian handelt ohne Überzeugung, weil er muss. Er hat keinen Blick für das große Ganze, sondern wirkt teilweise schon fast stupide im Erfüllen seiner Aufgabe. Erst als er erkennt, wie sich seine Fehler auf Kileas Leben auswirken, öffnen sich seine Augen etwas für mehr, als nur ihn.

Dadurch, dass nur wenige Fakten über die Schicksalsträger genannt werden, bleibt diese Eben auch nur ansatzweise aufgedeckt. Die Intension, Interesse für die Reihe zu erzeugen, ist mit Dem Schicksal sei untreu auf jeden Fall gelungen.

Kommentar

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