Das Schicksal ist ein mieser Verräter – John Green

336 Seiten hat John Greens beliebtes Buch um zwei krebskranke Jugendliche, die sich ineinander verlieben, Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Das Buch habe ich nicht nur beim letztjährigen Einmal durchs Regal ergattert, sondern es wurde verfilmt und so kann ich es für die März-Hauptaufgabe nutzen (Absicht?).
In der Selbsthilfegruppe lernt die krebskranke Hazel Augustus kennen, der durch Knochenkrebs ein Bein verloren hat. Sie verlieben sich und er bringt sie nach Amsterdam, um sie ihrem Lieblingsautor vorzustellen. Der entpuppt sich nicht nur als Arsch, sondern Augustus muss Hazel auch gestehen, dass er neue Metastasen hat.
Nicht umsonst ist das Buch berühmt berüchtigt. Selten habe ich so eine authentische, kitschlose und wunderschöne Liebesgeschichte gelesen. Die Tragik des Endes ist vorprogrammiert und nimmt der Geschichte nichts. Es gibt nur ein Glück im Leben, zu lieben und wieder geliebt zu werden (Shakespeare, oder?), und so leben diese beiden kranken Kinder mehr, als viele anderen.
Dabei begegnen sie dem Leben mit einem unerschütterlichen Humor, einem liebevollem Sarkasmus und dem tiefen Wunsch, nicht aufzugeben, nur weil man verloren hat. „Okay“ ist das Schlagwort der Liebenden, ihr Mantra. Kein „für immer“, kein „auf ewig“, kein „alles wird gut“, denn nichts kann gut werden, aber, mit viel Glück, einfach okay. Toller Stil, toller Plot, tolle Wortwitze. Die literarischen Anspielungen sind genial und die Einarbeitung des fiktiven Autors von „ein herrschaftliches Leiden“ essentiell für das, was Hazel beschäftigt, das Danach.
Wir verlieben uns mit Hazel, in Augustus, in das Leben, in das winzige bisschen Glück und die kleinste Ewigkeit. Ihre Angst, wie eine Bombe zu explodieren und alle in ihrer Nähe zu verletzten, ist nachvollziehbar. Und doch lockt er sie heraus und sie ist ihm keine Sekunde deswegen böse.
Das Schicksal ist ein mieser Verräter für alle, deren Leben zu kurz ist, aber nur, weil kein Leben lang genug sein kann, für die, die zurück bleiben. Wichtig ist doch, dass es gelebt wurde. Die Erfahrung macht Hazel und wir machen sie mit. Dabei ist Das Schicksal ist ein mieser Verräter kein Krebsbuch, denn Krebsbücher sind ätzend, sagt Hazel. Es ist ein Buch über das Leben. Über die Lebenden. Über tiefen, nie endenden Schmerz. Und tiefe Liebe. Buchstäblich.

 

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