Das romantische Interview mit Stefan Godot

Falls ihr es noch nicht bemerkt habt: heute ist Valentinstag. Natürlich habe ich mir dafür etwas Tolles für euch ausgedacht und freue mich, dass ich ein paar Schreiberlinge der #BartBroAuthors zu einem romantischen Interview überreden konnte. Oh lala 😉

Romantik ist ein großes Wort. Es stammt aus dem Altfranzösischen romanz, das alle Schriften meint, die in der Volkssprache verfasst sind. Unter „romantisch“ verstehen wir Sinnliches, Fantastisches, Schauriges, Natürliches, Emotionales. Die Epoche der Romantik (Ende 18., Anfang 19 Jhd.) war eine Rückbesinnung auf katholische Tugenden, aber auch der Spaß am Nervenkitzel, am Mythischen und beängstigend Geheimnisvollen. Darum wird es auch im „romantischen Interview“ nicht (nur) um Rosenblätter und Herzchen gehen.

Und jetzt ein Trommelwirbel für den ersten Mutigen, Stefan Godot, Autor der Ariames Trilogie, die 2017 erscheint. Ein waschechter Alltags-Romantiker mit Vorliebe für Abendstunden, Augen und Lichtschwerter. Vielen Dank, Stefan, fürs Mitmachen und das wahrlich valentinstagstaugliche Autorenfoto.

Foto: Stefan Godot
Schreibtrieb: Die Romantik ist die Zeit der Volkgeschichten und Märchen. Welches ist dein Lieblingsmärchen und warum?

Stefan: Muss es ein klassisches sein? Dann ganz klar „Tischlein deck dich“. Etwas moderner würde ich aber noch Star Wars in den Raum werfen. Die drei ursprünglichen Filme zählen ja als moderne Märchen und haben ihre Wurzeln in vielen Märchen und Geschichten soweit ich weiß.

Schreibtrieb: Die romantische Liebe besteht aus großer Sehnsucht, Herzschmerz und einer grandiosen Erfüllung im Zusammensein. Welche Liebesgeschichte hat dich denn so richtig gerührt?

Stefan: Meistens gefallen mir die, die kein Happy End haben. Das mitfühlen des Schmerzes und das gleichzeitige Ausmalen einer „Was-wäre-wenn“ Zukunft, in der die zwei Liebenden es doch irgendwie geschafft hätten, macht dabei am meisten Spaß. In David Ambrosi’s „Ex“ hat mich die Liebesgeschichte sehr mitgenommen, obwohl sie nicht relevant für die Handlung war.

Schreibtrieb: Valentinstag wird ja gerne als Festtag der Pralinen- und Grußkartenindustrie verpönt. Wie zeigst du denn deinen Liebsten sonst, was sie dir bedeuten?

Stefan: Ich glaube, es sind meistens die kleinen Dinge im Leben die zählen. Zum Beispiel mal ungeplant morgens warme Brötchen mitbringen oder gemeinsam Essengehen. Liebe geht offenbar wirklich durch den Magen!

Schreibtrieb: Der heilige Valentin von Terni wird dafür verehrt, dass er Liebespaare trotz Verbot nach christlichen Riten getraut hat. Dafür wurde er am 14.02.269 hingerichtet. Für welche Überzeugung würdest du dein Leben riskieren?

Stefan: Zum Glück leben wir in einem freien Land. Es gibt zwar Dinge, für die ich mich stark mache, aber nicht vieles ist ein Leben wert. Ich denke, wenn es gegen Ungerechtigkeit (gegen Frauen, Kinder und Tiere) geht, wäre dies der sinnvollste Weg, dass eigene Leben zu riskieren.

Schreibtrieb: Romantik hat epochengeschichtlich auch immer etwas mit Schaudern und Fürchten zu tun. Vor was fürchtest du dich bei der Liebe am meisten?

Stefan: Ich habe mich immer vor der eigenen Veränderung gefürchtet. Oft entwickeln sich Menschen in Beziehungen und geben z.B. Dinge auf, die ihnen wichtig waren, nur um weniger mit dem Partner anzuecken. Kompromisse müssen zwar immer sein, doch man sollte immer aufpassen, dass man derjenige bleibt, der man vorher auch schon war!

Schreibtrieb: Mal ehrlich, es wird Frühling, die Bienlein summen, die Vögel zwitschern, die Bärte wachsen. Was gehört für dich zu einer romantischen Stimmung einfach dazu.

Stefan: Egal was man Romantisches vorhat, es sollte  am Abend sein. Tagsüber fehlt einfach etwas ganz besonderes, was man nicht genau definieren kann.

Romantik nur am Abend, meint Stefan Godot (Foto: AJEL / pixabay.de)
Schreibtrieb: Und was ist zu viel? Wo fängt für dich der Kitsch an, alles zu vermiesen?

Stefan: Pralinen, Herzen & Forrest Gump ähnliche Kitschfilme (Weihnachtsfilme funktionieren mit Romantik übrigens viel besser: Und täglich grüßt das Murmeltier, Tatsächlich Liebe, Nightmare before Christmas uvm.)

Schreibtrieb: Romantische Szenen zu schreiben ist nicht immer leicht. Welche drei Worte sind für dich dabei unersetzlich und warum?

Stefan: Ich versuche gerne über „Blicke“ und „Augenkontakt“ zu gehen, weil dies meist der Moment ist, indem das „Knistern“ beginnt. Interessanterweise ergibt sich das bei Kampfszenen auch auf eine ähnliche Weise 🙂

Schreibtrieb: Zuletzt noch fünf Kleine Assoziationsfragen. Antworte schnell, ohne nachzudenken, aus dem Affekt:

a. Blumen oder Pralinen -Blumen!!
b. Rot oder Rosa -Rot!!
c. Herz oder Hintern -Klingt nach einer neuen RTL Show!!
d. Mund oder Augen -Augen!!
e. Herz oder Kopf -Herz!!

Noch einmal vielen Dank an Stefan und ich hoffe, euch hat das erste romantische Interview auf Schreibtrieb so viel Spaß gemacht, wie uns.

Ich freu mich über eure Meinungen