Das romantische Interview mit Nina C. Hasse

Zum Valentinstag habe ich mir vorgenommen zusammen zu bringen, was zusammen gehört. Wie Buchverrückte und tolle Autoren. Ihr konntet heute schon Stefan Godot kennenlernen, dessen Trilogie Ariames dieses Jahr erscheint. Doch das war noch nicht alles (Nein, noch lange nicht!). Voller Stolz begrüße ich jetzt eine außergewöhnliche Autorin, deren Steampunk-Roman Ersticktes Matt gerade in aller Munde ist: Nina C. Hasse.

Romantik ist ein großes Wort. Es stammt aus dem Altfranzösischen romanz, das alle Schriften meint, die in der Volkssprache verfasst sind. Unter „romantisch“ verstehen wir Sinnliches, Fantastisches, Schauriges, Natürliches, Emotionales. Die Zeit der Romantik (Ende 18., Anfang 19 Jhd.) war eine Rückbesinnung auf katholische Tugenden, aber auch der Spaß am Nervenkitzel, am Mythischen und beängstigend Geheimnisvollen. Darum wird es auch im „romantischen Interview“ nicht (nur) um Rosenblätter und Herzchen gehen. Begrüßt mit mir die fabelhafte Nina C. Hasse, BartBroAuthor mit Schmetterlingen im Bauch, die warme Haut einfach toll findet.

Schreibtrieb: Die Romantik ist die Zeit der Volkgeschichten und Märchen. Welches ist dein Lieblingsmärchen und warum?

Nina: Ich mag das französische Volksmärchen „Die Schöne und das Biest“. Vielen dürfte es v.a. durch die Disney-Adaption bekannt sein. Ich mag den Gedanken, dass es in der Liebe in erster Linie nicht um Äußerlichkeiten geht.

Schreibtrieb: Die romantische Liebe besteht aus großer Sehnsucht, Herzschmerz und einer grandiosen Erfüllung im Zusammensein. Welche Liebesgeschichte hat dich denn so richtig gerührt?

Nina: Das waren eigentlich sogar mehrere, denn ich liebe den Film „Love Actually“. Den sehe ich mir jedes Jahr zu Weihnachten an und ich könnte die ganze Zeit dümmlich grinsend vor dem Fernseher sitzen, weil ich ihn so sehr mag. Die zahlreichen ineinander greifenden und völlig unterschiedlichen Liebesgeschichten haben es mir angetan.

Schreibtrieb: Valentinstag wird ja gerne als Festtag der Pralinen- und Grußkartenindustrie verpönt. Wie zeigst du denn deinen Liebsten sonst, was sie dir bedeuten?

Nina: Meistens sage ich es ihnen einfach. Oder schreibe Postkarten an diejenigen, die weiter weg wohnen. Manchmal bringe ich auch kleine Präsente mit, von denen ich sicher bin, dass sie sich darüber freuen. Dafür brauche ich allerdings nicht unbedingt einen Anlass.

Schreibtrieb: Der heilige Valentin von Terni wird dafür verehrt, dass er Liebespaare trotz Verbot nach christlichen Riten getraut hat. Dafür wurde er am 14.02.269 hingerichtet. Für welche Überzeugung würdest du dein Leben riskieren?

Nina: Für die Freiheit. Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn man versucht, mir Vorschriften zu machen, mich in eine bestimmte Richtung drängen will oder sich allzu sehr in mein Leben einmischt. Ich beobachte mit Sorge, dass wir aktuell immer mehr Freiheiten für eine scheinbare Sicherheit aufgeben.

Schreibtrieb: Romantik hat epochengeschichtlich auch immer etwas mit Schaudern und Fürchten zu tun. Vor was fürchtest du dich bei der Liebe am meisten?

Nina: Ich denke, die meiste Angst habe ich vor Verlusten. Der Gedanke, geliebte Menschen zu verlieren (durch welche Umstände auch immer), erscheint mir oft unerträglich.

Schreibtrieb: Mal ehrlich, es wird Frühling, die Bienlein summen, die Vögel zwitschern, die Bärte wachsen. Was gehört für dich zu einer romantischen Stimmung einfach dazu?

Nina: Ein paar Schmetterlinge im Bauch und ein Gegenüber, das einem auf Augenhöhe begegnet. Alles andere ergibt sich.

Ohne Schmetterlinge im Bauch geht nichts (Grafik: Alexas_Fotos / pixabay.de)
Schreibtrieb: Und was ist zu viel? Wo fängt für dich der Kitsch an, alles zu vermiesen?

Nina: Ich bin ziemlich empfindlich, was Kitsch angeht, da ist bei mir ganz schnell eine Grenze überschritten. Mir sind meist schon Dialoge too much, in denen sich die Protagonisten mehrmals versichern, wie toll, begehrenswert und einzigartig sie einander finden. Da verdrehe ich innerlich recht schnell die Augen.

Schreibtrieb: Romantische Szenen zu schreiben ist nicht immer leicht. Welche drei Worte sind für dich dabei unersetzlich und warum?

Nina: Ich glaube, ich könnte eine romantische Szene auch ohne diese Wörter schreiben, aber einfacher wird es durch die Wörter sanft, Wärme und Haut. Das sind für mich Wörter, die ich mit Romantik verbinde. Die Haut als größtes, fühlendes Sinnesorgan, Wärme als ein Gefühl von Geborgenheit und Wohlbefinden. Romantik muss für mich nicht zwingend sanft sein, ein sanfter Umgang miteinander erscheint mir jedoch essentiell.

Schreibtrieb: Zuletzt noch fünf Kleine Assoziationsfragen. Antworte schnell, ohne nachzudenken, aus dem Affekt:

a) Blumen oder Pralinen > Pralinen
b) Rot oder Rosa > Rot
c) Herz oder Hintern > Herz
d) Mund oder Augen > Augen
e) Herz oder Kopf > Herz

Vielen Lieben Dank an Nina, es war mir eine Ehre.

Ich freu mich über eure Meinungen