Charlie und die Schokoladenfabrik (Hörbuch) – Roald Dahl

Längst überfällig ist meine Rezension zum Hörbuch zum Kinderbuchklassiker Charlie und die Schokoladenfabrik von Roald Dahl, erschienen mit 3 Stunden, 14 Minuten im Hörverlag.

Charlie lebt mit seiner Familie in einer ärmlichen Hütte in London. Nur einmal im Jahr kann sich die Familie eine Tafel Schokolade leisten – an Charlies Geburtstag. Dabei steht ausgerechnet auf Charlies Schulweg die berühmte Schokoladenfabrik von Willy Wonka. Eines Tages verkündet der, erstmals fünf Kindern und ihren Eltern Einlass in seine Fabrik zu gewähren. Fünf goldene Eintrittskarten werden dazu bei den Schokoladentafeln mitverpackt. Für Charlie geht ein Traum in Erfüllung, als er eine der Karten findet. Da aber beginnt sein Abenteuer erst.

Charlie und die Schokoladenfabrik ist nicht erst seit der Verfilmung mit Johnny Depp schlicht ein Hit. Das Märchenland der Süßigkeiten, ein Fluss aus Schokolade und der Sieg der Tugenden. Diese seltsame Mischung aus Kindertraum und Erwachsenenlogik hat Roald Dahl märchenhaft festgehalten. Wo die anderen Kinder Gier, Hochmut, Maßlosigkeit und Eifersucht an den Tag legen ist er ruhig, besonnen, träumerisch und schlichtweg fasziniert. Dabei scheinen die Kritikpunkte wie übermäßiger Mediengebrauch, zu viel Naschereien, keine Grenzen kennen, … auch heute noch anwendbar.

Vielleicht ist Charlie und die Schokoladenfabrik gerade deshalb ein Klassiker. Weil die Geschichte wie keine andere den Wunsch der Eltern nach einem braven Kind auf der einen Seite und den Wunsch des Kindes nach Magie, nach Märchen, einfach nach mehr zeigt. Und gleichzeitig offenbart sie wie es nicht sein soll. Wie schnell Kinder ihre Kindlichkeit verlieren, wenn sie keine Grenzen kennen.

Charlie jedenfalls besticht durch seine Einfachheit, seine Loyalität und Durchschnittlichkeit. Während die anderen Kinder ständig negativ auffallen ist Charly der Archetyp eines Kindes. Immer Staunend, nie zweifelnd. Abgrenzungsmerkmal: arm. Dass gerade er der Held ist, ist erfrischend erholsam angesichts der ständigen Versuche, den Helden einer Geschichte noch ein bisschen besonderer zu machen.

Dahls Stil ist dabei spielerisch, kindgerecht und erzählend wie bei einem Märchenonkel. Gerade das paart sich wunderbar mit dem Sprecher Ulrich Noethen, der viel Ruhe zeigt, die Geschichte manchmal dahinplätschern lässt und gerade dadurch die Illusion des Vorlesens festhält. Mit der Fähigkeit, staunen zu lassen und selbst ruhig zu bleiben, macht Noethen aus Charlie und die Schokoladenfabrik ein wunderbares Hörbuch für Kinder.

Kommentar

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