BookLess. Wörter durchfluten die Zeit – Marah Woolf

Um wieder zur Fantasy-Fee zurück zu kommen habe ich nun die Bookless-Reihe von Marah Woolf begonnen. Der erste Band Wörter durchfluten die Zeit hat 312 Seiten für mein September-Konto. Gefallen hat mir die Idee der sprechenden Bücher, die gerettet werden müssen sofort.
Die Umsetzung war leider etwas schwach. Wobei der Plot durchaus viel zu bieten hätte. Lucy hat eine besondere Beziehung zu Büchern. Als sie in der Uni-Bibliothek im Archiv arbeitet, erkennt sie, dass die alten Bücher mit ihr reden, sie rufen um Hilfe. Ganze Sammelbände verschwinden plötzlich, selbst die Erinnerung an die Bücher scheint ausgelöscht, nur Lucy erkennt das Fehlen, weiß aber nicht, was das bedeutet. Ein Mal in Form eines Buches bekommt zudem Bedeutung. Entscheidend aber ist das Auftreten Nathans. Der Enkel eines berühmten Literaturprofessors scheint Bücher zu liebe, wie Lucy. Doch er gehört einem geheimen Bund an, der die Bücher vor der Allgemeinheit retten will. Als Menschen für das Geheimnis, das Lucy umgibt, sterben, und sie der Wahrheit nahe kommt, muss sie sich entscheiden, auf welche Art sie die Bücher retten will.
Bücher, die gerettet werden müssen – die Idee finde ich toll. Ein Eigenleben für das geschriebene Wort, mehr als nur Buchstaben, die aneinander gereiht werden, Persönlichkeiten, Leben zwischen Buchdeckeln. Die ominöse Vereinigung aber finde ich etwas zu spirituell. Immerhin wird ausgerechnet ihren Mitgliedern eine besondere Fähigkeit in die Wiege gelegt, die auch noch nach gewissen Regeln vererbt wird. Das kommt einer Sekte viel näher, als einem Geheimbund.
Wirklich schwach war der Stil. Die Sätze sind minimalistisch, kurz, einfach, simpel, was ab und an gut tut, hier aber wie ein Buch für Kinder wirkt. Die Wörter zudem sind einfache, keine komplizierten, keine große Varianz. Zumindest teilweise. Auch die Sätze selbst sind vom Aufbau her eher schulhaft. Gerade in der ersten Hälfte des Romans beginnen viele Sätze mit dem Namen, sprich mit dem Subjekt, dann kommt Prädikat und Objekt. Was in der Grundschule wirklich gut funktioniert wirkt in einem Roman aber schnell einfallslos und billig. Gerade Lesern kann ein Autor durchaus etwas mehr erwarten, als einfachste Sätze zu lesen.
Ich muss aber zugeben, dass der Stil sich durchaus bessert, je weiter der Roman fortschreitet, es besteht also eine Chance, dass die nächsten Bände schriftstellerisch besser sind und darum auch die Geschichte besser rüberbringen. Ich jedenfalls fand es schwer, mich wirklich in die Geschichte einzufinden, wo der Stil so oberflächlich war. Die Geschichte hätte groß sein können, hätte die Bücher hervorheben und sich selbst als besonderes einreihen können. Vielleicht wird es noch in einem der anderen Bände besser, im ersten Band aber nicht.

Ich freu mich über eure Meinungen