Acht Sinne: Band 5 der Gefühle – Rose Snow

Das Autorenduo Rose Snow erstaunt mich mit den Büchern der Acht Sinne Reihe immer wieder. Band 5 der Gefühle ist bereits ein Jahr alt und hat 334 Seiten.

Lee und Ben suchen mit den anderen Auserwählten die Bücher der Macht. Zusammen sind sie ein tolles Team und auch ihre Beziehung wird immer enger. Ihre Gefühle für einander werden immer stärker und beide sind glücklich damit. Die anderen Auserwählten aber weniger. Als bei ein Anschlag der Totaa Leben fordert, ändert sich alles und Lees und Bens Liebe steht vor der größten aller Prüfungen. Dabei kommen sie ihrer menschlichen Vergangenheit unerwartet nah.

Spuren der Vergangenheit

Lees und Bens Geschichte ist ein richtiger Epos geworden, der viele begeistert. Ihre sich über die Bände langsam entwickelnde Liebe ist dabei ein tolles Beispiel dafür, wie vielschichtig Literatur an das Thema herangehen kann. Die unterschiedlichen Gefühlsregungen, für die die verschiedenen Figuren stehen, erzeugen fabelhafte Eindrücke, die immer wieder für Spannung und Neugierde sorgen.

Im fünften Band kommen Lee und Ben nun auf der Suche nach den Büchern der Macht ihrer menschlichen Vergangenheit auf die Spur. Da gerade diesen Teil die ersten Bände so sorgsam ausklammern, erfährt der Leser hier also Informationen, auf die er lange gewartet hat. Geradezu kunstvoll sind dazu die Parallelen zwischen der Welt der Gefühle und der menschlichen. Auch die Verbindung zwischen Lee und Ben wird hier bereits angelegt. Gleichzeitig zeigen sich Hinweise für eine noch ungeahnte Bedrohung.

Konsequenzen

Dabei ist die Bedrohung in der Welt der Gefühle tragisch nahe. Denn bei einem Anschlag gibt es Tote und Lees Verhalten zieht ungeahnte Konsequenzen nach sich, die alles durcheinander würfeln und schon fast schmerzhaft sind. Gleichzeitig wird überaus klug gezeigt, wie sich Liebe auf unser Verhalten auswirken kann und ein Vergleich zu einem Leben ohne sie kann gezogen werden. Natürlich wäre der Band kein richtiger Band der Reihe, hätte er ein rundes Ende. Die Handlung schürt Ängste und Hoffnungen, Ereignisse hängen in der Luft und der Leser fiebert mit.

Der Stil von Rose Snow ist wirklich lesenswert. Ohne zu überzeichnen wird die Geschichte aus Lees Perspektive erzählt und erfährt gerade durch ihre Zugehörigkeit zur Wachsamkeit eine besondere Note. Der Ausblick in die Vergangenheit der beiden verdichtet dabei nicht nur die Handlung, sondern auch die Charaktere. Eine interessante Wendung also, die sowohl Antworten liefert, als neue Fragen aufwirft.

Sehr nachdenklich machte mich auch die Frage nach der Beständigkeit der Liebe und die Kraft derselben. Sie ist sehr hier gut angesetzt und wirft einiges durcheinander. Gleichzeitig läuft sie mit und ist keineswegs Mittelpunkt der Geschichte, was ich sehr gut finde. Die Handlung ist also im Grunde eine andere, die Liebesgeschichte amüsantes und emotionales Beiwerk.

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