4.12 Die Stadt der Träumenden Bücher als Graphic Novel

Zum Wochenstart und dem vierten Türchen meines Blog-Adventskalenders werfe ich einen Blick auf ein ganz besonderes Buch und hab euch etwas mitgebracht, dass ihr für jeden Lesestoff gut verwenden könnt.

Wenn ein gutes Buch als Graphic Novel erscheint, kribbelt es in meinen Fingern. Wenn Walter MoersDie Stadt der Träumenden Bücher als Graphic Novel erscheint, bebt so ziemlich alles, was mein Bücherherz erreicht. Allein der Satz „Und hier fängt die Geschichte an“ ist nicht nur für all jeden magisch, die Moers Werke mögen (oder sogar lieben), sondern er beinhaltet genau die Essenz, die ein richtig gutes Buch haben sollte. Einen Anfang, der im Leser weitergesponnen wird. Ein Ende, das Raum lässt und dennoch einen Abschluss kennt. Vielen vielen Dank also an den Knaus Verlag (ich wiederhole mich gern damit, dass es einer meiner Lieblingsverlage ist), der mir mein Exemplar zur Verfügung gestellt hat.

Ein Hoch auf die Graphic Novel!

Die Graphic Novel beinhaltet den ersten Teil des Romans. Die Geschichte, wie Hildegunst von Mythenmetz, der große zamonische Autor von der Lindwurmfeste, die nur große zamonische Autoren hervorgebracht hat, sich auf die Suche nach DEM Autor macht. Ein geheimnisvoller Brief und die Sehnsucht nach dem Orm, jener großen ewigen Inspiration, treibt ihn aus der Festung in die Stadt der Bücher, Buchhaim.

Was schon im Roman die Herzen aller bibliophilen erobert hat, ist auch gezeichnet ein Genuss für die Bücherfreundseele. Buchhandlung an Buchhandlung, überall gibt es etwas zu lesen, zu hören, zu sehen. Einmal in die Antiquariate spitzeln. Mit dem Comic  klappt das endlich. Am Stil der Zeichnungen von Moers gehalten hat der Illustrator Florian Biege Buchhaim eine neue Form gegeben. Aus den Buchstaben heraus in farbige Bilder.

Die Stadt der Träumenden Bücher war nicht der erste Roman von Moers, den ich gelesen habe. Das waren die 13 ½ Leben des Kapitän Blaubär. Die Stadt der träumenden Bücher ist als Roman um einiges poetischer, hin und wieder ausschweifender (aber das kennen wir von Mythenmetz ja nicht anders) und vor allem eine Liebeserklärung an Bücher. Die große Fülle der Details, die im Roman begeistern wurde stimmungsvoll übertragen, umgeformt. Als Leserin sah ich meine eigenen Vorstellungen wunderbar ergänzt und konnte mich vor allem der Gestaltung widmen, lernte aber auch die Geschichte noch einmal neu kennen.

Ein Hoch auf die Graphic Novel?

Dabei, wie könnte es anders sein, rutschte auch das ein oder andere durch das Raster. Wir kommen nun, ihr merkt es, zu dem (kleinen) Aber, das ich meiner Begeisterung für die Graphic Novel anschließen muss. Hin und wieder fand ich die Zeichnungen etwas zu verniedlichend. Ausgerechnet der Lindwurm Mythenmetz sah eher putzig, als urzeitlich aus. Das sticht sich für mich mit den berauschenden Beschreibungen der Bücher und der Gefahr für Mythenmetz später im Buch. Ein bisschen mehr Spannung hätten die Bilder aufbauen können, durch farbliche Nuancen oder versteckte Hinweise.

Außerdem hat sich die Herkunft aus dem Roman stark in der dominanten Erzählfigur gezeigt. Für mich hätte einiges, was weiterhin „erzählt“ wird, durch wenig zusätzliche Handlung gezeigt werden können. Dadurch wäre die Graphic Novel nicht nur zu einer Interpretation, sondern zu einem Buch mit inhaltlichem Mehrwert geworden. Stattdessen fehlt mir persönlich zu viel, um das Buch als Ganzes wiedergespiegelt zu sehen und allein die bunten Bilder reisen es nicht rum. Natürlich liegt dies teilweise auch daran, dass der Roman in zwei Bände geteilt wurde, was die Handlung zumindest halbwegs in der Luft hängen bleiben lässt.

Beeindruckende Bilder im neune Comic zu Die Stadt der Träumenden Bücher
Überlegungen

Generell frage ich mich, warum als Genre Graphic Novel angegeben wird, in vielen Buchhandlung wird es als Comic geführt (beispielsweise auch online beim Großen A). Die Erzählfigur passt eindeutig dazu, denn gerade das ist das „Novel“ daran, die Erzählung eben und nicht die einfache Darstellung von Handlungen. Gleichzeitig aber finde ich dazu die Zeichnungen zu bunt. Die große Palette der farblichen Variationen wurde nicht einmal angerührt. Rot bleibt rot und schwarz bleibt schwarz und gelb bleibt gelb. Statt einem dunklen Schleier in gefährlichen Situationen oder einem erhebenden Dunst, wenn Mythenmetz geradezu berauscht ist, ist die Kolorierung gleichbleibend bunt. Lediglich Erzählungen innerhalb der Handlung werden gräulich dargestellt. Der Aspekt hat mich irritiert und gerade hier liegt ein Punkt, den ich schade finde. Die Graphic Novel hätte um einiges aussagekräftiger und stärker sein können.

Einen Roman illustriert umzusetzen, sei es in einer Schmuckausgabe wie es derzeit mit Harry Potter gemacht wird (jedes Jahr ein neuer Band) oder als Comic oder Graphic Novel beschränkt natürlich die Vorstellung der Leser. Finde ich die Schmuckausgabe für Fans und Sammler ebenso geeignet wie für Kinder, sind Comic und Graphic Novel allerdings ganz andere Genres, die viel mehr neue Leser erreichen können. Wichtig ist dazu natürlich die Umsetzung in der Gestaltung und die Präsentation. Die Graphic Novel von Die Stadt der Träumenden Bücher ist ein Hardcover und wird dadurch, wie bei mir, in vielen Händen von Moers-Lesern landen, aber durch die Darstellungen auch weit darüber hinaus Einzug in Bücherregale halten.

Eine Geschichte, die ich sehr mag, so interpretiert neu entdecken zu können, hat mir großen Spaß gemacht und ich freue mich sehr auf den zweiten Band, der im Januar erscheint.

Was ihr heute gewinnen könnt:
Diese wunderschönen mini Lesezeichen vom moses Verlag könnt ihr heute bei mir gewinnen

Der wunderbare moses Verlag hat mir zauberhafte Lesezeichen gesponsert. Heute könnt ihr für die Cupcake-Magnetlesezeichen in den Lostopf hüpfen könnt. Die Magnete halten auch die Seiten von Comicheften und jedem analoge Buch zusammen. Verratet mir dafür, welchen Roman ihr gerne als Comic oder als Graphic Novel lesen würdet. Ich fände ja eine Graphic Novel zur Blechtrommel von Grass sehr interessant.

Teilnahme ab 18 oder mit Einverständnis eines Erziehungsberechtigten, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt werden. Leser meines Blogs, die mir folgen und teilnehmen, bekommen ein Los extra. Generell habt ihr bei jedem Türchen die gleiche Chance, zu gewinnen. Das Gewinnspiel für den Gewinn zum 04.12.17 beginnt mit diesem Post und endet am 06.12.2017, 23:59.

Kommentare

  1. Aaaaaaaaaaaaaaaah ich will dieses Buch haben! <3
    Ich finde das Buch eignet sich wunderbar als illustrierte Version bzw. Graphic Novel. Ich möchte es mir selbst zu Weihnachten schenken. ^^
    Die Cupcake Lesezeichen sind ja süß, aber ich hüpfe nicht in den Lostopf, sondern lasse anderen den Vortritt. 😉

  2. Hallo Eva,

    diese Graphic Novel steht bereits auf meiner Wunschliste! Habe solche Bücher erst vor kurzem entdeckt. Ich weiß, bin spät dran, aber besser spät als nie, gell! 😄

    Als Graphic Novel würde ich mir „Becks letzter Sommer“ ist von Benedict Well wünschen. Das wäre sicherlich total cool!

    Die Lesezeichen sehen genial aus. Davon kann man nie genug haben!

    Hab nen guten Start in die Woche,
    glG vom monerl

  3. mir geht’s wie Blue Siren – ich will ES haben – lach, so muss es sich für normalsterbliche Frauen anfühlen, wenn sie UNBEDINGT DIESES Paar Schuhe haben müssen … UNBEDINGT!!!
    Danke für die reizende Rezension – macht Lust auf Farbe ohne Schleier 😉

  4. swappinghowdies

    Was für süße Bucheinmerker! Ich habe vor kurzem eine Graphic Novel gelesen — und zuvor das „richtige“ Buch. Ich fand beide sehr gut — jedes auf seine Art. Ich spreche von „Die Insel der besonderen Kinder.“ 🙂 Der Roman hat sich wirklich für die Umsetzung als Graphic Novel angeboten.

    Liebe Grüße,
    Birgit

  5. Liebe Eva,

    vielen Dank für Deine Gedanken zum Comic (oder Graphic Novel, ich nutz das einfach synonym ^^). Es war sehr interessant zu lesen, welchen Eindruck Du hattest. Fr mich waren die Kürzungen stimmig, aber Du hast Recht: Ein wenig ausführlicher hätte es stellenweise durchaus sein können.

    Ich würde übrigens sehr gerne „Die Känguru Chroniken“ von Marc-Uwe Kling als Comic/Graphic Novel lesen. Ich kann mir diese kurzen Sequenzen sehr gut in Comicform vorstellen, zumal man dann die „Schlagfertigkeit“ des Kängurus besonders herausarbeiten kann.

    Was sagst Du zu dieser Idee? 🙂

    Liebe Grüße
    Sarah

Ich freu mich über eure Meinungen