19.12.2016: Bruno E. Thyke im weihnachtlichen Interview

Heute gibt es eine kleine Besonderheit im weihnachtlichen Interview. Denn ich habe heute Bruno E. Thyke alias Augenschelm zu Gast, der fleißig schreibt, aber bisher noch an seiner Veröffentlichung schraubt. Perfektionist eben. Umso mehr freut es mich, euch diesen Autor schon jetzt schmackhaft zu machen. Lest rein, was er mit dem Grinch zu tun hat und wer ihn dieses Jahr verzaubert hat.

Schreibtrieb: Im November gab es den ersten Schnee, die ersten  Plätzchen Ende August. Das Weihnachtsfieber grassiert. Bist du angesteckt?

22Bruno: Definitiv. Ich bin ein Anti-Grinch. Ich verschenke gerne und lasse mich gerne beschenken. Ich mag es Plätzchen zu backen und dadurch, dass ich nun auch noch Papa bin, bekommt das Ganze noch Kinderaugenglanz.

Schreibtrieb: Ich probiere ja jedes Jahr neue Rezepte aus. Letztes Jahr stand ich auf Kardamom im Schokoladenguss, dieses Jahr hab ich eher Lust auf Zitronentaler. Bei welcher weihnachtlichen Nascherei kannst du nicht widerstehen? Oder gibt es etwas, was du gar nicht magst? Ich beispielsweise kann Marzipan nicht ausstehen und mache einen weiten Bogen um Christstollen.

Bruno: Ich mache einen riesen Bogen um Zimt. Ich hasse es einfach. Und Lebkuchen mit diesem komischen Geleézeug. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das überhaupt jemand gerne isst. Einen normalen Lebkuchen (bitte mit Zartbitter) finde ich hingegen großartig, so wie Marzipan und natürlich Schokoladenobst jeder Art.

Schreibtrieb: Bei drei Kindern bekomme ich jedes Jahr wieder bekannte und neue Weihnachtsgedichte zu hören. Welches Gedicht versetzt dich so richtig in Weihnachtsstimmung? Oder ist es eher ein Lied/ ein Film? Und bei welchem weihnachtlichen Kulturgut möchtest du am liebsten davon laufen?

Bruno: In Stimmung versetzen mich die Augsburger Puppenkiste und Märchen, die im Fernsehen laufen. Früher habe ich immer ab Dezember die ganze Herr der Ringe Trilogie durchgezogen, das hat mich auch Weihnachtlich eingestimmt, frag mich nicht wieso.
Davonlaufen möchte ich, wie so viele andere, vor Last Christmas von Wham. Ich kann es einfach nicht mehr hören.

Schreibtrieb: Dieses Jahr wird es in unserem Wohnzimmer richtig voll. Drei Kinder, vier Großeltern nebst Partnern (mein Mann und ich sind beides Scheidungskinder), Onkle, Patenonkel und unsere Katze. Wirst du an Weihnachten zum Familienmensch oder flüchtest du lieber in eine einsame Berghütte? Wie sieht dein perfekter Weihnachtsabend aus?

Bruno: Kommt drauf an. Letztes Jahr hatten wir die Hütte voll. Geschwister, die extra aus den USA anreisten, Eltern, Kinder. Das war schön, aber es ist auch sehr trubelig.
Dieses Jahr machen wir eine kleine Feier. Ein bisschen Kontrast – wir sind ja keine Maschinen.

Schreibtrieb: Keule hat dieses Jahr seinen Wunschzettel ganz alleine gemacht und hat ziemlich hohe Ansprüche ans Christkind. Was wünschst du dir dieses Jahr, materiell und ideell?

Bruno: Ruhe. Innere, aber auch äußere. Leckeres Essen und Zeit mit der Familie. Auf dem Wunschzettel steht unter anderem Papyrus Autor.

Schreibtrieb: 2016 war in vielerlei Hinsicht bewegend – und nicht immer im positiven Sinne. Weihnachten ist auch die Zeit der Besinnung, Nächstenliebe und des Rückblicks auf das vergangene Jahr. Wo hattest du in dem ganzen Trubel, den Wahlergebnissen und Schicksalsschlägen, die die Welt für uns bereit hatte, denn deine Lichtblicke? Und was hat dich besonders bewegt?

Bruno: Ich erlebe jeden Tag Lichtblicke. Es gehört zu meine Lebensphilosophie, auch die kleinen Dinge im Leben immer wieder neu zu sehen. Ich freue mich sogar darüber, wenn der Zug mit dem ich jeden Tag fahre so anhält, dass ich direkt an einer Wagontür stehe.
Aber da sind noch meine Familie, meine kleine Tochter, die so viele tolle Momente schenkt. Ich habe meinen Blog ins Leben gerufen, der ganz gut ankommt. Ich habe Antworten von tollen Autoren bekommen, hab Jo Nesbo live gesehen.
Ich kann das nicht auf einen bestimmten Moment herunter brechen.

Schreibtrieb: Hand aufs Herz. Deine Bücher sind toll und gehören natürlich unter den Baum. Aber welches Buch/welche Bücher eines anderen Autors wird dieses Jahr bei deinen Weihnachtseinkäufen nicht fehlen?

Bruno: Da mein Buch ja noch gar nicht fertig ist, kann man das gar nicht unter den Baum legen. Ich empfehle grundsätzlich alles von Jo Nesbo – ich liebe seine Art zu schreiben. Außerdem sollte man zumindest einen Roman von Dennis Lehane gelesen haben – der Mann versteht sein Handwerk. Sonst natürlich alles, was ihr von den BartBros in die Finger kriegen könnt.

Schreibtrieb: Ha, natürlich, das sind die besten. Dein Buch ist ja noch im Entstehen. Hat das Weihnachtsfest dich denn auch schon mal inspiriert, etwas zu schreiben?

Bruno: Ich schreibe permanent. Mitte des Jahres habe ich mich dazu hinreißen lassen, an meinem Buch, einer KG und mehreren Rezis für anderen Autoren gleichzeitig zu arbeiten. Das ist nichts für mich, ich mache lieber erst das eine, dann da andere. Aus diesem Grund schreibe ich jetzt erst mein Buch zu Ende und lasse mich dann weiter inspirieren. Aber aus meinen Augen spricht nichts gegen eine Weihnachtsgeschichte.

Schreibtrieb: Ich finde es immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich Weihnachten sich doch am Ende literarisch äußert. Apropos Literatur. Auf welches Werk von dir dürfen wir uns denn für 2017 schon heute freuen?

Bruno: Ich hoffe, dass der Feuerträger 2017 an den Start geht. Die Geschichte hat sich, seit ich 2015 begonnen habe, so sehr verändert, dass von meiner Ursprungsidee nicht mehr viel übrig ist. Insgesamt habe ich zwei Mal drauf los geschrieben bis ich knapp 70K Wörter zusammen hatte und hab es dann in die Tonne getan. Todsünde! Man soll ja in jedem Fall zu Ende schreiben. Aber ich glaube, ich brauchte das, um einen Zugang zu der Welt und den Figuren zu finden, mit dem ich zufrieden war.
Vielleicht liegt das gute Stück ja nächstes Jahr unterm Weihnachtsbaum.
Wenn ich Glück habe, habe die Mädels von ClueWriting meine Kurzgeschichte als gut genug befunden, um in ihrer Anthologie unter zu kommen, aber das werde ich erst nächstes Jahr erfahren – vielleicht findet ihr mich dann da.

Schreibtrieb: Ich drücke dir ganz fest die Daumen und bin schon sehr gespannt auf Feuerträger.

Und ihr könnt auch heute wieder in den Wochenlostopf hüpfen, indem ihr hier kommentiert und die Teilnahmebedingungen des Adventskalenders beachtet.

Kommentare

  1. Ein Autor, der noch nicht veröffentlicht hat, ist mal was anderes! Ich drücke ihm die Daumen, dass er sein Buch endlich zu Ende bringen kann. Einen kleinen Trost habe ich für ihn: Wissenschaftler haben wohl belegt, dass man nichts gleichzeitig machen kann. Frauen können nur viele Sachen dann schneller hintereinander abarbeiten. 😉
    GlG vom monerl

Ich freu mich über eure Meinungen